Thiago könnte dem FC Bayern am Wochenende wieder zur Verfügung stehen.

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Der FC Bayern München ist eigentlich schon so gut wie Meister. 18 Punkte Vorsprung wird sich der Rekordmeister aller Voraussicht nach nicht mehr nehmen lassen – zumal jetzt auch noch Thiago Alcantara zurückkommt. Aber könnte das nicht auch ein Problem werden?

Fast drei Monate hat er nun schon wieder nicht das machen können, was er eigentlich am allerliebsten macht. Im November verletzte sich Thiago Alcantara gegen den RSC Anderlecht am Oberschenkel – die Diagnose: Sehnenanriss. Wie schon so häufig war der Mittelfeldspieler zum Zuschauen verdammt.

In dieser Zeit eilte der FC Bayern weiter von Sieg zu Sieg. Thiago wurde nicht wirklich vermisst, weil sich James Rodriguez immer besser integrierte und dem Spiel der Münchner seinen Stempel aufdrückte. Nun steht Thiago aber vor seinem Comeback, vermutlich wird er am kommenden Wochenende beim VfL Wolfsburg zum Einsatz kommen.

„Er kann noch mal ein ganz wichtiges Element in unserem Spiel sein. Es ist von großer Wichtigkeit, solch kreative Spieler zu haben. Wenn ich an Dortmund denke, wo wir 3:1 gewonnen haben, da hat er großartig gespielt“, sagte Jupp Heynckes zuletzt über den Spanier, der nun noch um sein WM-Ticket bei der spanischen Nationalmannschaft kämpft.  „Für den Spieler, für den Klub, für die WM wäre es furchtbar, wenn er eine Wiederverletzung erleidet. Er hat große Träume, einmal mit dem FC Bayern, und dann natürlich mit der spanischen Nationalmannschaft“, so Heynckes. 

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Aber ist aktuell überhaupt Platz im Bayern Mittelfeld? Ließ Heynckes seine Bayern 2013 noch im klassischen 4-2-3-1 auflaufen, so hat er sein System nun modifiziert und schickt seine Truppe in einem 4-1-4-1 oder 4-3-3 aufs Feld. Javi Martinez ist dabei der defensive Sechser, eine Art offensiver Libero. Ihn vertreten in der Regel Sebastian Rudy oder Arturo Vidal, falls der Spanier mal eine Pause benötigt. Unter Pep Guardiola hat Thiago diese Position auch schon gespielt, vor allem gegen Teams, wo man wusste, dass man exorbitant viel Ballbesitz haben wird.

Heynckes sieht Thiago eher einen Tick weiter vorne, selbst auf dem Flügel hat der Coach in dieser Spielzeit schon eingesetzt, als dem FC Bayern im Herbst die Spieler ausgingen. Thiago ist bei Heynckes also eher eine offensive Acht oder einer von zwei Zehnern. Dort, wo auch James und Thomas Müller zuletzt eingesetzt wurden. Demnach müsste also einer auf die Bank.

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Natürlich hat der FC Bayern keine typische Stammelf, wie das früher einmal der Fall war. Dafür sorgt Heynckes mit seiner Rotation. Für die Acht oder halt den offensiveren Part im Dreiermittelfeld steht neben James und Müller auch noch Corentin Tolisso Gewehr bei Fuss. Der Franzose überzeugte stets, wenn er gebraucht wurde.

Vidal müsste eigentlich unumstritten sein. Seine Comunio-Saison ist herausragend (116 Punkte, bester Mittelfeldspieler der Liga), ähnlich wie James, der nach anfänglichen Problemen inzwischen fast schon unersetzbar geworden scheint (114). Wenn man bedenkt, dass inzwischen auch Müller wieder zu seiner Form gefunden hat und immer mehr der Müller wird, der er in den letzten Jahren war, sieht es für Thiago eigentlich schlecht aus.

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Doch Jupp wäre nicht Jupp, wenn er nicht schon einen Plan hätte. Zum einen ist es durchaus möglich, dass nicht alle Mittelfeldspieler unverletzt bis zum Saisonende durchkommen, zum anderen wird Heynckes Thiago auch erst langsam wieder ins Team einbauen.

Manche Kritiker sagen, Heynckes‘ größtes „Glücksfall“ war, dass sich Toni Kroos im Saisonendspurt verletzte und so Müller in den wichtigen Spielen gesetzt war und es dadurch nicht zu Problemen in der Mannschaft kam.

Interessant wird die ganze Geschichte, wenn Leon Goretzka im kommenden Sommer noch zum FC Bayern wechselt. Daher titelte der „kicker“ zuletzt auch: „Drei sind einer zu viel“ und bildeten Goretzka, Thiago und Vidal ab. Thiagos Vertrag läuft noch bis 2021, der von Vidal, der dann 31 ist, läuft 2019 aus. Möglich, dass der Chilene die Bayern dann in Richtung London verlässt.

Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Jetzt wird es erstmal spannend sein zu sehen, wie Jupps Luxus nicht zum Problem wird.

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Autor: Florian Schimak

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