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Die Werkself hat das Rennen um den hochtalentierten Franzosen gegen namhafte Konkurrenz gewonnen. Aber gelingt auch der Sprung von der Ligue 2 in die Bundesliga?

Position

Es liegt auf der Hand, dass Amine Adli bei Leverkusen eine Reaktion auf den Abgang von Leon Bailey ist. Doch der 21-jährige Franzose hat ein etwas anderes Positionsprofil als der Jamaikaner. Adli spielte in der Vergangenheit zumeist als Zehner oder Halbstürmer in der Zentrale.

Gleichwohl ist der Linksfuß, der durch Antritt, Schnelligkeit, und Wendigkeit, Schlüsselpässen, einer enorm guten Technik und einem starken Schuss besticht, auch für beide offensiven Außenbahnen prädestiniert.

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Nicht nur der Wechsel innerhalb der Bundesliga hat die schwer ins Stocken geratene Karriere des Innenverteidigers bei Comunio beflügelt, auch seine Daten sprechen eine deutliche Sprache. 

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Bisherige Karriere

Adli, der auch marokkanische Wurzeln hat, kam als 15-Jähriger zum FC Toulouse, wo er 2019 den Sprung zu den Profis schaffte, vier Mal in der Ligue 1 spielen durfte, dann aber direkt abstieg. Seither hat er in der zweitklassigen Ligue 2 34 Partien absolviert, dabei acht Tore erzielt und sieben Assists geliefert.

Seine Leistungen weckten zuletzt das Interesse zahlreicher Top-Klubs aus der Bundesliga und Italien. Die Verhandlungen mit dem FC Bayern München sollen schon weit fortgeschritten gewesen sein, doch der Rekordmeister wollte oder konnte die geforderte Ablösesumme von rund 15 Millionen nicht bezahlen. Leverkusen hatte durch den Bailey-Transfer das nötige Kleingeld zur Hand und schlug zu.

International hat Adli fünfmal für Frankreichs U18 gespielt, er könnte sich aber auch noch für den marokkanischen Verband entscheiden.

Die Top-Elf des 3. Spieltags

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Tor: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim) - 10 Punkte | Foto: imago images / Jan Huebner

 

Einstiegsmarktwert

Sieben Millionen sind für einen jungen Spieler, der aus der zweiten französischen Liga kommt, sehr viel. Es gibt gerade einmal eine Handvoll Leverkusener, die teurer sind. Gerade aber auch, weil ihn viele Top-Klubs jagten, dürfte der Hype und eine damit verbundene Marktwertsteigerung noch ein wenig anhalten.

Situation

Trotz des Abgangs von Bailey: Die Konkurrenz bei Leverkusen ist enorm: Florian Wirtz, Karim Bellarabi und Moussa Diaby sind auf den Flügeln allesamt etablierte Bundesliga-Spieler. Und Olympiasieger Paulinho ist nach langer Leidenszeit mehr als heiß. Auf der Zehn kommt neben Wirtz auch noch Kerem Demirbay hinzu, der bei Leverkusen eine immer wichtigere Rolle spielt.


Es wäre deshalb mehr als überraschend, Adli schon zeitnah in der Startelf zu sehen, wenngleich er am 3. Spieltag beim Stande von 4:1 noch sechs Minuten Bundesliga-Luft schnuppern konnte und beinahe noch ein Tor erzielt hätte. Aber: Die Bundesliga hat ein deutlich höheres Niveau als die Ligue 2, auch wenn Akteuren wie Bryan Lasme oder Maxence Lacroix dieser Schritt zuletzt sehr schnell gelungen ist. Adli wird wohl taktisch als auch körperlich noch zulegen müssen.

Ansonsten ist er aber ein Spieler, der mittel- bis langfristig großes Potenzial mitbringt, um ein Unterschiedsspieler wie Bailey in besten Zeiten zu werden. Nicht umsonst hat Leverkusen 15 Millionen investiert.

Marktwertentwicklung

Der Peak dürfte aufgrund weniger Einsatzzeiten schnell erreicht sein und dann geht es rapide bergab. Adli birgt das Risiko eines Millionengrabes. Erst, wenn sich der Hype ein wenig beruhigt hat (bei deutlich unter 5 Mio.) und der Franzose sich langsam akklimatisiert, wird der günstige Zeitpunkt zum Investieren wieder kommen.

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Autor: Karol Herrmann

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