In dieser Woche entscheidet sich, welche Mannschaften ins DFB-Pokal-Achtelfinale einziehen. Auf die Bundesligisten warten zum Teil harte Brocken – Bielefeld droht Bayer Leverkusen mit unangenehmen „Nebenwirkungen“.  

 

Arminia Bielefeld – Bayer 04 Leverkusen
(Anstoß: 20.30 Uhr)

„Mögliche Risiken und Nebenwirkungen: Unangenehmes Ausscheiden“ – mit diesem Spruch auf großformatigen Werbeplakaten wirbt Arminia Bielefeld für die Pokal-Begegnung am Dienstag gegen die Bayer-Werkself. Man sieht: Der wieder erstarkte Zweitliga-Aufsteiger will Gegner Leverkusen schon im Vorfeld des Spiels ein wenig pieksen – von Ehrfurcht ist weit und breit keine Spur. Selbstvertrauen schöpfen die Ostwestfalen aus dem Liga-Betrieb: Mit 14 Punkten aus acht Spielen steht Bielefeld auf Platz drei und stellt mit 15 Toren ganz nebenbei auch noch den besten Sturm der Liga!

Schon im letzten Jahr trafen Bielefeld und Leverkusen in der zweiten Pokalrunde aufeinander – Leverkusen entschied das Spiel nach Verlängerung mit 3:2 für sich. Bielefelds Trainer Stefan Krämer kann bei der diesjährigen Revanche personell beinahe aus dem Vollen schöpfen, nur die verletzten Oliver Petersch und Dennis Riemer fallen weiterhin aus. Der torgefährliche Sebastian Hille, der im Spiel gegen Sandhausen (2:1) am letzten Spieltag angeschlagen ausgewechselt wurde, wird voraussichtlich spielen können.

Hyypiä wird rotieren
Bayer Leverkusen wird sich von der Bielefelder Frotzelei kaum beeindrucken lassen, immerhin steht die Werkself nach sechs Spieltagen in der Bundesliga mit 15 Punkten auf Platz drei der Tabelle – je einen Punkt besser sind nur Borussia Dortmund und Bayern München. Dickster Trumpf der Leverkusener: Stürmer Stefan Kießling. Der 29-Jährige hört einfach nicht auf zu treffen – in bisher sechs Ligaspielen schoss er selbst fünf Tore und legte drei weitere auf. Beim 6:1-Erstrundensieg im DFB-Pokal gegen Lippstadt 08 steuerte Kießling zwei Tore bei.

Bayer-Trainer Sami Hyypiä kündigte in der Pressekonferenz vor dem Spiel bereits an, rotieren zu wollen: „Es ist immer wichtig, dass ich elf frische Spieler auf dem Platz stehen habe. Meine Aufgabe als Trainer ist es, den Spielern auch mal eine Pause zu geben, wenn sie sie brauchen“, zitiert ihn die offizielle Bayer-04-Website. Zu genaueren Personalien wollte sich Hyypiä aber noch nicht äußern. Sicher verzichten muss Leverkusen auf die angeschlagenen Jens Hegeler und Gonzalo Castro.

 

TSV 1860 München – Borussia Dortmund
(Anstoß: 19 Uhr)

Rotation ist zwar nicht immer schön, bei dem straffen Programm der Dortmunder mit Champions League, Bundesliga und Pokal aber unerlässlich – so äußerte sich BVB-Coach Jürgen Klopp vor dem Bundesliga-Spiel gegen den 1.FC Nürnberg (1:1) am letzten Spieltag sinngemäß. Gegen Nürnberg hatte „Kloppo“ ohne Nuri Sahin, Henrikh Mkhitaryan und Robert Lewandowski angefangen und stattdessen die „Grünschnäbel“ Marvin Ducksch (19) im Sturm und Erik Durm (21) auf der rechten Verteidigerseite gebracht. Kevin Großkreutz war dafür ins Mittelfeld vorgerückt.

Ob Klopp in der vermutlich ausverkauften Allianz-Arena wieder seine erste Garde antreten lässt, wird sich zeigen – erholt genug dürften die erschöpften Kicker jetzt jedenfalls sein. Auch Mats Hummels könnte nach seiner Ischias-Verletzung aus dem Champions-League-Spiel gegen den SSC Neapel wieder in die Startaufstellung rücken; am Wochenende kam er zwar nicht zum Einsatz, absolvierte aber leichtes Lauftraining. Größere Fragezeichen stehen dagegen noch hinter Marco Reus und Marcel Schmelzer, beide waren gegen Nürnberg zur Halbzeit angeschlagen in der Kabine geblieben. Immer noch fehlen den Dortmundern die länger verletzten Lukas Pisczek, Ilkay Gündogan und Sebastian Kehl.

