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Der FC Augsburg hat sich mit dem jungen Venezolaner Sergio Cordova verstärkt. Kann der 19-Jährige schon in der Bundesliga bestehen? Und wie sieht die Konkurrenzsituation bei den Augsburgern aus? Comunioblog gibt eine erste Einschätzung zum Transfer. 

Position: Rechtsaußen. Cordovas angestammte Position ist auf dem rechten offensiven Flügel. Dabei ist er mehr Außenstürmer als Mittelfeldspieler. Immer wieder sucht er den Weg in den Strafraum und den eigenen Abschluss. Der etwas schlaksig wirkende Angreifer verfügt dabei über eine gute Technik, wirkt aber zuweilen noch etwas verspielt. Cordova kann auch als Mittelstürmer oder auf dem linken Flügel spielen. 

Bisherige Karriere: Im Februar 2016 feierte er für Caracas FC sein Profidebüt in der ersten venezolanischen Liga. In der Folge kam er immer wieder als Joker zum Einsatz. Sein Stern ging aber bei der U20-WM auf. Mit Venezuela stand er sensationell im Finale und schoss in den Gruppenspielen vier Tore, unter anderem auch beim 2:0-Sieg gegen Deutschland.

Auch Augsburg wird ihn da entdeckt haben. „Mit Sergio Cordova konnten wir ein junges Talent für den FCA gewinnen, das bei der U-20-WM zuletzt seine Qualitäten deutlich gezeigt hat“, sagte Manager Stefan Reuter zur Verpflichtung. 

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Einstiegsmarktwert: Eine Million. Damit ist er der fünfteuerste Stürmer im Kader der Augsburger, der mit zehn Angreifern ohnehin völlig aufgebläht ist. Raul Bobadillia, Alfred Finnbogason, Michael Gregoritsch und Caiuby kosten mehr. Die Konkurrenz auf dem rechten Flügel liegt bei 850.000 (Jonathan Schmid) und 2,41 Mio. (Marcel Heller). 

Situation: Wir haben es bereits angerissen. Der Kader von Augsburg platzt aus allen Nähten. Aktuell sind 36 Spieler bei Comunio gelistet, zehn davon sind im Sturm zuhause und dazu kommen noch die Flügelspieler Heller und Schmid, die vornehmlich auf der rechten Seite zuhause sind. 

Es wird also nicht leicht für Cordova, sich einen Platz zu erkämpfen. Zudem stellt sich die Frage, inwieweit und wie schnell die Eingewöhnung ins neue Umfeld gelingt. Cordova ist schließlich erst 19 Jahre alt und das erste Mal von seinem gewohnten Umfeld getrennt. Mit Bobadilla könnte ein potenzieller Konkurrent, aber auch Integrationshelfer, verschwinden. Den bulligen Angreifer zieht es zurück nach Paraguay. 

Reuter ist sich aber sicher, das es bei ihm sportlich für Augsburg reicht. „Wir sind überzeugt, dass er sich in der Bundesliga durchsetzen kann und werden ihm daher die nötige Zeit für die Eingewöhnung und Entwicklung geben“, versprach der Manager. Daraus lässt sich aber auch lesen, dass die Bayernschwaben nicht direkt mit Cordova planen. 

Marktwertpotenzial: Wir sollten uns keine großen Marktwertsprünge erhoffen. Ein wenig geht natürlich immer. Das sieht man jetzt auch bei Werders Neuzugang Yuning Zhang, der ebenfalls für eine Million aktiviert wurde und am zweiten Tag gleich mal um 25 Prozent gestiegen ist. Doch die Marktwertkurve dürfte bei beiden schnell nach unten zeigen. Cordova ist ein langfristiges Projekt. Das gilt für Augsburg und damit auch für Comunio. Das sollte jedem bewusst sein, der sich mit dem Venezolaner beschäftigt. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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