Foto: © imago images / Belga
Arminia Bielefeld muss in Sachen Neuzugängen Kreativität beweisen. Ein Baustein könnte dabei der Belgier Nathan de Medina sein. Welches Comunio-Potenzial hat der 22-Jährige?

Position: In erster Linie ist der 1,83 Meter große Nathan de Medina ein Rechtsverteidiger. Für diese Position ist er bei den Ostwestfalen auch vorgesehen. Dennoch dürfte auch die Flexibilität des 22-Jährigen ein entscheidender Punkt für die Verpflichtung gewesen sein. De Medina kann praktisch alle Positionen in der Viererkette spielen, wurde in der letzten Saison auch als Links- und Innenverteidiger eingesetzt.

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Bisherige Karriere: De Medina kommt aus der hochgelobten Jugend des RSC Anderlecht, ließ sich 2016/17 dann in die zweite belgische Liga zu Oud Heverlee Leuven verleihen, wo er erstmals Spielpraxis im Seniorenbereich sammeln konnte. 2017 folgte der Transfer zum Erstligisten Royal Mouscron, inzwischen als guter Ausbilderverein bekannt. Dort schaffte De Medina auf Anhieb den Sprung zum Stammspieler, wurde unter dem deutschen Trainer Bernd Storck dann aber weitgehend ignoriert. Erst unter Ex-HSV-Coach Bernd Hollerbach wurde er 2019/20 zu einem zentralen Spieler der Mannschaft und weckte unter anderem Begehrlichkeiten von Belgiens Top-Klub KAA Gent. Mouscron hätte den auslaufenden Vertrag ebenfalls sehr gerne verlängert – ohne Erfolg. Jetzt bekommt ihn die Arminia zum Nulltarif.

Der Transfer zu Bielefeld dürfte schon eine Weile festgestanden haben, anders ist es nicht zu erklären, dass de Medina bei seiner Verpflichtung verlauten ließ, er habe schon sehr viele Spiele der Arminia gesehen. Bei allem Respekt vor den Leistungen des Zweitligameisters. 


Neben starken Leistungen in der UEFA Youth League für Anderlecht hat de Medina auch schon einige Spiele für die U-Nationalmannschaften Belgiens absolviert – etwa in der U21 an der Seite von Dodi Lukebakio. 

Einstiegsmarktwert: Mit 1,5 Mio. liegt de Medina ziemlich genau auf dem Wert einiger seiner Bielefelder Kollegen in der Verteidigung (Laursen, Brunner, Nielsson). Ähnlich teuer ist aktuell auch der Mainzer Aaron Martin.

Situation: Zweikampfstärke und Athletik zeichnen den Belgier aus. Und von Bielefelder Seite wird auch klar kommuniziert, dass de Medina vorzüglich für die rechte Abwehrseite vorgesehen ist. Dort muss er aber ganz klar als Transfer für die Breite betrachtet werden. Denn am gesetzten Schweizer Cedric Brunner sollte zumindest vorerst kein Weg vorbeiführen. Ebenso am Innenverteidiger Duo um Amos Pieper und Joakim Nilsson. Eher könnte de Medina auf der Linksverteidiger-Position noch zum Zuge kommen, wo die Arminia mit Florian Hartherz, Jacob Laursen und Anderson Lucoqui nicht ganz so stark besetzt ist. 

Es würde also schon überraschen, wenn de Medina auf Anhieb in der Startelf des Aufsteigers stünde. Vielmehr muss sich der neue Mann zunächst über Joker-Einsätze empfehlen und auf seine Chance hoffen, wenn es Verletzte oder Sperren gibt. 

Die besten Abwehrspieler der Saison 2019/20

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Platz 10: Sven Bender | Bayer 04 Leverkusen | 124 Punkte in 33 Spielen | Bildquelle: imago images / Kirchner-Media

Marktwertpotenzial: 500.000 in zehn Tagen konnte man mit Nathan de Medina bereits an Zinsen einstreichen. Allzu weit entfernt sollte der Peak aber nicht mehr sein. Wir reden hier immer noch über einen relativ unbekannten Neuzugang eines Aufsteigers. Halten wird de Medina diesen Wert ohnehin nur mit sehr regelmäßigen Einsätzen. Ansonsten droht er zum Saisonbeginn auch schnell wieder unter die 1-Mio-Grenze zu rutschen. 

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Autor: Karol Herrmann

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