Julian Draxler steht auf dem Einkaufszettel von FC Arsenal-Coach Arsène Wenger – angeblich geht es nur noch um die Höhe der Ablöse. Aber würde ein Wechsel in die Premier-League dem 20-Jährigen gut tun?  

Es ist die 116. Spielminute, Verlängerung im Viertelfinale des DFB-Pokals. Beim Stand von 2:2 zwischen dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg bringt Schalke-Trainer Felix Magath einen frischen Spieler: Julian Draxler, 17 Jahre alt, Schalker Eigengewächs. Es ist erst sein drittes Spiel für die Profis.

Drei Minuten später. Fans und Trainer bereiten sich schon auf das Elfmeterschießen vor, als Jefferson Farfan von der rechten Außenlinie mitten in der Nürnberger Hälfte einen kurzen Pass auf Draxler spielt. Der nimmt den Ball mit und zieht sofort in die Mitte, orientiert sich zum Tor, lässt mit einem Übersteiger FCN-Verteidiger Wolf stehen und zieht dann aus zentraler Lage und 22 Metern Torentfernung mit der linken Fackel einfach mal ab.

Raphael Schäfer im Tor der Nürnberger hechtet in die von ihm aus gesehen rechte Ecke, macht sich so lang er kann, berührt die Kugel mit den Fingerspitzen, ist aber ohne Chance. Der Ball schlägt ins Netz, Schalke führt, durch diesen 17-Jährigen, der sich gerade erst die Schuhe zugebunden hat, und zieht ins Halbfinale ein.

2011 – 2014: drei Wahnsinnsjahre für Julian Draxler

Nach dem Abpfiff tragen die Schalker Spieler ihren Matchwinner auf den Schultern zu den Fans. Im Feldinterview zeigt Draxler sich später fassungslos über das, was gerade passiert ist: „Das kann man mit keinen Worten der Welt beschreiben. Das ist einfach unglaublich. Ich brauche mich nur hier umzugucken in der Arena, von der ich immer geträumt habe, darin zu spielen. Und dann komme ich fünf Minuten vor Schluss rein und mir gelingt so ein Schuss! Wenn ich das jetzt beschreiben sollte … das ist einfach unmöglich.“

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Das Ganze ist jetzt ziemlich genau drei Jahre her. In der Zwischenzeit stand Draxler für den FC Schalke in 89 Bundesliga-Spielen auf dem Rasen, dazu kommen zehn Begegnungen im DFB-Pokal, 20 Champions-League- und 13 Europa-League-Spiele. Am 26. Mai 2012 debütierte er gegen die Schweiz für die deutsche A-Nationalmannschaft, für die er seitdem zehn Spiele bestritt.

Drei Jahre nach seinem Debüt – und mit gerade mal 20 Jahen! – gehört Draxler zu den besten deutschen Mittelfeld-Spielern. Da ist es keine Überraschung, dass auch andere Klubs Draxler gerne in ihren Reihen wüssten – aktuell bemüht sich der FC Arsenal um ihn. Draxlers Vertrag bei den Knappen läuft noch bis 2018, für eine festgeschriebene Ablöse von 45,5 Millionen Euro dürfte er aber wechseln – wenn er denn wollte.

Ablöse-Poker zwischen Arsenal und Schalke 

Auf die Personalie Draxler angesprochen, sagte Arsenal-Coach Arsène Wenger zuletz: „Ehrlich gesagt schließe ich einen Wechsel nicht aus.“ Die Zeitung „Daily Mail“ verkündete sogar, der Wechsel stehe unmittelbar vor dem Abschluss, es gehe nur noch um die Klärung letzter Details.

Details, damit dürfte die Ablösesumme gemeint sein: Arsenal soll laut einer aktuellen Meldung des „Daily Star“ bereit sein, umgerechnet 30 Millionen Euro plus Bonus-Zahlungen auf den Tisch zu legen, Schalke hätte wohl gerne mindestens 40 Millionen. Angeblich soll Draxler selbst die Verhandlungen voran treiben.

Englische Medien gehen davon aus, dass die Gunners und die Knappen sich einigen werden – auf welche Summe und in Kombination mit welchen Zusatz-Klauseln auch immer. Das Transferfenster in Deutschland schließt am Freitag, den 31. Januar.

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Should he stay or should he go? 

In all dem Transfer-Geschwurbel und Mutmaßungen über Ablösesummen und Klauseln ging in der bisherigen Diskussion eine Frage unter: Täte ein Wechsel in die Premier League dem 20-Jährigen Draxler gut?

Auf der einen Seite steht die Chance, internationale Erfahrung zu sammeln bei einem der besten Klubs in Europa und unter einem der besten Trainer, die der Fußball zu bieten hat. Mit Mesut „His eyes are offside“ Özil, Per „Big Fucking German“ Mertesacker, Lukas „He scores when he wants“ Podolski und Serge „auf einmal soll ich mit zur WM“ Gnabry im Team der Gunners dürfte zumindest die Eingewöhnung nicht besonders schwer fallen. Und Langeweile kommt in einer Stadt wie London auch eher nicht auf…

Auf der anderen Seite steht die Vernunft. Denn beim FC Schalke hätte Draxler die Möglichkeit, sich in Ruhe weiter zu entwickeln und sich als Stammspieler für die WM 2014 in Brasilien anzubieten. Und die Chance, ins Ausland zu wechseln, würde sich sicherlich auch zu einem späteren Zeitpunkt wieder anbieten – immerhin ist Draxler gerade mal 20!

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Autor: Marcus Erberich

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