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In aktuellen Zeiten müssen die Scouts der Klubs ihren Horizont erweitern. Köln hat nun in Lettland zugeschlagen. Leih-Stürmer Tolu Arokodare hat dennoch ein sehr großes Potenzial. 

Position

Toluwalase Emmanuel Arokodare, genannt Tolu Arokodare ist ein klassischer Stürmer für die vorderster Reihe, der in seiner bisherigen Karriere entweder in einem Zweier-Sturm oder als alleinige Spitze agiert hat. Der Nigerianer hat mit einer Statur von 1,97 Metern auch die perfekte Statur dafür. „Er ist athletisch, kopfballstark und schnell“, so FC-Geschäftsführer Horst Heldt über die Stärken des erst 19-Jährigen.

Bisherige Karriere

Das ist schnell erzählt. Der lettische Erstligist Valmeira FC holte Arokodare im Sommer 2019 von einem nigerianischen Sport College. Der Neuzugang zündete auf Anhieb, markierte in seiner ersten Halbserie gleich sieben Tore und ließ in der aktuellen Spielzeit 15 weitere folgen – in nur 16 Spielen. Aktuell führt er damit immer noch die Torjägerliste der lettisichen Virsliga an.

Über den sportlichen Wert dieser Liga kann man sich bestimmt streiten, hier stehen schonmal parkende Autos direkt neben der Seitenlinie. Dennoch hat Arokodare Ende August immerhin sein Debüt in der Europa League gegeben, als Valmeira mit 0:3 gegen Lech Posen ausschied. 


Einstiegsmarktwert

Mit zwei Millionen zählt Arokodare direkt schon zu den großen Fischen beim 1. FC Köln und ist gleich mal teurer als seine Nebenleute Anthony Modeste oder Jan Thielmann. Ein Spieler wie der Bielefelder Sergio Cordova trägt aktuell ein ähnliches Preisschild. 

Situation

Dass Kölner Scouts die lettische Liga im Blickfeld haben, zeugt von einer Kreativität, die jedoch gewiss aus der (finanziellen) Not heraus geboren wurde. Dennoch ist die Transfer, im Vergleich zu vielen FC-Neuzugängen aus der Vergangenheit, gänzlich ohne Risiko. Arokodare kommt auf Leihbasis, wird sehr wenig Gehalt kosten und wenn sich die Dinge gut entwickeln, dann können die Geißböcke auch eine Kaufoption in unbekannter Höhe ziehen. Das berichtet zumindest der immer recht seriöse „Kicker“.

Das Potenzial des Stürmers indes ist sehr gut. Arokodare konnte vor allem durch seine Physis und seine Abschlussqualitäten auf sich aufmerksam machen. Das hat insgesamt viele Klubs beeindruckt. Neben Köln sollen auch Freiburg und Frankfurt an ihm interessiert gewesen sein. Sehr weit war bereits der RSC Anderlecht mit einer Verpflichtung fortgeschritten.

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Allerdings ist dieses Kapitel auch schon ein negatives in der noch jungen Karriere Arokodares, denn noch vor einigen Wochen ließ er einen Trainingseinheit und ein Spiel sausen, um sich zum belgischen Top-Klub zu streiken. Valmeira ließ sich damals nicht erpressen, machte den Fall öffentlich und ließ das Tafelsilber nun doch ziehen. 

Im Kölner Sturm gibt es nach den Abgängen von Jhon Cordoba und Simon Terodde sowie der mysteriösen Verletzung von Anthony Modeste mit Sebastian Andersson derzeit nur noch einen nominellen Stürmer. Die Grundvoraussetzungen für Einsatzzeiten sind also erstmal gar nicht so schlecht, zumal Arokodare aktuell voll im Saft ist und seit Juni bereits 18 Pflichtspiele absolviert hat. 

Marktwertpotenzial

Wie jeder Neuzugang konnte auch der bis dato noch sehr unbekannte Arokodare schnell einige 100.000 zulegen. Die Grenze wird hier aber bald erreicht sein, mutmaßlich schon in einem niedrigen dreistelligen Millionenbereich. Trotz und gerade wegen seiner Anlagen ist Arokodare nicht mehr und nicht weniger als ein Rohdiamant, der noch ordentlichen Schliff braucht, vor allem im taktischen Bereich. 

Die Top-Elf des 1. Spieltags

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Tor: Alexander Schwolow (Hertha BSC) - 6 Punkte | Bildquelle: imago images / Christian Schroedter

Warum aber sollte es nicht für ein paar Kurzeinsätze reichen? Köln hat offensiv ohnehin keine Alternativen und für seine wuchtigen Kopfbälle in einer Endphase kann man den hoch gewachsenen Stürmer allemal reinwerfen.

Wohin diese Reise letztlich geht, können auch die besten Scouts nicht vorhersehen. Der Erfolg dieser Leihe kann eine extrem große Spanne umfassen. Vielleicht kehrt Arokodare nächsten Sommer ohne Einsatz nach Lettland zurück, vielleicht wechselt er aber auch für 40 Millionen in die Premier League. Keines der beiden Szenarien würde allzu sehr überraschen. 

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Autor: Karol Herrmann

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