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Fortuna Düsseldorf ist souverän aufgestiegen und wurde dennoch vor der Saison 2018/19 von vielen als sicherer Abstiegskandidat gehandelt. Nach drei Spieltagen – einem Unentschieden gegen Leipzig und einem Sieg gegen Hoffenheim – stehen die Fortunen ein wenig überraschend auf Platz 8. Kann der Aufsteiger diesen Aufwind nutzen oder sieht die Zukunft schon düsterer aus?

In unserem Panel zum Comunio-Start haben sich auch einige von uns darauf festgelegt, dass die Fortuna um den Abstieg mitspielt. „Es fehlt an Substanz“, „sie gehören auf dem Papier zu den schwächsten Teams“ und „die Qualität reicht nicht für die Bundesliga“ gehörten zu gern gewählten Floskeln. Nach drei Spieltagen scheint es nun, als wolle die Truppe um Trainer Friedhelm Funkel es allen Kritikern so richtig zeigen. Mit Hoffenheim und Leipzig hat man seine Punkte bisher nicht unbedingt gegen kleine Gegner geholt, die man schon vor Anpfiff als „eingerechnet“ ad acta legen konnte. Doch kann in einer so frühen Phase schon ein Urteil gefällt werden und woher kommt dieser ungeahnte Aufwind?

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Talent im Aufwind: Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC

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Underdog Düsseldorf erinnert sich gut an die Saison 2012/13

Der Vorteil eines Aufsteigers, der zur neuen Saison als Absteiger Nummer 1 gehandelt wird, ist, dass er eigentlich nur gewinnen kann. Entweder sie spielen ein Jahr in der Bundesliga und sammeln wertvolle Erfahrung in der obersten deutschen Spielklasse oder sie landen den großen Coup und schaffen den überraschenden Klassenerhalt – das beste hier zu erwähnende Beispiel ist vermutlich der SV Darmstadt 98, der 2015 in die erste Liga aufgestiegen ist und unter Dirk Schuster als Tabellen-14. die Klasse gehalten hat. Doch die Düsseldorfer werden gewiss nicht den Fehler machen, nach drei Spielen und vier Punkten von der Europa League oder der Meisterschaft zu träumen. Schließlich erinnern sich die Anhänger sicher noch zu gut an die Abstiegssaison 2012/13, als man zur Winterpause 21 Punkte auf dem Konto hatte.

Vier Punkte gegen Leipzig und Hoffenheim machen Mut

Trotz aller schlechter Vorzeichen machen die Spiele gegen Leipzig und Hoffenheim Mut, auch die Niederlage gegen Augsburg am ersten Spieltag war vermeidbar gewesen. Düsseldorf kann die Klasse nur halten, wenn sie ihre ganze Leidenschaft in jedes einzelne Spiel werfen. Ein Beispiel für die gelebte Leidenschaft ist (Vize-)Kapitän Adam Bodzek, der die ersten zwei Spieltage aufgrund eines Rippenbruchs noch fehlte. Er gab keinen Ball verloren, gewann wichtige Kopfbälle und lief, als wäre er nie weggewesen. Düsseldorf ist keinesfalls eine Mannschaft, die (nur) über das Spielerische kommt.

Dies untermauert auch ein Blick auf die Comstats: Mit Zimmermann (19), Rensing (16) und Ayhan (12) sind drei Defensive punktbeste Düsseldorfer. Eine grundsolide, sichere Abwehr in Kombination mit der gelebten Leidenschaft sind der Schlüssel zum Erfolg des Aufsteigers. Doch auch in der Offensive ist die Funkel-Truppe nominell nicht ganz so schlecht aufgestellt: Marvin Ducksch ist ein fleißiger Arbeiter an vorderster Front, der mit ein wenig mehr Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor noch richtig wichtig für die Fortunen werden kann – der Torschützenkönig der 2. Bundesliga der abgelaufenen Saison hat noch ein wenig Ladehemmung, hat aber das Vertrauen des Trainers. Auch Rouwen Hennings und Takashi Usami haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie an guten Tagen für enorm wichtige Tore verantwortlich sein können.

Wer waren in der letzten Saison die besten Düsseldorfer?

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Platz 10: Marcel Sobottka (6,96)

Die nächsten Gegner: Stuttgart, Leverkusen, Nürnberg

Als nächstes muss die Fortuna im Freitagabendspiel zum VfB Stuttgart. Die Schwaben sind etwas schlechter in die Saison gekommen, aus drei Spielen gab es nur einen Punkt. Am 5. Spieltag geht es dann am kommenden Mittwoch gegen Leverkusen, die nach der bärenstarken Saison 2017/18 nach drei Spieltagen der neuen Saison noch bei 0 Zählern stehen. Von der aktuellen Form können sich die Fortunen also schon etwas ausrechnen – auf dem Papier haben jedoch beide Gegner Vorteile gegenüber Düsseldorf. Anders sieht es beim Gegner am sechsten Spieltag aus: Gegen Nürnberg gab es zuletzt in der zweiten Liga eine 0:2-Niederlage daheim in Düsseldorf und einen 3:2-Sieg in Nürnberg. Jetzt treffen die beiden Aufsteiger in Nürnberg aufeinander – ein gutes Omen? Vielleicht ja schon.

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Autor: Markus Teschner

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