Alemannia Waldalgesheim - Bayer Leverkusen

Bayer Leverkusen möchte wieder in die Champions League. Roger Schmidt steht dafür ein breiter Kader mit hoher Flexibilität zur Verfügung. Nur ein Mannschaftsteil bereitet dem Trainer sorgen.

Die Situation:
Bayer 04 Leverkusen scheint mit einem breiten Kader erneut gerüstet für den Angriff auf die Champions-League-Plätze. Besonders die neue Flexibilität ist dabei der Trumpf von Kapitän Simon Rolfes und Co. In den Testspielen setzte der von RB Salzburg gekommene Trainer Roger Schmidt meist auf ein 4-4-2. Im DFB-Pokal lief die Werkself im altbewährten 4-2-3-1 auf und besiegte Sechsligist SV Alemannia Waldagesheim ungefährdet mit 6:0. Insgesamt hat Bayer eine gute Mischung aus jungen, entwicklungsfähigen sowie älteren, erfahrenen Akteuren beisammen.

Im Tor ist der erst 22-jährige und dennoch bereits sehr abgeklärte Bernd Leno die unumstrittene Nummer eins. In der letzten Spielzeit war der U17-Europameister von 2008, dessen realer Marktwert aktuell mit ca. 18 Millionen beziffert wird, mit 132 Punkten drittbester Comunio-Keeper. Als erfahrenen Ersatz verpflichtete Bayer Dario Kresic vom 1. FSV Mainz 05.

Abwehrkette als Achillesferse?

In der Viererkette hat sich Ömer Toprak als unumstrittener Abwehrchef herauskristallisiert. Da Roger Schmidt dem in die Jahre gekommenen Emir Spahic (33) sowie Philipp Wollscheid (Wechsel angedacht) nicht uneingeschränkt zu vertrauen scheint, wurde neben dem 18-jährigen Talent Tin Jedvaj (AS Rom) Kyriakos Papadopoulos vom FC Schalke 04 verpflichtet (Leihe für ein Jahr). Im Pokal fehlten der Grieche (leichte Knieprobleme) sowie Toprak (Rücken) allerdings mit kleinen Blessuren, weshalb Spahic und Jedvaj die Innenverteidigung bildeten. Wer am ersten Spieltag in Dortmund neben Ömer Toprak auflaufen wird, bleibt offen.

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Auf den Außenbahnen bieten sich für Bayer die größten Unwägbarkeiten. Während 6,5-Millionen Neuzugang Wendell hinten links eventuell etwas Zeit benötigt, um ein stabiles Bundesliga-Niveau zu erreichen, ist Giulio Donati auf der rechten Seite eine eher durchschnittliche Lösung. Alternativen bieten hier Roberto Hilbert, Tin Jedvaj oder gar der frisch-gebackene U19-Europameister Levin Öztunali, der allerdings eher im defensiven Mittelfeld beheimatet ist. Als Alternative für den 21-jährigen Brasilianer Wendell steht Sebastian Boenisch bereit. Allesamt Spieler, deren internationale Klasse zumindest infrage gestellt werden kann.

Im Mittelfeld tummeln sich im Gegensatz zur Verteidigung eine Menge Alternativen mit vielversprechenden Möglichkeiten – allen voran Königstransfer Hakan Calhanoglu, der sofort eine tragende Rolle übernehmen soll. Er dürfte vorerst ebenso gesetzt sein wie Allrounder Gonzalo Castro und Sechser Simon Rolfes, der erst kürzlich erneut zum Kapitän ernannt wurde. Lars Bender, im Moment noch mit einer Muskelverletzung außer Gefecht, ist im defensiven Mittelfeld bei voller Fitness mindestens eine gleichwertige Alternative. Stefan Reinartz wird sich hier zunächst hinten anstellen müssen und saß auch im Pokal 90 Minuten auf der Bank.

