Arnold Bruggink von Hannover 96

Foto: © picture alliance / dpa
Zwischen 2006 und 2010 hatte Hannover 96 einen ganz besonderen Spieler in seinen Reihen. Ein Phantom, das scheinbar immer erst nach der Winterpause erschien – dann jedoch in voller Pracht. Comunio-History!

Aus dem Archiv: 4. Juni 2016

Im Sommer 2006 wechselte ein gewisser Arnold Bruggink vom SC Heerenveen in die Bundesliga. Damals war der Niederländer bereits 29 Jahre alt, ein gestandener Spieler, der den Niedersachsen sofort weiterhelfen sollte. Es dauerte jedoch ein halbes Jahr, ehe Bruggink einschlug. Denn Hinrunden waren überhaupt nichts für ihn.

2006/07
Hinrunde: 2 Punkte
Rückrunde: 64 Punkte

In die Saison 2006/07 kam Bruggink überhaupt nicht gut. Die ersten fünf Spiele bestritt er von Beginn an, enttäuschte jedoch stets und wurde viermal ausgewechselt. -8 Punkte bei keiner positiven Bewertung.

In der Folge rutschte der Spielmacher mehrmals aus der Startelf, sicherte sich seinen Platz jedoch in der zweiten Hinrundenhälfte wieder, ohne zu glänzen. Auch aus der Winterpause kam Bruggink in mäßiger Verfassung – bis zum 23. Spieltag.

Gegen den BVB wurde er nach 66 Minuten eingewechselt und markierte in kürzester Zeit das 3:0 und 4:0, seine ersten Tore in der Bundesliga. Seine Hochphase folgte schließlich im April: vier Tore in fünf Spielen, alle vier zu einer 1:0-Führung. Alleine in diesem Zeitraum generierte Bruggink 44 Comunio-Punkte.


2007/08
Hinrunde: -2 Punkte
Rückrunde: 66 Punkte

Wer dachte, Bruggink würde nach dieser Rückrunde weitermachen, wo er aufgehört hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. In seinen ersten fünf Einsätzen 2007/08 fuhr der zweimalige Nationalspieler viermal Minuspunkte ein. Sein erstes Saisontor folgte erst am 22. Spieltag.

Gegen Nürnberg gelang Bruggink abermals der Führungstreffer – wie später auch gegen Dortmund, Schalke und Cottbus. Erneut erzielte der Offensivmann sechs Rückrundentore, erneut sammelte er nach der Winterpause 66 Comunio-Punkte. Diese Diskrepanz zwischen den Halbserien ist nicht zu toppen, oder? Doch!

 

2008/09
Hinrunde: -10 Punkte
Rückrunde: 72 Punkte

Die Hinrunde 2008/09 wurde zu Brugginks schlechtestem halbem Jahr im Dress der 96er. Erst verletzte sich der damals 31-Jährige und fiel drei Spiele lang aus, dann sah er beim 2:5 gegen Hoffenheim die Rote Karte und wurde für drei Spiele gesperrt. Es sollte sein einziger Platzverweis in der Bundesliga bleiben.

Auf die schlechteste Hinrunde folgte die beste Rückrunde. Im Vergleich zu den Vorjahren drehte Bruggink weiter auf, steuerte neben fünf eigenen Treffern ganze zehn Torvorlagen bei. Fun Fact: Drei seiner fünf Tore waren abermals Dosenöffner zum 1:0.

Das Highlight der Saison setzte Bruggink wieder einmal gegen Borussia Dortmund. Beim spektakulären 4:4 am 24. Spieltag kam Hannover zweimal von einem 0:2-Rückstand zurück, wobei Bruggink an den ersten drei Treffern der Niedersachsen beteiligt war. Ein Tor, zwei Assists, 14 Comunio-Punkte.

2009/10
Hinrunde: 26 Punkte
Rückrunde: 20 Punkte

Brugginks letzte Saison im Dress des diesjährigen Absteigers war zugleich die schwerste. Am 10. November 2009 nahm sich sein Teamkollege Robert Enke das Leben. In der Folge rutschte der Verein sportlich ab, verlor elf der ersten zwölf Spiele nach Enkes Tod.

Von Platz zehn schlitterte Hannover auf einen Abstiegsplatz. Erst Mitte der Rückrunde konnte sich die Mannschaft unter Mirko Slomka stabilisieren, gewann zwischen dem 25. und dem 32. Spieltag drei Partien, wobei Bruggink jeweils nur eingewechselt wurde. Diesmal war die Rückrunde lange für die Katz, Brugginks Stunde schlug ganz zum Schluss.

Nach dem 32. Spieltag stand 96 auf Platz 17, einen Zähler hinter Bochum und Nürnberg. Das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde zur Befreiung: 6:1-Sieg, Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz. Bruggink traf diesmal zum Endstand.

Im Saisonfinale, Brugginks letztem Bundesliga-Spiel, kam es zum Showdown in Bochum. Hannover gewann mit 3:0 und sicherte Platz 15 ab – und damit den Klassenerhalt. Wer in der 9. Minute das 1:0 erzielte? Dürft ihr selbst erraten.