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Leverkusen holt mit Piero Hincapie das nächste Riesentalent für die Innenverteidigung. Der ecuadorianische Nationalspieler dürfte schon kurzfristig weiterhelfen.

Position

Piero Hincapie ist ein Innenverteidiger mit starkem linken Fuß. Der 19-Jährige kann deshalb zur Not auch auf der Linksverteidiger-Position aushelfen. Die Stärken des Ecuadorianers sind sein Zweikampfverhalten, seine Spielintelligenz und seine Technik. 

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Bisherige Karriere

Schon mit 17 Jahren debütierte Hincapie für seinen Ausbilderklub Independiente del Valle in der 1. Liga in Ecuador und wechselte nur wenige Monate später für umgerechnet 1,3 Millionen Euro nach Argentinien zu CA Talleres nach Cordoba. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wurde er zu Beginn der Saison 2021 Stammspieler und überzeugte auf ganzer Linie gegen Gegenspieler wie etwa Carlos Tevez.

Seinen Marktwert noch einmal deutlich steigern konnte er in diesem Sommer, als er bei der Copa America nicht nur für Ecuador debütierte, sondern gleich in allen Spielen über die volle Distanz zum Einsatz kam. Dort konnte er sich auch gegen Stars wie Messi, Lautaro Martinez oder Roberto Firmino behaupten, wenngleich er im Viertelfinale, als es schon 0:3 stand, in der Nachspielzeit wegen einer Notbremse Rot sah.

Denen in Südamerika traditionell sehr engagierten Leverkusenern blieb das nicht verborgen. Die Werkself überwies rund 6,5 Millionen Euro nach Argentinien. 

Einstiegsmarktwert

Mit 5 Millionen stieg Hincapie direkt mal in die Top-20 der teuersten Abwehrspieler ein. Bei rund 6 Mio. scheint jetzt ein erster Peak erreicht zu sein. Dass der Ecuadorianer nicht im Kader gegen Gladbach war, hat gewiss den ein oder anderen Manager verunsichert. 

Situation

Nach den Abgängen von Sven Bender, Tin Jedvaj und Aleksandar Dragovic gab es bei Leverkusen Notstand in der Innenverteidigung. Hier kann Hincapie sofort weiterhelfen, schließlich ist er nach der Copa America voll im Saft. Allerdings dürfte es nicht so einfach werden. Mit Odillon Kossounou hat Bayer gerade einen Innenverteidiger verpflichtet, der qualitativ noch einmal eine Stufe höher angesiedelt werden darf. 

Und Jonathan Tah wird seinen Platz gegen einen Teenager aus Südamerika auch nicht so einfach herschenken. Wenn Edmond Tapsoba dann wieder zurückkehrt, wird es schon eng. Dann müsste Hincapie schon auf einen verletzungsbedingten Ausfall oder einer Dreier-Abwehrkette hoffen, um regelmäßig zu spielen. Es wäre sehr überraschend, wenn Tapsoba oder Kossounou mittelfristig auf der Bank sitzen, sollten sie fit sein.

Tah wurde zwar auch immer mal wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht, das scheint aufgrund der aktuellen Lage aber eher unwahrscheinlich. 

Marktwertentwicklung

Obwohl Hincapie sportlich sogar kurzfristig und sofort weiterhelfen könnte, zumindest so lange Tapsoba noch ausfällt, ist er eher ein Mann für die Zukunft. Und dafür ist der aktuelle Preis dann wirklich viel zu hoch. Ohnehin sollte man Summen von mehr als fünf Millionen nur für Innenverteidiger ausgeben, die in der Lage sind, mindestens fünf Saisontore und/oder 100 Punkte pro Saison zu holen.

So weit ist Hincapie noch nicht, wenngleich ihm die Integration dank der Südamerika-Connection um Alario, Paulinho, und Palacios doch ein wenig erleichtert werden dürfte. Dennoch: Ein hoch interessanter Abwehrmann, bei dem es unter dem Strich aber zu viele Fragezeichen ob der Einsatzzeit gibt. Aktuell ist der Hype dem von uns erwarteten Output nicht angemessen. Finger weg!

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Autor: Karol Herrmann

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