Wohl keine Bundesliga-Mannschaft verfügt momentan über einen derart spannenden Unterbau wie der FC Schalke 04. Gelingt in den nächsten Jahren der Sprung an die Spitze?

Manchmal kann es fruchtbar sein, dem natürlichen Feind in gewisser Weise nachzuahmen. Als Jürgen Klopp 2008 den schlafenden Riesen Borussia Dortmund übernahm, war nicht abzusehen, dass eine einmalige Erfolgsgeschichte den Klub innerhalb weniger Jahre in die Beletage des deutschen und europäischen Fußballs hieven würde.

Vor allem das Wie beeindruckt bis zum heutigen Tag. Aus der finanziellen Not heraus formte der BVB ein Team aus jungen Wilden, das sich stetig entwickelte und den FC Bayern München zeitweise in die Schranken wies.

Für den FC Schalke kann der Umstand des BVB-Aufstiegs als Vorbild dienen: Der Traum, nach über fünf Dekaden wieder eine deutsche Meisterschaft an den Ernst-Kuzorra-Weg zu holen, erscheint in Anbetracht des Spielermaterials und des Nachwuchses nicht unrealistisch – der Kampf um den Platz hinter dem FC Bayern hat längst begonnen.

Die Torwartposition

Natürlich ist es schwer, den Abgang des womöglich besten Keepers der Welt zu kompensieren. Doch nach einer Zeit der ständigen Wechsel ist mittlerweile angenehme Ruhe auf der Torhüter-Position eingekehrt. Ralf Fährmann ist die klare Nummer eins der Schalker und das aufgrund der zum Teil überragenden Leistungen auch völlig zu Recht. Für rund zwei Millionen Euro für Comunio-Manager vergleichsweise teuer, doch wer ihn kauft, bekommt einfach Qualität. Fährmann sammelt 5,28 Punkte pro Partie, bislang noch ohne negative Zähler.

Die Verteidigung

Das Verletzungspech der Schalker trifft vor allem den hinteren Mannschaftsteil. Mit Höwedes, Uchida, Aogo, Fuchs und Santana fehlt viel Qualität und Erfahrung. Doch ist dieses Faktum vielleicht eine riesige Chance?

Auch am vergangenen Spieltag setzte der FC Schalke infolge der vielen Ausfälle auf einen Bubi-Riegel. Joel Matip (22 Jahre) und Kaan Ayhan (19 Jahre) bildeten die Innenverteidigung, zudem spielte Sead Kolasinac (20 Jahre) in der Kette. Ähnlich begann Borussia Dortmund 2008, als Klopp Mats Hummels und Neven Subotic vertraute und sie durch frühzeitige Spielpraxis zu den besten Abwehrspielern der Liga formte. Dazu verfügen die Königsblauen noch über Kyriakos Papadopoulos, der mit seinen 22 Lenzen ebenfalls erst am Beginn seiner Karriere steht.

Macht es aus Comunio-Sicht Sinn, auf die Youngster zu setzen? Ayhan ist mit zwei Millionen Euro ein Schnäppchen – zehn Punkte aus sechs bewerteten Einsätzen bringen Manager aber nicht wirklich weiter. Ein bisschen besser sieht es hingegen bei Joel Matip aus. 68 Zähler, dazu ein Marktwert von 3,78 Millionen Euro – dabei überzeugt er mit 20 Punkten aus den letzten vier Partien.

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Das Mittelfeld

Ähnlich wie im Abwehrbereich verfügen die Knappen auch im Zentrum über hoch talentierte Spieler. Leon Goretzka scheint sich an das Niveau der Bundesliga gewöhnt zu haben – 24 Comunio-Zähler aus den letzten vier Bundesliga-Spielen unterstreichen dieses Faktum.

Auch Max Meyer gelang in der laufenden Spielzeit der Durchbruch. Der 18-Jährige kommt bei 18 bewerteten Einsätzen auf 86 Punkte, zudem weist er mit sechs Millionen Euro ein durchaus attraktives Preis-Leistungsverhältnis auf. Julian Draxler erscheint in diesem Zusammenhang schon wie ein alter Hase, obwohl auch er erst 20 Jahre auf dem Buckel hat.

Über allen steht natürlich Kevin-Prince Boateng, der eine gute erste Saison bei den Knappen spielt und Fixpunkt der Mannschaft ist. Seine Comunio-Stats: 91 Punkte und sieben Millionen Euro Marktwert.

Doch auch im Mittelfeld plagt sich der FC Schalke 04 mit Verletzungen herum. Marco Höger, Jan Kirchhoff, Christian Clemens und Jefferson Farfan stehen nicht zur Verfügung. Bei voller Kapelle muss Coach Jens Keller durchaus unangenehme Entscheidungen treffen.

Der Angriff

Alles steht und fällt mit Klaas-Jan Huntelaar. Der Niederländer ist nach seiner Verletzung schnell wieder in Tritt gekommen: Neun Tore seit dem Rückrundenbeginn sind ein absoluter Top-Wert. Doch ist die Abhängigkeit auch ein richtiges Problem. Adam Szalai traf in der laufenden Saison sechsmal- gemessen an den Einsätzen (25) und den königsblauen Ansprüchen sicherlich zu wenig.

Doch aus dem Unterbau drängt ein Angriffstalent in den Kader. Donis Avdijaj, 17 Jahre, netzte in der U-19-Bundesliga West bislang 17-Mal. Die Schalker haben bereits eine Ablöse für ihr Juwel festgelegt: schlappe 49 Millionen Euro…

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Autor: Sebastian Schramm

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