RB Leipzig

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Am vergangenen Wochenende lief so etwas wie das letzte Aufgebot der Leipziger in der Bundesliga auf. Dass dabei durchaus noch eine schlagkräftige Truppe auf dem Feld stand, die gegen Borussia Dortmund mithalten konnte, spricht für das enorme Potenzial des Aufsteigers. Comunioblog blickt auf den Kader und schätzt die Einsatzchancen der einzelnen Spieler ein. 

Timo Werner, Marcel Sabitzer, Diego Demme und Emil Forsberg. In Comunio-Zahlen sind das 352 Punkte, die RB gegen Dortmund nicht zur Verfügung standen. Diese vier Leistungsträger haben also zusammen mehr Punkte geholt als der komplette Kader von Darmstadt (100), Hamburg (226) oder Wolfsburg (337). Dennoch brachte es das Brause-Gebilde nicht zum Einsturz.

Leipzigs System ist stark genug, um auch den Ausfall von vier aktuellen Leistungsträgern aufzufangen. Dabei wird gerne vergessen, dass mit Lukas Klostermann noch ein weiterer schon die komplette Saison fehlt. Das spricht auch für die Vertreter, auch wenn die Hierarchien innerhalb der Mannschaft mittlerweile recht fest sind. Das beweist auch ein Blick auf die einzelnen Mannschaftsteile.

Tor

Peter Gulacsi ist die unumstrittene Nummer 1. Der Ungar gehört sicher nicht zu den besten seines Fachs in der Bundesliga (Platz 10 nach Comunio-Punkten), aber liefert grundsolide seine Leistung ab. Und so wird sich bis zum Sommer sicher nichts an seinem Status ändern. Dann könnte es aber neue Konkurrenz geben, schließlich führen gerade gleich mehrere gute deutsche Keeper bei ihren Vereinen im Ausland On-Off-Beziehungen mit ihrem Stammplatz.

Kevin Trapp (Paris Saint-Germain), Ron-Robert Zieler (Leicester City) und Loris Karius (FC Liverpool) dürften allesamt höher einzuschätzen sein, als der ungarische Nationalkeeper. Aber zurück aus der Gerüchteküche ins Hier und Jetzt. Gulacsis Vertretung teilen sich  der letztjährige Stammkeeper Fabio Coltorti und Marius Müller. Sie besetzen abwechselnd den Platz auf der Bank.

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Abwehr

Den Platz auf der Bank kennt Bernardo nur vom Saisonbeginn. Mittlerweile hat sich der eigentliche Innenverteidiger sehr gut mit der Position des Rechtsverteidigers arrangiert. Zwar wird Anfang März mit Lukas Klostermann der etatmäßige Stammspieler zurückkehren, aber nach seiner Kreuzbandverletzung wird er sicher noch Zeit brauchen, ehe er wieder der Alte sein wird. Langfristig dürfte aber Klostermann wieder hinten rechts spielen.

Ob es dann für Bernardo in die Innenverteidigung geht, darf bezweifelt werden. Dort ist in jedem Fall Willi Orban gesetzt. Und auch Marvin Compper hält sich trotz aller Unkenrufe tapfer. Erst kam Kyriakos Papadopoulos nicht am Routinier vorbei und nun kämpft mit Neuzugang Dayot Upamecano ein weiterer Spieler darum, den Ex-Nationalspieler zu verdrängen.

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Compper dürfte seinen Platz in naher Zukunft sicher haben, auch wenn er am Wochenende aufgrund einer Gelbsperre nicht auflaufen darf. Das Spiel gegen den Hamburger SV wird auf jeden Fall zeigen, inwieweit Coach Ralph Hasenhüttl Upamecano bereits vertraut. Darf der Franzose erstmals von Beginn an ran, oder entscheidet Hasenhüttl sich für die sichere Variante, indem er wie zuletzt immer Sechser Stefan Ilsanker in die Viererkette zieht?

Auf der linken Seite verrichtet Marcel Halstenberg einen grundsoliden Job., der ihn bald sogar in die Nationalmannschaft führen könnte. Bekanntlich ist das Angebot an guten deutschen Außenverteidigern begrenzt. Backup Benno Schmitz, der auch schon rechts randurfte, ist aktuell auf beiden Seiten außen vor.

Mittelfeld

Das defensive Mittelfeld bilden Ilsanker und Diego Demme. Zumindest so lange Allzweckwaffe Ilsanker nicht in der Viererkette aushelfen muss. In dem Fall spielte Naby Keita an der Seite von Demme. Es dürfte interessant sein, wer aufläuft, wenn mal alle einsatzfähig sind. Das kam in den letzten Wochen eigentlich nie vor, könnte aber demnächst eintreffen.

Denn Emil Forsberg hat seine Rotsperre abgesessen und wird nun wieder auf den rechten Flügel zurückkehren. Auf der linken Seite ist Marcel Sabitzer gesetzt. Aber Keita ist es auch – irgendwie. Es kommen also Luxusprobleme auf Hasenhüttl zu. Denn darüberhinaus gibt es auch noch den eigentlichen Kapitän Dominik Kaiser, der in den letzten Wochen arg ins Hintertreffen geraten ist und weder auf dem Flügel noch in der Zentrale viel Einsatzzeit bekommen hat. Gleiches gilt für das schottische Talent Oliver Burke.

Rani Khedira, der aus der Personalnot heraus, am 19. Spieltag in die Startformation rückte, ist nur die Nummer 5 oder 6 im defensiven Mittelfeld (auch Upamecano kann dort spielen) und dürfte daher nicht mehr so viele Einsätze bis Saisonende erhalten. Gut möglich, dass der kleine Bruder von Sami im Sommer eine Luftveränderung anstreben wird. Im Grunde sind Ilsanker, Demme, Forsberg und Sabitzer gesetzt. Keita gibt den Springer und kommt so eigentlich auch jeden Spieltag auf seinen Einsatz.

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Sturm

Auch im Angriff hat sich eine klare Hierarchie herauskristallisiert. Yussuf Poulsen und Timo Werner sind gesetzt. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass Poulsen erst ein Saisontor erzielt hat. Der Däne wird viel mehr daran gemessen, welchen Aufwand er für die Mannschaft betreibt. Da Davie Selke ein ähnlicher Spielertyp ist, bleibt ihm aktuell nur die Reservistenrolle. Beide zusammen harmonieren nicht gut, das hat auch das Spiel gegen Dortmund bewiesen.

Werner ist ohnehin unumstritten. Der Ex-Stuttgarter spielt eine unfassbar gute Saison und dürfte bei der nächsten Länderspielnominierung auch einen Anruf von Jogi Löw erhalten. Sollte der Angreifer mal passen müssen, ist eigentlich Sabitzer sein Vertreter. Der Österreicher rückt dann vom Flügel ins Sturmzentrum. Wenn beide fehlen, aber auch nur dann, kann auch mal Federico Palacios Bundesligaluft schnuppern.

Leipzig hat ein Gerüst von 16 Spielern, die Chancen auf Einsätze haben. Das reicht in dieser Saison aus, wird sich aber in Zukunft ändern. Manager Ralf Rangnick kündigte bereits an, dass man im Falle einer Europapokalteilnahme den Kader massiv verbreitern werde. Rangnick äußerte sogar Gedankenspiele, möglicherweise eine eigene Mannschaft für den internationalen Wettbewerb aufbauen zu wollen. Das macht es für Comunio interessant, aber auch schwieriger.

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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