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Mladen Petric absolvierte 44 Länderspiele für Kroatien und nahm an zwei Weltmeisterschaften teil. Im Interview spricht der ehemalige Stürmer über die schwere Gruppe D, die Chancen der Schweiz und erklärt, warum er seine Ex-Vereine Hamburg und Dortmund auf einem guten Weg sieht. 

Comunioblog: Wir haben vor ein paar Tagen mit dem spanischen Journalisten Iñako Díaz-Guerra gesprochen und der zählt Kroatien zu den Geheimfavoriten auf den WM-Titel. Würde Sie seine Ansicht teilen?

Mladen Petric: Eigentlich gehört Kroatien aufgrund des Potenzials bei jedem größeren Turnier zu den Geheimfavoriten. In meinen Augen fehlt immer ein wenig die Mentalität, um auch wirklich die große Überraschung zu schaffen.

Comunioblog: Was genau meinen Sie mit der fehlenden Mentalität?

Petric: Es ist nicht so, dass die Mannschaft eine schlechte Mentalität hat. Es ist eher so, dass wir vom Potenzial her eine Mannschaft haben, die jeden schlagen kann. Das hat man auch schon bei den großen Turnieren gesehen, als wir Deutschland oder auch Spanien geschlagen haben. Nach diesen großen Siegen wird das nächste Spiel aber immer zum Problem.

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Comunioblog: Ist die Erwartungshaltung vielleicht auch zu groß?

Petric: Nein, die ist nicht zu groß. Natürlich ist Erwartungshaltung der kroatischen Medien und Fans sehr groß, vor allem, weil es immer heißt, dass es die letzte große Chance für diese sogenannte „Goldene Generation“ um Luka Modric ist. Aber die Spieler sind mittlerweile alle in Topvereinen in Topligen unterwegs, sodass sie mit diesem Druck umgehen können.

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Comunioblog: Ist die aktuelle Mannschaft die stärkste seit der WM 98 als man Dritter wurde?

Petric: Ja, das könnte eine der stärksten Mannschaften seit der WM 98 sein, wir hatten aber auch 2008 und 2010 eine richtig starke Mannschaft, aber da hatten wir genau das Problem, das ich angesprochen habe. Wir haben 2008 Deutschland in der Gruppe geschlagen und sind Erster geworden. Dann sind wir im Viertelfinale gegen die Türkei, einen vermeintlich schwächeren Gegner, ausgeschieden.

Comunioblog: Wenn man sich den Kader anschaut, ist die Offensive absolut hochkarätig besetzt, die Defensive fällt im Vergleich etwas ab. Überspitzt gefragt: Gibt es in Kroatien keine guten Verteidiger mehr?

Petric: Also wir haben Sime Vrsaljko von Atletico Madrid oder auch Dejan Lovren aus Liverpool, der gerade das Champions-League-Finale gespielt hat. Dann sind da noch Vedran Corluka oder Domogoj Vida, die auch absolut internationales Format haben. Die spielen vielleicht beide in Ligen, die nicht so wahrgenommen werden, aber vom Potenzial bewegen die sich auch auf einem Topniveau.

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Comunioblog: Sie glauben also nicht, dass dies ein Problem sein wird?

Petric: Nein, das glaube ich nicht. Wenn die Spieler wirklich ihr Potenzial abrufen, dann sehe ich keine Probleme. Heutzutage wird nicht nur mit der Verteidigung verteidigt. Wenn alle mit nach hinten arbeiten, haben wir da keine Probleme.

Comunioblog: Trainer Zlatko Dalic ist außerhalb von Kroatien eher ein Unbekannter. Was ist er für ein Trainertyp?

Petric: Das ist für mich schwer zu beantworten, weil ich ihn als Trainer nie erlebt habe. Er war ja vorher auch in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs. Was man allerdings schon vor den Playoff-Spielen gegen Griechenland gesehen hat, ist, dass er es in kurzer Zeit geschafft hat, die Stimmung in der Mannschaft wieder anzuheben und eine gewisse Lockerheit ins Team zu bringen. Das war zu der Zeit sehr wichtig.

Seite 2: Petric über die schwere Kroatien-Gruppe, die Chancen der Schweiz und seine Zukunftspläne

Seite 3: Petric über den Abstieg des HSVs, die ewigen Probleme im Umfeld und Lucien Favre beim BVB

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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