Sejad Salihovic (r.) blieb vom Punkt zwei Mal eiskalt.

Foto: © imago / Moritz Müller

Es steht der 34. Spieltag an. Die TSG Hoffenheim liegt auf einem Abstiegsplatz, der BVB hat das Champions-League-Finale vor der Brust. Während die Hoffenheimer nach einem 1:4-Debakel gegen den HSV eigentlich am Boden liegen und kaum noch eine Chance auf den Klassenerhalt sehen, will Borussia Dortmund Selbstvertrauen für Wembley tanken. Das klappte bis 15 Minuten vor Schluss auch ganz gut.

Jürgen Klopp bot eine Woche vor dem CL-Finale gegen den FC Bayern München im Londoner Wembley-Stadion seine vermeintlich beste Elf auf. Bei der TSG Hoffenheim setzte Coach Markus Gisdol damals auf Erfahrungen und nahm einen gewissen Niklas Süle, der in der Vorwoche sein Bundesligadebüt gefeiert hatte, wieder aus der Startelf.

In Anbetracht der Umstände, dass die TSG dringend einen Sieg gebraucht hätte, war man eigentlich davon ausgegangen, dass Hoffenheim in Dortmund ein kleines Feuerwerk abbrennen würde – doch komplette Fehlanzeige.

Die Kraichgauer agierten ähnlich verunsichert, wie schon in der Woche zuvor gegen den HSV. In der 6. Minute war es Robert Lewandowski, der die Hoffenheimer Lethargie früh bestrafte. Koen Casteels konnte einen Kopfball von Jakub Blaszczykowski zunächst noch stark parieren, doch dann war der heutige Bayern-Stürmer zur Stelle.

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In der Folgezeit glich die Partie erschreckenderweise einem lauen Sommerkick und die TSG durfte sich bei Casteels bedanken, dass sie nicht schon längst fix für die 2. Liga planen konnte, denn der junge Belgier hielt ein ums andere Mal herausragend.

Im zweiten Spielabschnitt bot sich dasselbe Bild: Der BVB hatte Chancen, die TSG Angst. Einziger Kritikpunkt bei den Schwarz-Gelben war, dass sie ihre zahlreichen Möglichkeiten nicht nutzten und Hoffenheim so am Leben ließen.

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Eine Viertelstunde vor Schluss gab es dann aber die komplette Kehrtwende – und zwar aus dem Nichts! Mats Hummels brachte Kevin Volland im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Jochen Drees zeigte zurecht auf den Punkt. Sejad Salihovic blieb cool und nutzte die Chance für den völlig unverdienten Ausgleich.

Ziemlich genau fünf Minuten später gab es die nächste verrückte Szene, als der eingewechselte Sven Schipplock frei vor Roman Weidenfeller auftauchte und der BVB-Keeper den Hoffenheimer Angreifer klar zu Fall brachte. Die Konsequenz: Rot und abermals Elfmeter für die TSG.

Da der BVB schon drei Mal gewechselt hatte, muss Kevin Großkreutz ins Tor. Der hatte gegen den Elfer von Salihovic keine Chance und so rettete sich die TSG Hoffenheim tatsächlich noch in die Relegation gegen den 1. FC Kaiserslautern, welche letztlich auch erfolgreich gestaltet und der Klassenerhalt im Nachsitzen gefeiert werden konnte.

Quelle: Comstats

Quelle: Comstats

Der Comunio-Star des Spiels war – wenig überraschend – Sejad Salihovic, der auf 14 Punkte kam. Aber auch Koen Casteels wurde zurecht gefeiert, er bekam die Note 1 und holte am Ende zwölf Punkte. Gerade einmal 24 Zähler holte das gesamte Team.

Auf Seiten des BVB verdiente sich nur Robert Lewandowski mit sieben Punkten eine ordentliche Bewertung. Insgesamt 17 Zähler standen am für den BVB zu Buche, der eine Woche später auf höchst tragische Art das Finale in Wembley gegen den FC Bayern verlor.

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Autor: Florian Schimak

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