Starke Offensive als Trumpf

Auf den offensiveren Mittelfeldpositionen hat sich neben Calhanoglu Rückkehrer Karim Bellarabi (zuletzt Braunschweig) in den Vordergrund gespielt. Der 24-jährige scheint die Anforderungen des angedachten Pressings verinnerlicht zu haben und ist auch bei einem System mit zwei Spitzen eine  Option. Während der häufig gelobte, relativ unbekannte Sommer-Neuzugang Vladen Yurchenko aus der Ukraine sich wohl noch gedulden muss, ist Julian Brandt bereits eine feste Größe im Bayer-Kader. Im Pokal durfte der 18-jährige erneut von Beginn an ran und machte dabei einen guten Eindruck. Bereits in den letzten acht Saisonspielen 2013/14 war der Youngster mit 5,2 Punkten im Schnitt unter den besten Bayer-Akteuren.

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Heung-Min Son kam zwar im Pokal nur von der Bank, dürfte sich aber mit Bellarabi und Brandt auf den offensiven Außenposition abwechseln. Robbie Kruse hingegen könnte zwecks Spielpraxis an einen Erst- bzw. ambitionierten Zweitligisten verliehen und in dieser Hinsicht für Comunio interessant werden.

Bei einem Ein-Mann-Sturm ist Stefan Kießling ohne Frage gesetzt. Josip Drmic, Neuverpflichtung aus Nürnberg, könnte in einer Ausrichtung mit zwei Spitzen und als Joker für Furore sorgen. Zuletzt allerdings schien es, als würde Schmidt aktuell eher auf Bellarabi setzen, als einen zweiten Strafraum-Stürmer neben Kießling zu nominieren.

Comunio-Player to watch:
Während Julian Brandt kaum noch als Überraschung durchgeht, sind die Eindrücke von Offensiv-Kollege Bellarabi entgegen der Erwartungen vieler Kritiker vielversprechend. Comunio-Manager sollten deshalb beobachten, ob der schnelle und abschlussstarke Außenbahnspieler sein Potential auch in der Bundesliga auf den Platz bringen kann. Mit 2,47 Millionen ist der ehemalige U21-Nationalspieler im Moment noch günstig zu haben. Ein Auge kann auch auf Tin Jedvaj geworfen werden, der von Roger Schmidt besonders aufgrund seiner Schnelligkeit geschätzt wird.

Prognose:
Leverkusen hat einen äußerst flexiblen und offensiv bärenstarken Kader beisammen. Der erste Gradmesser wartet bereits am ersten Spieltag, wenn Bayer 04 in Dortmund gastiert. Auch das folgende Heimspiel gegen Hertha BSC sowie die Begegnung am vierten Spieltag in Wolfsburg haben es in sich. Nach diesen Spielen wird sich zeigen, wohin der Weg der hochveranlagten aber in Teilen noch recht jungen Truppe führt. Die Konkurrenz aus Gelsenkirchen und Wolfsburg ist enorm, auch Mönchengladbach hat ein gut strukturiertes Team mit starken Einzelspielern vorzuweisen. Dennoch: Fruchten die Ideen des neuen Trainers, ist für Bayer erneut ein Platz unter den ersten vier drin.

Transferaktivitäten:
Zugänge:
Karim Bellarabi (nach Leihe zu Eintracht Braunschweig), Hakan Calhanoglu (Hamburger SV), Josip Drmic (1. FC Nürnberg), Tin Jedvaj (AS Rom, ausgeliehen), Dario Kresic (1. FSV Mainz 05), Kyriakos Papadopoulos (FC Schalke 04), Maximilian Wagener (eigene Jugend), Wendell (Gremio Porto Alegre), Yurchenko (Shakthar Donetsk)
Abgänge:
Emre Can (FC Liverpool), Danny da Costa (FC Ingolstadt 04), Eren Derdiyok (Kasimpasa Istanbul, zuvor ausgeliehen von Hoffenheim), Guardado (nach Leihe zurück zum FC Valencia), Jens Hegeler (Hertha BSC), Junior Fernandes (Dinamo Zagreb), Arkadiusz Milik (verliehen an Ajax Amsterdam), Andres Palop (Karriereende), Sidney Sam (FC Schalke 04), Konstantinos Stafylidis (ausgeliehen an FC Fulham)

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