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Mainz hat viel Geld für neue Spieler und ist auf dem Transfermarkt entsprechend umtriebig. Von vielen unbekannten Neuen sticht der Spanier Aaron Martin aber heraus. Der Comunio-Check.

Position: Aaron Martin Caricol, so sein vollständiger Name, ist in seiner bisherigen Karriere ausschließlich als Linksverteidiger in Erscheinung getreten.

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Bisherige Karriere:  In zwei Jahren Profilaufbahn kommt Aaron Martin, so will er tatsächlich genannt werden, auf immerhin 62 Einsätze in der spanischen La Liga für Espanyol Barcelona, zunächst als unumstrittener Stammspieler, zuletzt auch öfter Reservist. Bei Espanyol hat er auch seine gesamte Jugend verbracht. Der 21-Jährige ist also erprobt im Zweikampf mit Gegenspielern vom Format Messi und Ronaldo. Seit vielen Jahren hat er außerdem nach Lehrbuch alle U-Nationalmannschaften Spaniens durchlaufen, spielt aktuell für die U21. Dort konnte Martin auch seinen größten Erfolg feiern: Der Gewinn der U19 EM im Jahre 2015. Von diesem Turnier sollten ihn auch noch künftige Gegenspieler wie Timo Werner, Jonathan Tah oder Lukas Klostermann kennen. Deutschland verlor gegen Spanien um Martin damals recht eindeutig mit 0:3.

Einstiegsmarktwert: Mit drei Mio. ist er exakt so teuer eingestuft worden wie Wolfsburgs neuer Linksverteidiger Jerome Roussillon. Martin dürfte im direkten Vergleich aber als der talentiertere Spieler durchgehen. Und bei Mainz ist er damit direkt mal der teuerste Spieler im Kader.

Situation: Schon erstaunlich, dass sich Mainz einen Spieler dieser Dimension leisten kann. Einst soll mal eine Ausstiegsklausel in Höhe von 40 Millionen Euro in seinem Vertrag gestanden haben. Doch Mainz beweist hier Verhandlungsgeschick: Martin ist zunächst geliehen, nach zehn Spielen greift aber eine Kaufpflicht von nur sechs Millionen Euro, die sich mit Bonuszahlen auf neun Millionen ausweiten kann. Das wäre dann trotzdem ein vereinsinterner Rekordeinkauf. Und damit ist recht klar gestellt, dass es sich hierbei nicht um einen Ergänzungsspieler handeln soll.

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Martin selbst dürfte es nicht allzu schwer haben, sich bei Mainz einen Stammplatz zu erkämpfen, auf der Außenverteidiger–Position ist schließlich die Problemstelle der Rheinhessen auszumachen. Neben Routinier Daniel Brosinski, eigentlich Rechtsverteidiger, und dem zuletzt unbeachteten Gaetan Bussmann gibt es keinen wirklichen Konkurrenten für den Spanier. Für den Spieler selbst dürfte der Schritt Mainz bei einem optimalen Verlauf nur eine Durchgangsstation in der Karriereplanung sein. Aber Achtung: Bei Espanyol saß Martin zuletzt auch öfter auf der Bank. In jedem Fall aber ein hoch interessanter wie entwicklungsfähiger Spieler.

Marktwertpotenzial:  Ein wenig steigen konnte Martin gleich zu Beginn, doch werden hier schnell natürliche Grenzen erreicht sein. Immerhin spielt der Mann bei Mainz, wohl kein Kandidat für den Europapokal. Es müsste schon alles perfekt zusammenlaufen, dass Martin dieses Niveau zwischen 3 und 4 Mio. dauerhaft halten kann.

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Autor: Karol Herrmann

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