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War es letztes Jahr noch die Dreier-Abwehrkette, so trendet aktuell in der Bundesliga das 4-3-3 nach alter holländischer Schule. Und der Erfolg gibt diesen Mannschaften Recht. Comunioblog erklärt, welche Spieler davon besonders profitieren.

Ohne Zweifel ist das 4-3-3 das Erfolgssystem der noch (sehr) jungen Saison. Mit Ausnahme von Hertha BSC spielen derzeit alle Mannschaften der Top-6 in der Tabelle im 4-3-3, darunter der FC Bayern, aber auch Dortmund, Gladbach, Bremen und der VfL Wolfsburg. Hinzu kommt noch der Aufsteiger aus Nürnberg.

Die Vorteile liegen vor allem im kompakten, zentralen Mittelfeld. Vor einem absichernden Sechser positionieren sich zwei Achter, im modernen Fußballsprech gerne als „Box-to-Box-Player“ bezeichnet, die zwar defensive Qualitäten haben, aber absolut auch in der Lage sind, entscheidende Impulse nach vorne zu geben. Verzichtet wird hingegen – je nach System – auf einen klassischen Zehner, eine zweite Spitze oder einen etwas zurückgezogenen Halbstürmer.

Hofmann und Dahoud mit großer Punkteausbeute

Bestes Beispiel Mönchengladbach: Die Umstellung von 4-4-2 auf 4-3-3 war zumindest  am 1. Spieltag äußerst vielversprechend. Durch die Vielzahl hoch veranlagter Spieler im zentralen Mittelfeld konnte Dieter Hecking hier einen zusätzlichen Platz schaffen. Statt zwei Sechsern (in der Vorsaison zumeist Kramer und Zakaria) sind es nun Jonas Hofmann und Florian Neuhaus, die vor dem „Zerstörer“ Tobias Strobl dafür zuständig sind, von Defensive auf Offensive umzuschalten. Gerade Hofmann darf mit 15 Punkten als derzeit neuntbester Comunio-Akteur als großer Gewinner gelten.

Die Top-Elf des 2.Spieltags

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Tor: Rune Jarstein (Hertha BSC) - 8 Punkte | Bilderquellen: Imago

 

Ähnlich die Situation bei Dortmunds Mo Dahod. Für ihn ist die Position auf der Acht wie geschaffen, ist er für einen reinen Sechser doch etwas zu schwach im Zweikampf, hat dafür aber ein extrem gutes Passspiel in die Tiefe. So kommt er als Achter perfekt zur Entfaltung, steht derzeit mit 14 Punkten als bester BVB-Akteur da. Auch für Mario Götze kommt diese Position in Frage und er wird spätestens wenn es in Richtung Champions League geht, dort auch zu finden sein, wenngleich er momentan das Nachsehen hinter Thomas Delaney hat.

Goretzka und Müller als Achterpärchen

Beim FC Bayern spielten zuletzt der punktbeste Spieler (Thomas Müller) und der Viertbeste (Leon Goretzka) ebenfalls auf der Zwischenposition im Mittelfeld. Für Müller durchaus eine neue defensivere Rolle, wobei beim 28-jährigen Raumdeuter die exakte Position ohnehin nur auf dem Papier steht.

In Wolfsburg kann die erfahrene Achse um Igancio Camacho, Maxi Arnold und (der nun verletzte) Josuha Guilavogui zusammenspielen, statt sich um die Stammplätze zu streiten, sehr ähnlich verhält es sich bei Werder mit dem Trio Philipp Bargfrede, Maximilian Eggestein und Davy Klaassen. Sie alle haben derzeit absolut solide gepunktet.

Die Verlierer: James und Malli

Zu den Verlieren des 4-3-3 zählen klassische Zehner, die für das 4-3-3 im zentralen Mittelfeld zu wenig Defensivqualitäten und auf den Außenpositionen zu wenig Geschwindigkeit mitbringen. Beste Beispiele hierfür: Wolfsburgs Yunus Malli oder Bayerns James Rodriguez. Auch für klassische Mittelstürmer wird es tendenziell schwierig, steht im 4-3-3- nur eine Position zur Verfügung. So dürfte es bei Gladbach interessant werden, welches Puzzles sich im Angriff mit Raffael, Alassane Plea und Rückkehrer Lars Stindl ergibt. Auch bei den aufstrebenden Wölfen gibt es nur einen Platz für das verheißungsvolle Duo Weghorst/Ginczek.

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Doch bei aller Euphorie, ist der Erfolg des 4-3-3 auch noch nicht mehr als eine frühe Momentaufnahme. Das bisweilen sehr aufwändige Spiel, bei dem viele Mannschaften durch frühes Anlaufen auch ein gewisses Risiko gehen, bringt nicht zuletzt über die Außenbahnen Anfälligkeiten mit. Schon 2017/18 startete ein gewisser Peter Bosz im 4-3-3 mit dem BVB furios in die Saison. Sein Code wurde noch weit vor der Winterpause schonungslos entschlüsselt.

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Autor: Karol Herrmann

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