Mueller Lahm Bayern traurig

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Es menschelt bei den Bayern, die Fassade der Unschlagbarkeit bröckelt. Die Bayern befinden sich – zumindest ergebnistechnisch – in einer desaströsen Woche und spielen derzeit wohl den schlechtesten Fußball seit Carlo Ancelottis Ankunft. Auch bei Comunio blieb der bayrische Leistungseinbruch nicht folgenlos, was den einen oder anderen Manager alarmiert haben dürfte. Vorerst gilt jedoch die Devise: Finger still halten.

„Ist doch toll. Das ist es doch, was sich die ganze Liga gewünscht hat!“, lautete Philipp Lahms zynische Replik auf die Bemerkung eines Journalisten, der auf Bayern Münchens Verlust der Tabellenführung hinwies. Dass solch emotional-angespannte Worte ausgerechnet aus dem Mund des sonst so nüchtern und sachlich analysierenden FCB-Kapitäns kommen, zeigt vor allem eines: Die Nerven liegen blank in München. Kleinzureden ist spätestens seit der peinlichen Champions-League-Pleite gegen Rostow nichts mehr: Die Bayern stecken in der Krise.

Höhepunkt einer Negativentwicklung

Zusammengebraut hat sich die aktuelle Stimmung schon seit dem 5. Spieltag. Der Hamburger SV, eigentlich Dauergast auf bayrischen Schützenfesten, konnte jener Zeit nur mit großer Not  bezwungen werden (1:0). Anschließend dröhnte aus allen Ecken und Enden der Säbener Straße, dass das Ergebnis zwar zufriedenstellt, die Art und Weise des Zustandekommens jedoch weniger. Eine Reaktion war erwartet und versichert worden, doch stattdessen unterlagen die Münchner drei Tage später in der Champions League Angstgegner Atletico.

Es folgten zwei enttäuschende Remis gegen Köln und Frankfurt (zugegebnermaßen Top-Teams in dieser Saison), deren bitteren Beigeschmack selbst das anschließende Zwischenhoch von fünf Siegen in Serie nicht vollends auswaschen konnte. In dieser Phase stimmten zwar die Ergebnisse, doch die Aura der Unbesiegbarkeit umgab die Bayern nur noch schemenhaft. Sie schienen schlagbar, nur wurden sie eben noch nicht geschlagen.

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Das änderte sich in den verganenen Tagen schlagartig. Erst rang eine clever verteidigende Hoffenheimer TSG den Münchnern einen Punkt ab, ehe der BVB im Spitzenspiel endgültig Bayerns weise Weste befleckte. Auch den Dortmunder reichte eine effiziente, defensiv konsequente Leistung, um dem FCB den Zahn zu ziehen und mit 1:0 dessen erste Ligapleite zu besiegeln. Viel stärker als noch nach der Partie gegen Hamburg war es nun an den Bayern, eine überzeugende Reaktion zu zeigen. Und noch viel mehr als damals scheiterten sie. Mit einer 2:3-Pleite gegen den Tabellensechsten der russichen Premjer Liga, FK Rostow.

Leistungsknick auch bei Comunio

Dass die beschriebene Negativentwicklung auch bei Comunio zu spüren ist, erklärt sich von selbst. Die Bayern sind aktuell nicht mehr das Über-Team der ersten Saisonspiele, der Output an Punkten ging zuletzt merklich zurück. Als Knackpunkt lässt sich analog zum tatsächlichen Verlauf der knappe Sieg gegen den HSV ausmachen. In den fünf Partien zum Saisonauftakt kamen die Bayern als Team auf 71,2 Punkte im Schnitt, natürlich Ligabestwert, mit dem nur der BVB zu konkurrieren wusste (69,2).

