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Der 18-Jährige ist ohne Zweifel der beste Last-Minute-Transfer der Bundesliga und spielte zuletzt an der Seite von Messi. Kann er auch auf Anhieb schon Marcel Sabitzer ersetzen?

Position

Ilaix Moriba ist ein zentraler Mittelfeldspieler, der sich auf der Achterposition als Box-to-Box-Spieler am wohlsten fühlt.

Der 18-Jährige bringt dafür das perfekte Gesamtpaket mit: Er ist technisch enorm stark, beidfüßig, spielt filigrane Pässe, weiß mit Dynamik und Zweikampfstärke zu überzeugen, ist kopfballstark, weist eine Hohe Spielintelligenz auf und weiß auch durchaus selbst, wo das Tor steht. „Es gibt aktuell nicht viele Spieler in seinem Alter, die so viele Fähigkeiten auf Top-Niveau vereinen“, sagte Leipzigs Technischer Direktor Christopher Vivell nach seiner Verpflichtung.

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Bisherige Karriere

In Guinea geboren und schon als Kelinkind nach Spanien gekommen, hat Moriba seit er sieben Jahre alt war, alle Jugendmannschaften der schon fast mystischen „La Masia“ des FC Barcelona durchlaufen und galt zuletzt auch als Aushängeschild dieser hoch gelobten Jugendarbeit.

Im Februar debütierte Moriba dann für die Profis in der La Liga, kam fortan fast in jeder Partie zum Einsatz und war am Ende der Saison 2020/21 sogar Stammkraft. In 14 La-Liga-Einsätzen lieferte er vier direkte Torbeteiligungen (ein Treffer, drei Assists) und sammelet außerdem Minuten in der Champions League. Für die Reserve von Barcelona kam er zuvor 22 Mal zum Einsatz (zwei Tore, zwei Assists).

Moriba hat außerdem einige Auswahlspiele für spanische U-Nationalmannschafte (zuletzt U18) absolviert. Mehr werden in Kürze gewisse hinzukommen.

Zu Beginn dieser Saison wurde der Youngster im Kader von Ronald Koeman aber nicht mehr berücksichtigt. Die Gründe waren aber wenige sportlicher Natur. Mit Moribas deutscher Berater-Agentur ROGON, um den umtriebigen Roger Wittmann, konnten sich die zuletzt schwer in die Schulden geratenen Katalanen nicht auf ein neues Arbeitspapier des 2022 auslaufenden Vertrages einigen. Moriba wurde – auch von Seiten einiger Fans – zur Persona non grata und durchlebte zuletzt schwierige Monate. Leipzig soll 16 Millionen Euro Ablöse bezahlt haben, die jedoch unter gewissen Voraussetzungen auf über 20 Millionen ansteigen können.


Einstiegsmarktwert

Klar, da kommt ein Mann, der bei Barcelona Spielern wie Lionel Messi und Ousmane Dembele Tore aufgelegt hat. Das kostet bei Comunio zum Einstieg satte 8 Millionen. Ebenso, klar, dass diese Personalie einen Hype auslöst. In sechs Tagen nahm er unfassbare vier Millionen zu.

Situation

Es ist ein cleverer Transfer für Leipzig: Mit den Transfererlösen von Marcel Sabitzer konnte der neun Jahre jüngere Moriba nahezu finanziert werden. Auch positionsbedingt stellt er hier einen Eins-zu-eins-Ersatz dar. Moriba hat La Liga und Champions League gespeilt und dürfte sich deshalb schnell an die Bundesliga gewöhnen. Allerdings bringt er – wie er selbst sagt – auch körperliche Rückstände mit, die er in den nächsten Wochen aufholen muss.

Konkurrenz gibt es auf seiner Position mit Kevin Kampl, Konrad Laimer, Amadou Haidara und Tyler Adams zu genüge. Dennoch dürfte Moriba von diesem Quintett die besten Anlagen besitzen. Wir werden ihn bald schon debütieren sehen, mittelfristig (noch in diesem Jahr) auch von Beginn an.

Marktwertentwicklung

Wo der aktuelle Hype endet, ist schwer zu sagen. Voraussichtlich gibt es rund um den 4. Spieltag einen Peak irgendwo bei 15 bis 17 Millionen. Weil Moriba zunächst aber kaum oder nur wenig spielen wird, geht es in der Folge rapide nach unten. Es besteht also großer Verbrennungsgefahr!

Der Youngster wird bei einem Betrag von 5 bis 7 Millionen aber gewiss wieder attraktiv. Dennoch sollte man die Personalie genau im Auge behalten. Wenn Moriba nicht gleich zu einem absoluten Bundesliga-Top-Star wird, ist der Preis aufgrund der großen Konkurrenzsituation einfach zu groß.

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Autor: Karol Herrmann

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