Ilkay Gündogan Borussia Dortmund

Der FC Bayern München soll sich mit Ilkay Gündogan beschäftigen. Einige Medien berichten allerdings von einem geplatzten Transfer. Überhaupt: Wäre ein Wechsel notwendig?

Meinte Ilkay Gündogan es ernst? Oder war die Antwort ähnlich flapsig wie die Frage?

Ob er künftig spanisch oder bayerisch lernen werden, raunte ein Journalist in Richtung des 24-Jährigen im Anschluss an das verlorene Pokal-Finale.

„Wir sind in Gesprächen“, sagte Gündogan, „eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Dazu kann ich ehrlich gesagt noch nicht viel sagen.“

Also: München oder Madrid oder Barcelona?

Transfer zum FCB geplatzt?

Es scheint kein Geheimnis, dass sich unter den interessierten Vereinen tatsächlich auch der FC Bayern München befindet.

Gündogan ist deutscher Nationalspieler, hoch veranlagt und in Anbetracht seines nur noch ein Jahr gültigen Vertrages in Dortmund vielleicht sogar „günstiger“ denn je – jedenfalls was die Ablösesumme betrifft.

Schenkt man der „Bild“ Glauben, ist der Transfer aber gleich aufgrund mehrerer Gründe gescheitert. München sei vor allem ob der hohen Gehaltsforderung irritiert gewesen.

Zudem soll im Klub selbst Uneinigkeit geherrscht haben: Während Sportvorstand Matthias Sammer und Michael Reschke, technischer Direktor, für den Gündogan-Wechsel waren, gab es bei Pep Guardiola und Karl-Heinz Rummenigge Zweifel, ob der 24-Jährige wirklich eine Verstärkung darstellen würde.

Mögliche Transfers des FC Bayern

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Gündogan ein Upgrade?

Eine interessante Frage: Wäre Gündogan bei einem Transfer nach München ein Upgrade? Die Gedankengänge Guardiolas und Rummenigges scheinen jedenfalls nachvollziehbar.

Gündogan fiel wegen einer komplizierten Rückenverletzung ein Jahr aus: Zwischen den Sommern 2013 und 2014 war an Fußball spielen kaum zu denken. An die Leistungen vor seiner Verletzung kam er seitdem – nicht ganz unverständlich – nicht mehr heran.
Aber: Käme Gündogan wieder in Top-Form, gibt es in Deutschland kaum einen besseren, zentralen Mittelfeldspieler.

Comunioblog wirft einen kleinen Blick auf das Mittelfeld der Münchner. Gündogan und München – passt das?

Bayerns Status quo: Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Xabi Alonso, Thiago Alcantara, David Alaba, Javi Martinez, Sebastian Rode, Mario Götze, Gianluca Gaudino.

Klingt nicht schlecht, ist nicht schlecht – wird auch in der nächsten Saison nicht schlecht.

Hinzu kommen (wahrscheinlich) der bis dato ausgeliehene Pierre-Emile Höjbjerg und der von Stuttgart verpflichtete Joshua Kimmich.

Eines steht fest: Auch ohne Ilkay Gündogan hat der FC Bayern im Zentrum unfassbar viele Möglichkeiten. Selbst wenn Akteure wie Martinez, Alaba oder auch Lahm wegen ihrer Polyvalenz in der Abwehr zum Einsatz kommen.

Dennoch: Die vielen Verletzungen der vergangenen Saison haben die Verantwortlichen zum Nachdenken gebracht. Und dazu kommt sicherlich das Alter einiger Spieler. Was uns gleich zum nächsten Punkt bringt.

Bayerns Zukunft: Schweinsteiger? Wird im Sommer 31 Jahre alt. Lahm und Alonso? Erreichen im Herbst 32 bzw. 34 Lenzen. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Alle haben noch immer Weltklasse-Spiele in sich.

Vor allem der aktuelle Sommer ohne Turnier und eine ausgiebige Vorbereitung wird den Ü-30-Kickern des FC Bayern guttun. So schwer es allerdings fällt: Der Verein muss sich mit der Zeit danach befassen. Eine Zeit ohne die großen Strategen.

Spieler wie Gaudino, Höjbjerg oder auch Kimmich haben das Talent, um sukzessive in eine derartige Rolle hineinzuwachsen.

Doch sind alle drei nicht mal 20 Jahre – und müssen den Beweis, über Strecke ansprechende Leistungen abzurufen, erst noch antreten. Hat der FC Bayern die Zeit auf ihren Durchbruch zu warten? Vielleicht. In Anbetracht der riesigen Erwartungshaltung stellt sich das Unterfangen aber als schwierig dar.

Vor diesem Hintergrund würde ein Transfer Gündogans Sinn ergeben. Der Nationalspieler ist 24 Jahre alt. Brächte trotz des Alters viel Erfahrung und höchste Veranlagung mit nach München. Zudem spricht er die Sprache und kennt die Bundesliga.

Fazit: Gemessen an der Struktur des Kaders ergäbe ein Transfer durchaus Sinn. Es wäre vor allem ein Transfer für Zukunft.

Dennoch ist das zentrale Mittelfeld des FC Bayern hochkarätig besetzt. Darüber hinaus würde eine Verpflichtung Gündogans wohl den Weg von Eigengewächsen wie Höjbjerg oder Gaudino versperren.

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Autor: Sebastian Schramm

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