Foto: © Eintracht Frankfurt
Frankfurt hat sich mit Ali Akman eines der größten türkischen Talente geschnappt. Doch der Wechsel verlief nicht reibungslos. Kann der 19-Jährige schon durchstarten?

Position

Ali Akman ist ein Mittelstürmer vom Format „falsche Neun“. Mit 1,73 Metern ist er alles andere als eine Kante, dafür aber dementsprechend trickreich unterwegs. Dennoch ist Akman ein Vollstrecker, der sogar schon Kopfballtore erzielt hat. Er kann dank seiner Schnelligkeit auch als Außenstürmer agieren oder als einer der beiden Halbstürmer, die Frankfurt zuletzt oft aufgeboten hatte.

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Bisherige Karriere

Akman ist in Bursa geboren und hat dort bei Bursaspor den Sprung aus der Jugend heraus zum absoluten Leistungsträger geschafft. Fairerweise muss man dazu sagen: Der türkische Meister von 2010 spielt seit 2019 in der zweiten Liga, und erst dann schaffte Akman den Sprung zu den Profis. 

War er in der ersten Saison noch Joker mit verhältnismäßig wenigen Einsatzminuten, ging er 2020/21 durch die Decke. In 18 Spielen traf er zehnmal und steuerte drei Vorlagen bei. Ein Treffer war dabei sehenswerter als der andere. Als Eintracht Frankfurt Ende Januar den Transfer zum Sommer 2021 eintütete, geschah es jedoch. Bursaspor empfand den ablösefreien Wechsel seines Talents „unethisch“ und suspendierte den Stürmer sofort. Die Konsequenz: Akman löste den Vertrag bei den Türken auf und trainierte bereits seit März bei der Eintracht mit. Der einstige Aufstiegsaspirant Bursaspor hingegen verschwand ohne seinen Top-Stürmer im grauen Mittelfeld der Liga. 

Dass Akman ein Riesentalent ist, zeigt auch seine Statistik in Sachen Länderspielen: 42 Mal hat er für türkische U-Nationalmannschaften gespielt (derzeit U21) und dabei 20 Treffer erzielt. 

Einstiegsmarktwert

Akman ist mit zwei Millionen schon teurer als die Frankfurter Rückkehrer Gonzalo Paciencia und Dejan Joveljic. Aktuell legt er pro Tag etwa 150.000 zu. Das kann sich sehen lassen.

Situation

Keiner kann sagen, wie die Frankfurter Offensive 2021/22 wirklich aussieht. Bleiben Silva und Kostic? Was passiert mit Spielern wie Goncalo Paciencia oder Dejan Joveljic, die zuletzt ausgeliehen waren? Kommt Ragnar Ache in seinem zweiten Jahr an. Welche Rolle spielt bereits das spanische Riesentalent Fabio Blanco? Und welchem System mit welchen Spielern wird der neue Coach Oliver Glasner vertrauen? Fakt is leider auch: Akman ist ein Bobic-Transfer und der leitet fortan die Geschicke von Hertha BSC.


Dafür gibt es aber auch einige Vorteile: Akman trainiert bereits seit März in Frankfurt mit. Das dürfte ihm unheimlich helfen, die Eingewöhnungszeit zu reduzieren, denn der Sprung von der türkischen zweiten Liga in die Bundesliga ist hoch. Ein Spieler wie Akman dürfte, obwohl er ein technischer Zauberfuß ist, taktisch noch nicht auf dem Niveau sein, was er für die Bundesliga braucht. 

In Deutschland ist die „falsche Neun“ außerdem spätestens seit Lucien Favre Geschichte. Das dürfte nicht die Position für Akman sein. Vielmehr wird er wohl als Halbstürmer agieren und deshalb am ehesten in Konkurrenz zu Amin Younes, Daichi Kamada oder Aymen Barkok stehen. Und da sollte klar sein: Mehr als die Jokerrolle wird zu Beginn nicht drin sein. 

Marktwertentwicklung

Die Türkei hat zwar aktuell nicht ihrer beste fußballerische Phase, dennoch wurde Fredi Bobic bei der Verpflichtung wie folgt zitiert: „Mit Ali Akman haben wir eines der größten Talente im türkischen Fußball für uns gewinnen können. Er ist ein Spieler, den wir in den nächsten Jahren aufbauen und entwickeln möchten.“ Es braucht also alles noch ein bisschen Zeit. Grundsätzlich hat dieser Spieler aber zumindest alles im Repertoire, um richtig viel Spaß zu machen. Wenn es Glasner gelingt, diesen Rohdiamanten zu schleifen, kann nach einem Eingewöhnungsjahr hier durchaus ein großer Spieler heranwachsen. In 2021 sollten wir aber spätestens nach Spieltag 1 keinen Marktwert mehr erwarten, der jenseits der zwei Millionen ist. 

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Autor: Karol Herrmann

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