Gleich passiert es wieder: Ronaldo liefert.

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Er hat es schon wieder getan: CR7 lässt alle Comunio-Spieler verzweifeln, die bei der ewigen Entscheidung „Ronaldo oder Messi?“ die falsche Wahl getroffen haben. Und was gibt es sonst so aus Russland?

Immer dasselbe: Man muss sich im Leben ständig entscheiden. Stones oder Beatles? Becker oder Stich? Fahrrad oder Auto? Bayern oder Sechzig? Oder aber: Ronaldo oder Messi? Für Comunio-Manager, die ihr Schicksal gerne von einer teuren Führungskraft abhängig machen, stellte sich letztere Frage vor gut einer Woche und wer seine Kohle diesmal in Messi – hey, was soll gegen überschätzte Isländer, defensiv traditionell fahrige Afrikaner und bestenfalls solide Kroaten schon schief gehen? – investiert hat, dürfte sich inzwischen regelmäßig in den Schlaf weinen. Denn während Messi mal wieder im Trikot der Albiceleste verzweifelt, liefert CR7 in einer Tour. Und liefert. Und liefert. Beim Online-Essensbestellportal deiner Wahl wäre der Portugiese inzwischen unter Garantie Mitarbeiter des Monats. Immer pünktlich, immer Qualität und es dauert auch in der Regel nicht lange.

Und wo wir schon in Portugal sind… Lieber José Fonte, liebe Portugiesen, wenn eure Teamkollegen zum Jubeln bis in die Katakomben flitzen wollen, rennen Sie um Himmels Willen hinterher und verharren Sie nicht wie ein Zweitklässler vor der Sicherheit verheißenden weißen Linie. Der Schiedsrichter darf nicht in Ihrer Abwesenheit und hinter Ihrem Rücken einfach wieder anpfeifen und Ihren Torwart einem Massenansturm gegnerischer Spieler aussetzen. Lassen Sie sich nichts erzählen von wegen neue Regeln. Sonst wird der Schiedsrichter demnächst bestürmt, um den dribbelstarken Gegenspieler demnächst nach einem erfolgreichen Solo doch bitte wegen eines Schrittfehlers zu bestrafen.

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Harry Kane köpfte die Three Lions in der Schlussminute zum Sieg.

Tag fünf der Fußball-WM in Russland ist passé. In Belgien fragt man sich, wie schön Panama ist und auf der Insel feiert man seinen Striker. Und beim DFB-Team? Dort gibt's eine pädagogische Maßnahme der Nanny.

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Andersrum ist auch falsch: Während Portugiesen (und Australier) dem Gerücht aufgesessen sind, dass der Schiedsrichter einfach anpfeifen darf, wenn sich kein Spieler in der gegnerischen Hälfte befindet, haben die Iraner offenbar andere Schwierigkeiten mit den Regeln oder mindestens den üblichen Gepflogenheiten des Spiels zu haben. So ist es ausdrücklich erlaubt, die eigene Hälfte zu verlassen, gerne auch mit mehr als einem Spieler und länger als für ein paar Sekunden. Im Spiel gegen hochfavorisierte Spanier bewegten sich bis zum Gegentor alle elf Feldspieler in der Regel auf der Fläche einer größeren Terrasse. Zugegeben: Es hat lange funktioniert.

Seelische Grausamkeit des Tages: Wer gesehen hat, wie die gesamte iranische Mannschaft nebst Betreuern, Trainerstab und sonst allem, was verfügbar und laufbereit war, den vermeintlichen Ausgleich feierte, kann nur erahnen, was zeitgleich beim Public Viewing in Teheran los war. Und während die iranische Fußballwelt eskalierte, hatte der Linienrichter schon gnadenlos die Fahne gehoben. Jedem, der ein Herz hat, muss es in den Sekunden schwer geworden sein, in denen der Fernsehzuschauer schon Bescheid wusste, die völlig außer sich geratenen Sportler aber noch nicht. Die Entscheidung war natürlich korrekt. Trotzdem.

Magerkost: Auf der einen Seite Cavani, Ronaldo, Luis Suarez, Diego Costa, Isco, Iniesta, David Silva, Joao Moutinho und viel, viel offensive Qualität mehr. Auf der anderen Seite: Marokko, Saudi-Arabien und der Iran. Und dennoch reichte es in drei Spielen nur zu sauber gleichmäßig verteilten Toren für die großen Favoriten, Spanien benötigte sogar ein echtes Gurkentor zum (allerdings verdienten) Sieg. Damit wurden gestern zwei Thesen zum Sport bearbeitet. 1.: „Es gibt keine Kleinen mehr.“ scheint zu stimmen. Das alte Lebensmotto des  ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun dagegen konnte am Spieltag alles andere als verifiziert werden. Der sagte dereinst: „Fußball ist mehr als ein 1:0“. Hoffentlich heute wieder.

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Spanien gegen Iran – doch mehr als ein 1:0: Spaß beiseite. Braun meinte mit seinem Wahlspruch natürlich, dass es beim und rund um den Fußball um mehr geht, als um das Ergebnis, das Spiel an sich. Dass der ehemalige DFB-Präsident natürlich uneingeschränkt im Recht ist, zeigte sich gestern in Teheran. Dort durften Frauen zum ersten Mal seit 37 Jahren wieder in ein Stadion. Beim Public Viewing begeisterten sich Irans Fußballfans gemeinsam für ihre Nationalmannschaft. Seit 1981 ist es Frauen verboten, Fußballspiele im Stadion anzuschauen – um sie vor der „maskulinen Atmosphäre auf den Tribünen“ zu schützen. Ein kleiner Schritt in Richtung Gleichberechtigung der Frauen im Iran?

Neues von der DFB-Elf: Jogi Löw kann aufatmen, aus der Heimat kommt kompetente Hilfe vor dem überlebenswichtigen zweiten Gruppenspiel gegen Schweden. Der renommierte, hochdekorierte und mehrfach geschiedene Trainerkollege Lothar Matthäus reicht über den Boulevard seine inzwischen siebte Aufstellungsempfehlung seit dem Start der Weltmeisterschaft rein. Würde man nachzählen, käme man wahrscheinlich inklusive aller geforderter Spieler auf ein innovatives 5-4-3-3. Klingt erstmal ein bisschen viel, die Portugiesen würden es allerdings wahrscheinlich kaufen. Aber nur, wenn ein Spieler permanent neben dem Feld, auf dem Kopf oder mit Augen zu dasteht. Oder halt da, wo es die aktuelle Regel verlangt.

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