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An dieser Stelle präsentieren wir euch jede Woche einen Spieler, der noch unter dem Radar läuft und von dem in Kürze eine deutliche Marktwertsteigerung zu erwarten ist. Heute mit dem Gladbacher Jordan Beyer.

Marktwert: 3.290.000
Punkte: 11
Punkte pro Spiel: 2,75

Darum wird er unterschätzt

Jordan Beyer war 2018/19 unter Dieter Hecking einst als vielversprechender Youngster mit einigen Startelfeinsätzen in die Saison gegangen, doch die Euphorie über das vielseitige Abwehrtalent hielt nicht lange an. Außer bei seiner halbjährigen Leihe beim HSV in der 2. Bundesliga Anfang 2020 kam der heute 21-Jährige nicht mehr auf regelmäßige Einsatzzeiten.

Letzte Saison stand er für Gladbach gerade einmal 181 Minuten auf dem Platz. Mit anderen Worten: Marco Rose war nicht unbedingt sein größter Fan. In diesem Sommer stand deshalb auch ein Wechsel im Raum, der SV Werder Bremen zeigte sich sehr interessiert. Es wäre die letzte Möglichkeit gewesen, eine Ablösesumme für Beyer zu erzielen, dessen Vertrag 2022 ausläuft. 


Das macht ihn so stark

Zunächst einmal: In vier der letzten fünf Spiele stand Jordan Beyer über die vollen 90 Minuten auf dem Platz, alleine gegen Dortmund vertraute Adi Hütter lieber auf die Erfahrung von Tony Jantschke. Doch ein Blick in die Daten reicht, um zu verstehen, warum Beyer derzeit der größte Profiteur von der Gladbacher Umstellung auf Dreierkette ist:

Zum einen ist da die Geschwindigkeit: Beyer ist mit 33,5 km/h deutlich schneller unterwegs als etwa Ginter und Jantschke. Hinzu kommt sein Zweikampfverhalten. So hat Beyer bei Gladbach offenbar nicht nur die Aufgabe, als erstes Glied der Dreierkette auf die angreifenden Gegner draufzugehen, er hat dabei auch eine sehr gute Erfolgsquote. Während Elvedi meist Zweikämpfe im sehr niedrigen zweistelligen Bereich führt und Ginter oft sogar nur auf eine einstellige Zahl an Duellen binnen 90 Minuten kommt, sind es bei Beyer nicht selten 25 bis 30 geführte Zweikämpfe. Für diese hohe Anzahl lieferte er gegen Union (68%) und gegen Bielefeld (78%) absolut herausragende Erfolgsquoten, gegen Wolfsburg waren es immerhin noch gute 58 Prozent. 

Daneben ist Beyer aber auch enorm aktiv: Gegen Bielefeld und Union kam er jeweils auf über 100 Ballbesitzphasen und hatte in diesen Partien auch noch eine Passquote von rund 90 Prozent, was sehr gut ist. Gegen Bielefeld brachte er sogar überirdische 97 Prozent seiner Zuspiele zum Mann. 

Nun darf Beyer, um auch nach Punkten ein richtiges Comunio-Monster zu werden, in der Offensive sicher noch eine Schippe drauflegen. Kopfballstark ist er in jedem Fall, mehr als zwei Torschüsse (beide gegen Wolfsburg) sprangen bisher aber noch nicht heraus. 

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Dieses Potenzial hat er

Adi Hütter ist ein Verfechter der Dreierkette, das wir wissen wir aus Frankfurter Zeiten. Und nun stülpt er seine Systemidee auch den Gladbachern über, die über Jahre hinweg eine Viererkette gespielt haben, aus der Matthias Ginter und Nico Elvedi in der Innenverteidigung nicht wegzudenken waren. Das sind sie auch heute nicht, aber Beyer findet hier nun den zusätzlich geschaffenen Platz – wahlweise auf der linken oder auf der rechten Seite – und nutzt seine Chance. 

Weil Gladbach zuletzt mit Dortmund und Wolfsburg zwei Konkurrenten auf Augenhöhe geschlagen hat, gibt es auch nicht viel Grund, etwas an diesem Erfolgskonzept zu ändern. Beyer scheint der perfekte Nebenmann für Ginter und Elvedi zu sein, weil er ihnen viele Zweikämpfe abnimmt und im Zweifelsfall mit seiner Geschwindigkeit mehr Fehler ausbügeln kann als Tony Jantschke. 

Wir haben hier also einen potenziellen Gladbacher Stammspieler, der beim aktuellen hohen Marktwertniveau ein Schnäppchen ist. Beyer bringt durch die bereits beschriebenen Attribute so viel Potenzial für einen guten Sofascore mit. Und er kommt ja nicht aus dem Nichts: Seit der U16 verteidigt er in allen Nationalmannschaften bis jetzt zur U21 für Deutschland. In dieser Saison spielt er nicht nur um einen neuen Vertrag, es wird es sich auch zeigen, ob er Matthias Ginter beerben kann, der nächstes Jahr wohl gehen wird. Aktuell hat er bei beiden Vorhaben gute Karten. 

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Autor: Karol Herrmann

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