Seit dem sechsten Spieltag dagegen kommt der Rekordmeister nur noch auf 46,3 Punkte pro Partie. Das entspricht nicht einmal zwei Dritteln der vormaligen Ausbeute und ist in diesem Zeitintervall „nur“ der viertbeste Wert der Liga. Während der vergangenen beiden Spieltagen knackten die Bayern nicht einmal mehr die 40-Punkte-Marke, was den vorläufigen Höhepunkt des Negativtrends darstellt. Doch welche Spieler sind davon am stärksten betroffen?

Sorgenkind Müller, Konstante Hummels

Grundsätzlich leidet die ganze Mannschaft unter der aktuellen Situation. Wie sollte es auch anders sein. Bis auf eine Ausnahme konnte kein einziger (regelmäßig eingesetzter) Münchner seinen Punkteschnitt aus den ersten fünf Spieltagen halten oder gar steigern. Dennoch stecken einige Spieler tiefer in der Formkrise als andere.

Man blicke beispielsweise auf Robert Lewandowski (63 Punkte). Der sammelte beim Sieg gegen Augsburg satte 18 Punkte, kam ansonsten jedoch seit dem besagten 6. Spieltag nie über eine Ausbeute von zwei Punkten hinaus. Selbiges gilt für David Alaba (28 Punkte), der sich seine Punkte überwiegend durch überzeugende Offensivbeiträge sicherte. Wesentlich schlimmer steht es jedoch um Thomas Müller.

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Sonst einer der produktivsten Punktelieferanten der Liga, spielt Müller derzeit wohl die schwächste Saison seit seiner Premierenspielzeit. Der Raumdeuter scheint seinen Kompass verloren zu haben und wirkt in der Münchner Offensive oft fremdkörperhaft, bisweilen orientierungs- und glücklos. Zwar war er schon zum Saisonstart nicht gerade in Gala-Form, doch seit Spieltag sechs brachte der Weltmeister kein einziges Mal Pluspunkte mit nach Hause. Das Resultat: 18 Pünktchen. Müllers flotte Sprüche sind seither ebenso selten geworden wie seine Torerfolge.

Ein Lichtblick dagegen ist Ex-Dortmunder Mats Hummels. Der Innenverteidiger ließ sich bislang nicht vom Leistungsvirus seiner Kollegen anstecken und punktet mit einer Konstanz, die jeden Manager ruhig schlafen lässt. 44 Punkte hat Hummels mittlerweile auf dem Konto und damit mehr als doppelt so viele wie sein Partner Boateng, der, gelinde gesagt, unter seinen Möglichkeiten spielt. Abwehrchef Hummels dagegen ist der fünftbeste Verteidiger der Liga.

Finger weg von Bayern-Spielern?

Dass es bei den Bayern derzeit nicht so läuft, wie man es seit der Post-Heynckes-Ära gewohnt war, dürfte mittlerweile klar sein. Doch welche Schlüsse sind daraus zu ziehen?

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Zunächst einmal sollte der aktuelle Trend relativiert und in den Ligenkontext eingebettet werden. Dann wird klar, dass die Bayern zwar nicht mehr der Comunio-Cheat der Anfangsphase sind, aber immer noch ein sehr produktives Team. Über die gesamte Saison gesehen sind sie nach wie vor das beste Team der Liga und von Spielern wie Thiago, Alonso, Vidal, Lahm, etc. kann man nach wie vor solide, wenn auch nicht exorbitante Ausbeuten erwarten. Von FCB-Einkäufen abzuraten, oder gar Bayern-Spieler abzugeben, ist aktuell noch nicht der richtige Schritt.

Natürlich stimmt das Preis-Leistungsverhältnis aktuell nicht mehr ganz so glücklich. Doch wenn wir ehrlich sind, rechnen wir ohnehin damit, dass die Bayern demnächst ernst machen, einen Gang hochschalten und wieder durch die Liga pflügen, als sei nichts geschehen. Dass sie Reaktion zeigen. Aller guten Dinge sind schließlich Drei.

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Autor: Philipp Awounou

Leidenschaftlicher Schreiber und Student an der Sporthochschule Köln;)

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