Löwen ohne Kapitän Guillermo
Der Gegner, Zweitligist TSV 1860 München, ist eine schwer zu knackende Nuss. In der Liga hinken die Löwen den hohen Erwartungen zwar etwas hinterher, mit gerade mal sieben Gegentoren aus acht Spielen gehört aber zumindest die Defensive zur Ligaspitze. Mit dem Angriff dürfte Coach Friedhelm Funkel bei nur acht geschossenen Toren derweil nicht zufrieden sein. Etwas untypisch ist deswegen auch das Ergebnis vom letzten Wochenende: mit 3:1 fegten die Löwen Erzgebirge Aue vom Feld – das bringt Rückenwind für den Pokal! Derzeit lauert 1860 auf Platz fünf in der Liga, die Mannschaften auf den Plätzen zwei bis vier haben aber nur jeweils einen Punkt mehr auf dem Konto.

Gegen Dortmund muss Funkel auf Verteidiger und Mannschaftskapitän Vallori Guillermo verzichten, der im Pokal noch eine Sperre absitzt, die ihm im vergangenen Dezember im DFB-Pokal-Achtelfinale beim VfL Bochum aufgebrummt wurde. Für ihn wird wohl Christopher Schindler von der Außenverteidiger-Position nach innen rücken. Daniel Bierofka fällt mit einem Sehnenanriss aus dem Spiel gegen den VfR Aalen am 7. Spieltag voraussichtlich noch bis Anfang 2014 aus.

 

Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth
(Anstoß: 20.30 Uhr)

Der Hamburger Sportverein taumelt nicht nur, er wankt – und das gewaltig! Und was in der Tabelle wie „nur“ ein Fehlstart aussieht, entpuppt sich beim Bundesliga-Dino als tief schürfende Sinnkrise. Nicht nur, dass Hamburg mit müden vier Punkten aus sechs Spielen auf Tabellenplatz 16 steht und mit 17 (!) Gegentoren die mit Abstand schlechteste Abwehr der Liga stellt. Nicht nur, dass der HSV am letzten Spieltag das Nordderby gegen Bremen klar mit 0:2 verlor. Auch sonst stimmt in Hamburg zurzeit einfach gar nichts! Trainer Thorsten Fink: entlassen. Interimstrainer Rodolfo Cardoso: keine Verbesserung. Investor Klaus-Michael Kühne: nörgelt, mischt sich ein, zündet Störfeuer. Sport-Chef Oliver Kreuzer: platzt der Kragen.

Nicht die allerbesten Voraussetzungen, um am Dienstag um den Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale zu kämpfen. Zumal dem Trainer mit Diekmeier, Rajkovic, Ilicevic, Kacar, Rincon und Tesche sechs Spieler verletzt fehlen. Und weil der neue Trainer, Bert van Marwijk, mittlerweile zwar ein gültiges Arbeitspapier besitzt, gegen Fürth aber noch nicht auf der Bank sitzen soll, um nicht noch mehr Unruhe in die Mannschaft zu bringen. Beim Spiel am Dienstagabend wird also weiterhin Cardoso das Team aufstellen – zum vorläufig letzten Mal.

Greuther Fürth mit Rückenwind
Entschieden besser läuft es bei der Spielvereinigung Greuther Fürth. 17 Punkte aus acht Spielen, fünf Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage, 13:7 Tore, Tabellenplatz eins! Und im Rücken der frische Wind des 4:2-Auswärtssiegs gegen Union Berlin am letzten Spieltag in der zweiten Bundesliga. Da verschwimmt trotz der Liga-Zugehörigkeiten beider Konkurrenten ein wenig die Hierarchie – wer ist hier nun eigentlich der Favorit?

Die Fürther müssen in Hamburg auf Sebastian Tyrala, Nikola Djurdjic und Ognjen Mudrinski verzichten, der Rest des Kaders steht Coach Frank Kramer zur Verfügung. In Reihen der Fürther wissen vor allem zwei Neuzugänge sehr genau, wo das Tor steht: Sowohl Goran Sukalo als auch Tom Weilandt haben in dieser Saison schon dreimal ins Schwarze getroffen. Bei Union Berlin trafen zuletzt beide. Zudem tat sich Flügel-Flitzer Zoltan Stieber an der Alten Försterei mit einem Doppelpack hervor.

 

Die restlichen Dienstags-Spiele im Überblick:

Preußen Münster – FC Augsburg

SC Wiedenbrück – SV Sandhausen

VfL Wolfsburg – VfR Aalen

TSG 1899 Hoffenheim – Energie Cottbus

Mainz 05 – 1. FC Köln

Autor: Marcus Erberich

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