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Hertha hat endlich einen großen Namen mit Strahlkraft. Doch die besten Zeiten von Sami Khedira liegen lange zurück. Kann dieser Transfer funktionieren und was dürfen Comunio-Manager erwarten?

Position

Wissen wir alle. Sami Khedira ist der Inbegriff eines defensiven Mittelfeldspielers, eine Strategen, der alleine auf der Sechs, in einer Doppelsechs oder als Achter agieren kann. 

Bisherige Karriere

Es wäre müßig, jetzt die ellenlange Vita Sami Khediras im Detail runterzurattern. Also beschränken wir uns auf das Wesentliche: In seinem Trophäenschrank findet sich neben dem WM-Pokal und dem Henkelpott für die Champions League auch Meistertitel in der Serie A, der La Liga und der Bundesliga. Hinzu kommen noch insgesamt fünf Pokalsiege und drei Superpokalsiege. 

Relativ gleichmäßig verteilt hat Khedira jeweils rund 100 Erstligaspiele in Deutschland, Spanien und Italien gemacht, namentlich beim VfB Stuttgart, Real Madrid und Juventus Turin. 88 Mal stand er im Europapokal auf dem Rasen, 77 trug er das Trikot der Deutschen Nationalelf. In 438 Pflichtspielen für Stuttgart, Real und Juve hat er 48 Tore erzielt. 

Und eigentlich lief es bis auf drei Ausnahmen immer sehr erfolgreich in seiner Karriere: 2015 wurde er von Carlo Ancelotti bei Real Madrid aussortiert, 2018 von Jogi Löw nach einer schwachen WM aus der Nationalmannschaft und schließlich – und das dürfte der interessanteste Punkt sein – wurde Khedira von Andrea Pirlo bei Juve seit seinem Amtsantritt im August 2020 komplett ignoriert. Sein letztes Ligaspiel hat er am 23. November 2019 bestritten – vor über 14 Monaten!

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Einstiegsmarktwert

6.490.000. Das ist jener Wert, mit dem sich Khedira vor elf Jahren aus der Bundesliga und Comunio verabschiedete. Er rieht sich damit im Hertha-Ranking hinter dem Sturmduo Matheus Cunha und Jhon Cordoba auf Platz drei ein. Amine Harit, Kerem Demirbay oder gar Emil Forsberg kann man dieser Tage für einen ähnlichen Preis auf dem Transfermarkt antreffen.

Situation

Es klingt erst einmal unsinnig dieser Transfer. Da will sich die Hertha mit ihren allzu ambitionierten Zielen doch mit einem großen Namen schmücken. Erschwerend hinzu kommt, dass Khedira seit über einem Jahr auf’s Abstellgleis gestellt wurde und im Prinzip ohne jede Wettkampfpraxis in die Bundesliga zurückkehrt, die vom Tempo deutlich schneller geworden ist, seit er sie verlassen hat, während er selbst wiederum deutlich langsamer geworden ist. Und wenn Hertha doch auf einer Position gut besetzt ist, dann in der Mittelfeldzentrale: Erst im Sommer kam Lucas Tousart für eine Rekordablöse, dazu hat man Arsenals Top-taelnt Guendouzi geliehen, auch Stark und Darida tummeln sich dort. Und jetzt kehrt nach langer Verletzung auch noch Santiago Ascacibar zurück. Auch ein gefühlter Neuzugang.


Doch bei näherer Betrachtung sind es – natürlich – die Führungsqualitäten, die Khedira mitbringen soll. Und von denen hat er bekanntlich genug. Der 33-Jährige ist ein absoluter Musterprofi. Daran konnte sich auch noch Herthas Teammanager Arne Friedrich aus gemeinsamen Zeiten in der Nationalmannschaft erinnern. Spieler, die voran gehen, suchte schon Pal Dardais Vorgänger Bruno Labbadia in diesem Kader vergebens. 

Ob Khedira, für den der Klub nicht an die Windhorst-Millionen ran musste, aber auch sportlich ein Gewinn ist, steht auf einem anderen Blatt. In den letzten Jahren zeigte er sich sehr verletzungsanfällig und hatte sogar mit Herz-Rhythmusstörungen zu kämpfen. Niemand kann seriös beurteilen, in welcher Form sich Khedira aktuell befindet. Sollte sein Zustand gut sein, dann wird gewiss ein Platz für ihn in der ersten Elf geschaffen, trotz aller Konkurrenz, 

Marktwertentwicklung

Khedira dürfte aufgrund seiner Vita zumindest einen mittleren Hype auslösen. Zweistellige Millionenbeträge sind absolut möglich. Sinn macht ein Transfer aber nur, wenn man den aktuellen Marktwert nicht allzu weit überbieten muss. Denn im Konzert der Großen wird Khedira bei Comunio so oder so nicht mitspielen. Nur in der Stuttgarter Meistersaison konnte er damals knapp die 100-Punkte knacken. Bei Comunio.it schaffte er mit Juve einmal immerhin 150 Punkte, blieb sonst aber meist deutlich im zweistelligen Bereich. Obwohl es in der Serie A bekanntlich 38 Saisonspiele gibt.

Grundsätzlich raten wir also bei Khedira zur Vorsicht. Man zahlt viel für den Namen und nur, wenn er wie zu Bestzeiten performt, was wir nicht glauben, dann kann sich auch sein durchweg hoher Marktpreis auch in Form von Punkten rechtfertigen, 

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Autor: Karol Herrmann

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