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Gideon Jung? Kennen wir. Im besten Fußballer-Alter steckt der ewige HSVer aber in einer persönlichen Krise und will nun ausgerechnet eine Liga höher durchstarten. Das kann funktionieren.

Position

Der Begriff des Defensiv-Allrounders wurde für Spieler wie Gideon Jung erfunden. Der 26-Jährige kann nämlich genauso gut auf der Sechser-Position wie in der Innenverteidigung spielen. Das spricht für gutes Zweikampfverhalten gepaart mit einem ordentlichen Spielaufbau. In sehr seltenen Fällen hat Jung auch schon als Rechtsverteidiger agiert.

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Bisherige Karriere

Der gebürtige Düsseldorfer kam über RW Oberhausen im Jahr 2014 zum Hamburger SV, wo er zuletzt sieben Jahre am Stück aktiv war. Gleich in seinem zweiten Jahr war er unter Bruno Labbadia in der Bundesliga in der erweiterten Stammelf zu finden. In den beiden folgenden Jahren war er sogar gesetzt. Diese beiden Saisons dürften rückblickend aber zu den finstersten Stunden der HSV-Geschichte zählen. Die Mannschaft taumelte mit Anlauf in Richtung Abstieg und konnte sich davon bis heute nicht wirklich erholen. 

Jung war zumindest in den letzten beiden Bundesliga-Jahren (insgesamt kommt er auf 78 Bundesliga und 55 Zweitliga-Einsätze) eine der wenigen positiven Erscheinungen beim HSV und sollte beim Unternehmen Wiederaufstieg eigentlich eine zentrale Rolle spielen. Ein Knorpelschaden setzte ihn dann 2018 für mehr als ein halbes Jahr außer Gefecht. 2019/20 konnte er sich zwar wieder herankämpfen, doch in der abgelaufenen Spielzeit verlor er seinen Stammplatz und stand unter Daniel Thioune nur noch sieben Mal in der Startelf. 

Immerhin darf sich Jung U21-Europameister nennen. Beim Turnier in Polen 2017 holte er an der Seite von Spielern wie Serge Gnabry, Maxi Arnold oder Niklas Stark den Titel.

Einstiegsmarktwert

Eine Million. Da kann sich sicher niemand über einen Wucher beschweren, schließlich ist Jung ein Spieler, der die Bundesliga kennt. 


Situation

Jung hat Qualitäten für die Bundesliga, keine Frage. Warum er diese in letzter Zeit so selten abrufen konnte oder durfte, gilt es zunächst noch herauszufinden. Für Fürth wie für den Spieler macht der Transfer aber erst einmal viel Sinn. Keine Ablösesumme, dafür gibt es einen erfahrenen Mann, der eine Liga höher auch noch deutlich bessere Stammplatzchancen hat. 

Stand jetzt dürfte Jung klar für die Innenverteidigung vorgesehen sein. Während es auf der Sechs mit Anton Stach und Nunoo Sarpei doch zwei etablierte Konkurrenten gäbe, ist Jung nach dem Abgang von Paul Jaeckel tatsächlich neben Maximilian Bauer und Abdourahmane Barry der einzige Innenverteidiger. Das würde relativ sicher für einen Stammplatz reichen, sollte Fürth auf dieser Position nicht noch aktiv werden, was aber durchaus noch wahrscheinlich ist. 

Trotzdem bleibt Jung natürlich ob seiner Flexibilität ein Spieler für mehrere Positionen. Das bringt ihm klare Vorteile gegenüber potenziellen Stammplatzkonkurrenten. Außerdem gibt es im Fürther Kader nur ganz wenige Akteure, die seine Erfahrung aufweisen können. 

Marktwertentwicklung

Die Stammplatzchancen sind sehr hoch und wenn Jung seine alte Form wiederfindet, wird Fürth viel an ihm haben. Auch sein Marktwert, der sich nach dem Einstieg rasant verdoppelt hat, dürfte Spekulanten aufhorchen lassen. Was Punkte betrifft, sollte man aber keine Wunderdinge erwarten. In drei Bundesliga-Saisons waren für ihn 34 Zähler schon das höchste der Gefühle. Tore sind von ihm kaum zu erwarten. Viel mehr als 3 Mio. wird dauerhaft deshalb nicht drin sein. 

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Autor: Karol Herrmann

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