"Hiergeblieben" sagt in Köln wohl niemand mehr zu Jhon Cordoba.

Foto: © imago/ Sven Simon 
Das Saisonfinale: Höchste Zeit, die allerletzten Weichen in Richtung der kurzfristigen Ziele zu stellen. Und den Kader für künftige Erfolge zu optimieren. Oder teure Missverständnisse zu korrigieren – selbst, wenn es dafür schon zu spät ist.

Jhon Cordoba (1.FC Köln, Sturm, 600.000, 8 Punkte)

Das war teuer – sportlich und finanziell: Jhon Cordoba, für 17 Millionen Euro aus Mainz geholt, sollte nach den Vorstellungen von Damals-Coach Peter Stöger und Damals-Manager Jörg Schmadtke den Abgang von Torjäger Anthony Modeste kompensieren, der den Effzeh für noch viel mehr Millionen in Richtung China verlassen hatte. Und das Unternehmen scheiterte grandios.

Der Kolumbianer hatte oft mit Verletzungen zu kämpfen und sammelte in dieser desaströsen Saison mehr Gelbe Karten (1) als dass er Tore erzielte (0). Nun könnten die Kölner, die den missglückten Transfer sportlich mit dem Abstieg bezahlen werden, zumindest finanziell mit einem einigermaßen blauen Auge aus der Nummer raus kommen: Bild meldet, dass Hertha BSC Cordóba für seinen mit Salomon Kalou und Vedad Ibisevic schwer in die Jahre gekommenen Sturm auf dem Zettel haben soll.

Das Problem: In Köln träumt man wohl noch davon, elf Millionen für den glücklosen aber stets bemühten Stürmer zu erlösen, der noch einen Vertrag bis 2021 hat. Hertha-Trainer Dardai steht auf jeden Fall auf den Ex-Mainzer: „Der setzt seinen Körper perfekt ein, hat unseren Verteidigern jede Menge Probleme bereitet, war an jeder gefährlichen Situation der Kölner beteiligt. Ein unglaublich bulliger und schneller Angreifer“, verriet der Ungar nach dem jüngsten 2:1 der Hertha gegen Köln.

Lukas Klünter (1.FC Köln, Abwehr, 220.000, 7 Punkte)

Und vielleicht kann Cordoba den schwierigen Berliner Wohnungsmarkt gemeinsam mit einem neuen und alten Mannschaftskameraden durchforsten. Denn och heißer scheint das Interesse der Hertha an Effzeh-Verteidiger Lukas Klünter zu sein. Der ist ein Kandidat als Nachfolger für Mitchell Weiser, der auf dem Sprung (Dortmund oder Leverkusen) zu sein scheint, und war schon zu einem Treffen in Berlin. Meldet zumindest Bild

Der sprintstarke Klünter, der in dieser Saison 19 Spiele absolvierte und – überraschend als Angreifer aufgeboten – einmal traf, ist derzeit unter Stefan Ruthenbeck außen vor. Kurios: Klünter war im April 2017 bereits mit Union Berlin einig, bevor dem 21-Jährigen doch noch der Durchbruch in Köln gelang. Jetzt könnte es mit einem Vertrag in der Hauptstadt klappen. Das bis 2020 gültige Arbeitspapier im Rheinland sollte da kein Hindernis sein.

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Sebastian Rudy (FC Bayern München, Mittelfeld, 5.120.000, 68 Punkte)

Man darf ja schon einmal vorsichtig nachfragen, was Sebastian Rudy erwartet hatte, als er beim FC Bayern unterschrieb und sich in den Zweikampf mit Thiago, Javi Martinez, Vidal und Co. stürzte. „Bank oder Tribüne sind nicht mein Anspruch“, verriet der Mittelfeldspieler jüngst dem kicker. Der Ex-Hoffenheimer steht derzeit allerdings bei immerhin 19 benoteten Einsätzen, kommt also durchaus auf Einsatzzeit in der hochkarätig besetzten Bayern-Zentrale.

Wie auch immer: Sollte sich die Unzufriedenheit des Nationalspielers in einen tatsächlichen Wechselwunsch steigern, könnte Rudys zweite „Ex“ bereit stehen und den Abtrünnigen wieder in die Arme schließen: Der VfB Stuttgart! Dort kündigte man ja in Person von Sportvorstand Michael Reschke schon „interessante Transfers“ an und eine Rudy-Rückkehr wurde zweifellos in diese Kategorie fallen. Ein Dementi zur Personalie Rudy gabs im kicker von Reschke auf alle Fälle nicht: „Keine Spekulationen. Grundsätzlich ist es schwer, Spieler vom FC Bayern zu bekommen.“

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Autor: Till Erdenberger

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