Zeigefreudig: Harm Osmers stellt Lucas Alario vom Platz

Foto: © imago /Horstmüller
Wer einen Heißsporn im Team hat oder einen im Zweikampf bisweilen etwas unbeholfenen Innenverteidiger, der sollte Donnerstags aufmerksam die Schiriansetzungen checken. Denn mancher Unparteiische verteilt lieber Elfmeter und Platzverweise, als seine Kollegen.

Die Kartenkönige:

Wenn Tobias Stieler pfeift, heißt es: Alle Rumpelfüßler auf der Stelle vom Platz holen! Der Hamburger schickte schon vier Spieler vorzeitig zum Duschen (davon drei mit glatt Rot). Das ist Saisonbestwert und ein Platzverweis in jedem vierten Spiel. Ebenfalls zeigefreudig präsentieren sich in dieser Saison Deniz Aytekin, Dr. Felix Brych und Guido Winkmann, denn alle drei Schiedsrichter griffen bereits dreimal in dieser Spielzeit in die Gesäßtasche. Immerhin: Dr. Brych konnte die letzten fünf Partien mit elf gegen elf zuende spielen lassen, Stieler musste sogar seit sieben Spielen niemanden mehr vom Platz stellen.

Historisch ist  Dr. Markus Merk das Maß aller Dinge: 77 Mal beendete der Pfälzer rigoros Arbeitstage vorzeitig und gnadenlos. Immerhin nahm sich der Zahnarzt dafür 20 Saisons lang Zeit. Manuel Gräfe kommt als „eifrigster“ noch aktiver Unparteiischer nach 14 Spielzeiten schon auf sportliche 52 Platzverweise (24 Mal glatt Rot). 2017/2018 zeigt sich Gräfe jedoch außergewöhnlich handzahm: In 14 Partien zückte der erfahrenste unter den aktiven Schiedsrichtern noch nicht einmal Rot oder Gelb/Rot.

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Die Elferexperten:

Wieder vorne mit dabei: Tobias Stieler. Der stellt in dieser Spielzeit nicht nur „gerne“ Spieler vom Platz, sondern zeigt auch kompetent auf den Punkt. Fünf Strafstöße verhängte der 36-Jährige Jurist bereits – muss sich hier aber mit Rang vier begnügen, denn drei Kollegen sind hier noch eifriger. Deniz Aytekin und Guido Winkmann schickten jeweils siebenmal den Schützen ins direkte Duell, Christian Dingert immerhin. Bemerkenswert: Winkmann benötigte für fünf Elfmeter nur zehn Spiele. Dingert wiederum steigert sich aktuell in eine kleine Serie und pfiff in seinen letzten beiden Partien drei Elfmeter (einmal für den SC Freiburg, zweimal für den FC Bayern), Winkmann und Stieler kommen sogar auf Serien mit jeweils vier aufeinander folgenden Spielen mit einem Strafstoß. Winkmann wiederum zeigte in einem Spiel sogar dreimal auf den Punkt: Beim 1:1 zwischen Hertha BSC und dem SC Freiburg trafen beide Mannschaften jeweils einmal, Hertha verschoss dazu noch einen Versuch.

Bis der unangefochtene König aller Elfmeterexperten in Reichweite kommt, wird im VAR-Lagezentrum in Köln aber noch mächtig Zuarbeit verrichtet werden müssen: Dr. Markus Merk zeigte in seiner langen Karriere bemerkenswerte 96 Mal auf den Punkt. Zum Vergleich: Rekordschiri Wolfgang Stark entschied in 344 Bundesligaspielen (sechs mehr als Dr. Merk) nur 68 Mal auf Elfmeter. Der „erfolgreichste“ noch aktive Unparteiische ist übrigens Manuel Gräfe mit 46 Karriereelfmetern.

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Autor: Till Erdenberger

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