Deutschland empfängt in München Österreich – bei einem Sieg stößt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw die Tür nach Brasilien weit auf. Die Vorschau von Comunioblog.  

Die Geschichte: Das Duell der beiden Nachbarn birgt seit jeher viel Brisanz. Das erste Aufeinandertreffen gab es bereits im Jahr 1908, die Österreicher entschieden das Spiel mit 3:2 für sich. Seitdem kamen allerdings nur sieben Siege dazu, Deutschland gewann von den insgesamt 38 Länderspielen 24-Mal. Doch trotz der guten Bilanz der Nationalelf: Die „Schmach von Cordoba“ wird seit dem 21. Juni 1978 wohl jeder deutschen Mannschaft vorgehalten. Die Österreicher gewannen das letzte Gruppenspiel der zweiten Finalrunde der Weltmeisterschaft 1978 mit 3:2, Hans Krankl genießt aufgrund seines Siegtreffers bis heute Legendenstatus in der kleinen Alpenrepublik. In Wien gibt es seit dem Jahr 2009 gar den „Cordobaplatz“. Deutschland verlor letztmals 1986 gegen Österreich – danach gab es ein Unentschieden und acht Siege.

Die Ausganslage: Deutschland liegt im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Brasilien gut im Rennen. Sechs Partien sind gespielt, das Team um Joachim Löw rangiert mit 16 Punkten und fünf Zählern Vorsprung auf Rang eins. Dass die Bilanz nicht makellos ist, liegt an dem fast schon legendären 4:4 gegen die Schweden in Berlin, als die Nationalmannschaft einen Vier-Tore-Vorsprung verspielte.

Für Löw zählen beim Doppelspieltag gegen Österreich und die Färöer Inseln nur sechs Punkte, um ein mögliches Endspiel gegen die Schweden in Stockholm zu vermeiden. Anders als Deutschland wollen die Österreicher natürlich einen Durchmarsch der DFB-Elf verhindern – vor allem, weil nach langer Zeit die Möglichkeit besteht, per Qualifikation ein Ticket für die WM zu lösen. Das Team von Trainer Marcel Koller liegt mit elf Zählern auf Rang zwei, die Tre Konor und Irland weisen bei schlechterem Torverhältnis die gleiche Punktzahl auf.

Die Mannschaften: Beim letzten Testspiel der deutschen Nationalmannschaft hagelte es Kritik. Das 3:3 gegen Paraquay offenbarte so ziemlich alle Schwächen, die dem DFB-Tross seit Jahren anhaften: Die mangelnde Konsequenz im letzten Angriffsdrittel wurde durch die drei Tore zwar kaschiert, doch die Defensivleistung brachte selbst so manchen Spieler ins Grübeln. Gibt ein durchweg offensiv orientierter Fußball überhaupt die Möglichkeit, große Titel zu gewinnen?

„Wir haben uns mit der Nationalmannschaft gut entwickelt und den anderen gezeigt, dass wir offensiv guten Fußball spielen können. Aber wir dürfen die Defensive nicht vernachlässigen“, sagte Manuel Neuer nach der Partie gegen die Südamerikaner. „Vielleicht müssen wir erst einmal wieder lernen, zu Null zu spielen.“

Teamkollegen pflichteten ihm bei, auch in den Tagen vor dem Duell gegen den Nachbarn war die Defensive Themenschwerpunkt Nummer eins. So sprach Kapitän Philipp Lahm, der gegen Österreich sein 100. Länderspiel bestreitet, dass die Defensive, gerade im Hinblick auf eine Weltmeisterschaft, das „A und O“ ist.

Löw reagierte leicht angesäuert ob der Diskussion. Er fordert eine aggressive Verteidigung schon weit in der Hälfte des Gegners, denn „nur wer agiert – auch defensiv – kann ein Spiel gewinnen“, erklärte der 52-Jährige.

Im Gegensatz zum großen Bruder Deutschland ist die Verteidigung für Österreich das geringste Problem. Trainer Marcel Koller hat der Mannschaft eine Handschrift mit dem Schwerpunkt auf die Defensive verpasst, in den bisherigen sechs Quali-Partien gab es fünf Gegentreffer – damit stellt Österreich die beste Abwehr der gesamten Gruppe.

Hinzu kommt eine schlagfertige Mannschaft: David Alaba, Zlatko Junuzovic, Martin Harnik oder auch Marko Arnautovic – das ÖFB-Team kann ein extrem unangenehmer Gegner sein.

Mögliche Aufstellung:

Deutschland: Neuer – Schmelzer, Hummels, Boateng, Lahm – Kroos, Khedira – Reus, Özil, Müller – Klose

Österreich: Almer – Garics, Dragovic, Pogatetz, Fuchs – Kavlak, Alaba – Weimann, Junuzovic, Arnautovic – Harnik

Autor: Sebastian Schramm

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