Ein Ex-Herthaner rockt die Liga, ein Ex-Hamburger hat Pech und ein Ex-Münchner scheint mit sich im Reinen. Comunio wirft einen Blick auf vergessene Deutsche in der Primera Division.  

Patrick Ebert (Mittelfeld, Real Valladolid, 106 Punkte): Nach 14 Jahren zog Ebert im Sommer 2012 den Schlussstrich unter die Episode Hertha BSC. Immer die gleichen Abläufe, die gleichen Gesichter – die stetige Unstetigkeit innerhalb des Berliner Klubs wurden dem Mittelfeldspieler zuwider. Ebert wechselte zum spanischen Aufsteiger Real Valladolid – und schlug ein! Zwar verpasste der 26-Jährige aufgrund von Verletzungen elf Partien, doch in seinen 15 Einsätzen bereitete Ebert sechs Treffer vor und erzielte fünf selbst. Er kommt dabei auf einen Comuniodurchschnitt von 7,07 Punkten pro Spiel und liegt damit auf Platz acht der am besten bewerteten Spieler der Primera Division – einen Platz hinter Andres Iniesta! Die „Marca“, sicherlich nicht um den ein oder anderen Superlativ verlegen, verglich ihn nach seinem Doppelpack beim 3:1-Sieg gegen Real Mallorca im Januar gar mit dem wohl besten Spieler der Welt: „Ebert verkleidet sich als Lionel Messi“! Seine Leistungen bleiben den großen Vereinen der spanischen Liga nicht verborgen, unlängst berichtet die „AS“ vom Interesse Atletico Madrids.

Christian Lell (Abwehr, UD Levante, 53 Punkte): Trotz eines langfristigen Vertrags bei der Hertha wechselte Lell im August 2012 nach dem bitteren Aus in der Relegation und dem damit verbundenen Abstieg in die Primera Division zu UD Levante. Ein Neuanfang? „Nein“, meint Lell im Interview mit „11 Freunde“, „UD Levante ist für mich kein Neuanfang, sondern ein Fortgang meiner Karriere unter anderen Voraussetzungen.“ Der Rechtsverteidiger füllt sein Comunio-Scoreboard bisher mit 53 Punkten, dabei erzielte Lell zwei Treffer und legte einen auf. Im Durchschnitt sammelt er 3,12 Punkte pro Partie. Durch die überraschend gute letzte Saison Levantes spielte Lell bis zum Achtelfinale der Europa League gar im internationalen Wettbewerb. Zurzeit steht der Klub aus Valencia auf Platz zehn, Lell ist zufrieden: „Diese Spielzeit verläuft wieder gut, trotz dünnem Kader, trotz fehlender Superstars. Es ist sehr erfreulich.“ Der 28-Jährige hat noch einen Vertrag bis zum Ende der Saison, allerdings mit der Option auf ein weiteres Jahr. Der letzte Verein seiner Karriere soll Levante aber nicht sein: „Mein Ziel ist es, eines Tages wieder Bundesliga zu spielen.“

Piotr Trochowski (Mittelfeld, FC Sevilla, 32 Punkte): Im Sommer 2011 wagte Trochowski den Schritt ins Ausland, nachdem er beim Hamburger SV nicht mehr zum Stammpersonal gehörte und immer weiter in die Peripherie der Nationalmannschaft abdriftete. Die erste Saison beim FC Sevilla verlief schleppend, die Andalusier landeten auf Rang zehn, der schlechtesten Platzierung seit 2003. „Man braucht eine gewisse Anlaufzeit, nicht nur was den Fußball da betrifft, sondern das Leben generell“, sagte Trochowski gegenüber „Sport1“ im Oktober 2012. Aber nun sei er endlich angekommen, freute sich der Mittelfeldspieler damals. Die Zahlen sprachen für ihn, in bis dato sechs Einsätzen traf er zweimal – gegen Real Madrid und gegen den FC Barcelona. Bei Comunio sammelte er 32 Punkte, im Schnitt 5,33 Zähler pro Partie. Allerdings sind bis heute keine mehr dazugekommen, denn der 29-Jährige verletzte sich schwer am Knie. Es kam zu Komplikationen, zu allem Überfluss wurde bei einer Röntgenuntersuchung ein Schienbeinbruch festgestellt. Trochowski fällt damit für den Rest der Saison aus. Ein halbes Jahr später schreitet die Genesung voran, unter der Woche sagte er „Bild“, im Juni wieder mit dem Lauftraining zu beginnen.

(Stand: 30. März 2013)

Autor: Sebastian Schramm

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