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Der 24-Jährige Belgier soll also nicht weniger, als Pierre-Emerick Aubameyang beim BVB ersetzen.  Aber geht das überhaupt? Batshuayi im Comunio-Check.

Position: Michy Batshuayi ist ein klassischer Mittelstürmer, eine inzwischen durchaus rare Spezies auf dem Transfermarkt. Er ist reaktionsschnell, beidfüßig, technisch versiert, hat einen guten Antritt und weiß auch, wo das Tor steht. Mit seinen 1,85 Metern ist er ähnlich groß wie Pierre-Emerick Aubameyang, bringt aber einen deutlich robusteren Körperbau mit. In seltenen Fällen wurde der Belgier auch schon als hängende Spitze eingesetzt, doch in Dortmund braucht man ihn natürlich als klassischen Neuner.

Bisherige Karriere: Bei Standard Lüttich wurde Batshuayi mit 17 Jahren zum Profi, erlangte durch seine 23 Pflichtspieltreffer in der Saison 2013/14 internationale Aufmerksamkeit. So soll sich der BVB Gerüchten zufolge schon damals für ihn interessiert haben, es zog ihn aber zunächst für zwei Jahre in die Ligue 1 zu Olympique Marseille. Dort wurde er 2015/16 mit 17 Toren viertbester Schütze – hinter namhaften Spielern wie Zlatan Ibrahimovic, Alexandre Lacazette und Edinson Cavani.

Und so wunderte es nicht, dass sich der FC Chelsea die Dienste Batshuayis sicherte. Ablösesumme: 39 Millionen. Doch in London kam der Karriereknick: Auch im zweiten Jahr reichte es für ihn nur zum Edel-Joker, obwohl er das entscheidende Tor zu Meisterschaft der Blues im vergangenen Jahr erzielte. An Diego Costa und Alvaro Morata kam er nicht vorbei, im Zweifel stellte Trainer Conte sogar eher Eden Hazard auf der Mittelstürmer-Position auf.

International hat Batshuayi seine Torgefährlichkeit schon in der Champions- und Europa-League unter Beweis gestellt, ist seit 2015 außerdem hin und wieder in der stark besetzten belgischen Nationalmannschaft zu finden. Und um sich hier die Chancen für die WM in Russland zu wahren, geht Batshuayi nun den Schritt zum BVB.

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Einstiegsmarktwert: Mit 12 Mio. reiht sich der Neuzugang gleich mal im Konzert der ganz Großen ein, ist damit nach Lewandowski, Bailey und James direkt der viertteuerste Spieler und damit deutlich mehr wert als ein Timo Werner oder ein Thomas Müller.

Situation: Batshuayi ist gekommen, um kurzfristig und unmittelbar Toptorjäger Aubameyang zu ersetzen, was man etwa Alexander Isak, dem einzigen wirklichen Konkurrenten im Sturmzentrum, nicht zutraut. Sein Stammplatz ist ihm praktisch sicher. Dass er gut in Form ist, hat er noch am Wochenende mit zwei Toren im FA Cup gegen Newcastle United nachgewiesen. Und trotz seiner recht geringen Einsatzzeit kommt der Belgier in der Premier League eine sehr gute Torquote, traf im Schnitt alle 84 Minuten.

Probleme könnte es schon eher außerhalb des Platzes geben, denn „Batsman“, wie er auch genannt wird, fällt schon mal als Exzentriker auf, wurde beispielsweise aus der Nachwuchsakademie des RSC Anderlecht geworfen und von der belgischen U21 suspendiert. Sein ehemaliger Mitspieler und Ex-Gladbach-Stürmer Igor de Camargo sagte einst: „Er kann der beste Stürmer von allen sein, wenn er will, was nicht immer der Fall ist“. Aber was wäre ein Aubameyang-Nachfolger schon ohne Eskapaden?

Marktwertpotenzial: Schnell zugreifen, denn es geht hier trotz des hohen Einstiegsmarktwerts noch einmal deutlich nach oben. Das ließ sich zuletzt immer wieder bei Dortmunder Neuzugängen beobachten. Andrey Yarmolenko war im Sommer etwa kurzzeitig teuerster Comunio-Spieler. Nunja. Vor allem aber werden jetzt viele Manager, die zuvor auf Aubameyang gesetzt haben, ihre freigewordenen Millionen auf der Suche nach adäquatem Ersatz in den Belgier investieren. Ob Batshuayi diesen Wert auch auf den Platz bringt, ist indes eine andere Frage.

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Autor: Karol Herrmann

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