Die Einführung der Nations League spaltet die Fußball-Welt. Die eine Seite hält es für eine großartige Idee, Länderspiele wieder aufzuwerten. Die andere Seite fürchtet die hohe Belastung. Auch im Comunioblog-Team gibt es zwei Meinungen. Die Redakteure Marc-Oliver Robbers und Sebastian Schramm beleuchten beide Seiten.

Warum die Nations League super ist:

Die Nations League ist eine großartige Idee. Endlich ist die Zeit der langweiligen Freundschaftspiele gegen Fußballzwerge vorbei. Darauf hatte ohnehin niemand mehr Lust – nicht einmal die Nationalspieler. Leistungsträger wie Bastian Schweinsteiger oder Miroslav Klose sagten die Termine häufig ab und weniger etablierte Spieler, nutzen die Länderspielpause lieber dazu, Wehwehchen auszukurieren.

Das dürfte jetzt vorbei sein. Klassiker gegen Italien, Niederlande oder England versprühen genauso Reiz wie Partien gegen die Fußball-Großmächte Frankreich, Spanien oder Portugal. Das will der Zuschauer sehen und darauf haben auch die Spieler Bock. Zumal das neue Format nicht nur für die Verbände finanziell lukrativ sein wird, sondern auch für die Spieler. Neben Antrittsgeldern und Prämien dürften auch die Werbeeinnahmen steigen. Ein Duell Schweinsteiger gegen Cristiano Ronaldo lässt sich nun einmal besser vermarkten als Lars Bender gegen Heinrich Schmidtgal.

Die Gefahr der Mehrbelastung sehe ich nicht. Die UEFA will sich weiter an den Rahmenterminplan halten. Das bedeutet, es gibt keine zusätzlichen Länderspieltermine.  Einziger Wermutstropfen: Interkontinentale Spiele werden künftig fast komplett wegfallen. Sieht man es positiv, wertet dies im Grunde die WM weiter auf.

Ohnehin glaube ich nicht, dass der neue Wettbewerb EM oder WM in irgendeiner Weise abwerten wird. Come on! Es ist die WM. Das größte Turnier der Welt. Der Traum von jedem Spieler. Das geht überhaupt nicht. Ähnliche Stimmen gab es bereits bei der Einführung der EM in den 1960er Jahren. Völlig unbegründet.

Ich behaupte sogar, dass der neue Modus mit verschiedenen etwa gleich starken Divisionen ein Vorreiter für einen neuen Qualifikationsmodus für die Turniere sein könnte. Nicht wenige fordern bekanntlich eine Vorqualifikation für die kleineren Länder, um den Quali-Spielplan zu entzehren. Voila! Hier ist die Lösung.

Und für uns Comunio-Freaks könnte das doch ein neues, nettes Spiel sein. Ein ganzjähriges Länderspiel-Comunio! Comunio-Chef Fabian Loschek hat gerade erst im Interview mit Comunioblog bekanntgegeben, dass es eine WM-Version geben wird, aber ein dauerhafter dauerhafter Nationalmannschafts-Manager hätte doch auch was, oder?

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Warum ich nicht mit meinem Kollegen konform gehe:

Ich bin bezogen auf Nations League ein Fußballromantiker. Mit der Einführung geht meiner Meinung nach der Reiz der beiden großen Turniere in den Keller. Das mag für viele verwerflich klingen, doch nichts ersetzt für mich die riesige Vorfreude auf eine Welt- oder Europameisterschaft.

Das Argument, dass durch die neue Liga der Nationalmannschaften nur noch große Teams gegeneinander spielen würden, mag stimmen – doch hat Deutschland diesen Weg nicht längst eingeschlagen?

Durch den eigenen Aufstieg in die absolute Weltklasse werden die Termine außerhalb der Qualifikationen zur EM und WM mit Klassikern gefüllt. So spielte Deutschland in den letzten Jahren Länderspiele gegen Frankreich, England, Italien, Brasilien, Argentinien und die Niederlande. Viel mehr ist kaum möglich.

Zum anderen ist der Punkt der großen Belastung nicht von der Hand zu weisen. Der Wettbewerb hat, verständlicherweise, nicht ansatzweise das Charisma der beiden großen Turniere. Eine Pause käme nach einer langen Saison mit drei Wettbewerben und den Nachwehen einer EM oder WM gerade recht.

Resultierend aus diesem Umstand müssten die Verantwortlichen den Kader umstrukturieren – und was wäre eine Nations League ohne die besten Spieler überhaupt noch wert? 

Eine weitere Frage, die sich mir stellt: Was passiert durch die Einführung mit dem Confederations Cup? Da auch dieser in den ungeraden Jahren stattfindet, könnte es erhebliche Komplikationen geben. Zumal Fifa-Präsident Sepp Blatter und UEFA-Chef Michel Platini sowieso im Clinch stecken. Was ist, wenn zwei unterschiedliche europäische Mannschaften Welt- und Europameister sind? Sollen sie bei zwei Turnieren innerhalb eines Sommers spielen? Kaum möglich.  

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Autor: ComunioMagazin

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