FC Bayern München Pep Guardiola

Der FC Bayern München hat einen bewegten Sommer hinter sich. Doch was ist eigentlich passiert? Der Kader wurde sinnvoll verstärkt, die Vorbereitung war ordentlich. Das Saisonziel: Geschichte schreiben. 

Situation: Unruhe, die. Zustand gestörter, fehlender Ruhe.

Die Defintion des Dudens bringt den Sommer 2015 des FC Bayern treffend auf den Punkt. Kaum ein Tag ohne reißerische Überschriften, Gerüchte und Geschichten.

Das ist per se nicht neu und muss vielleicht so sein; doch besaß die Berichterstattung in den letzten Wochen und Monaten eine nicht zu übersehende Schärfe.

Beginnend mit dem Abgang Bastian Schweinsteigers, unzähligen Gerüchten ob eines Verkaufs von Mario Götze und dem Damoklesschwert Vertragsverlängerung Pep Guardiola: Über Fußball, über die Vorbereitung wurde nur selten gesprochen.

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„Es wird versucht, ein bisschen Gift bei uns reinzubekommen“, sagte Thomas Müller. „Aber wir haben uns nicht auseinanderdividieren lassen. Wir müssen Ruhe bewahren.“

Nun: Was ist unter dem Strich eigentlich passiert?

Bastian Schweinsteiger wollte nach 17 Jahren FC Bayern eine neue Herausforderung und hat den Verein gebeten, gehen zu dürfen. Mario Götzes Antworten auf Fragen nach einem vorzeitigen Wechsel wurden aus dem Zusammenhang gerissen.

Bleibt noch Pep Guardiola. Sein Vertrag gilt noch bis 2016. Bis Ende des Jahres soll es Gespräche über eine mögliche Ausdehnung des Kontraktes geben. Nicht ungewöhnlich.

Zur Erinnerung: In Barcelona lief sein Vertrag 2011 ebenfalls aus. Nach zweieinhalb Jahren Arbeitszeit. Erst im Februar 2011 verlängerte er um ein weiteres Jahr, gewann im Anschluss die Champions League.

Viel Wind um nichts?

Gute Vorbereitung

Abseits der medialen Störfeuer hat der FC Bayern einen ziemlich guten Sommer hinter sich gebracht. Fast alle Spieler sind fit und konnten ausgiebig trainieren; im Vergleich zum Ende der letzten Saison ein Segen.

Ferner gelang es, den ohnehin schon überragenden Kader zu verstärken: Mit Douglas Costa macht sich München ein Stück weit frei von der Abhängigkeit Robberys. Arturo Vidal steht in der Blüte seiner Schaffenskraft und gibt dem bayerischen Spiel eine ordentliche Portion Aggressivität.

Dahinter kommen hoffnungsvolle Talente wie Joshua Kimmich und Pierre-Emile Höjbjerg, die in der Lage sind, sich in die Rotation zu spielen.

Die Voraussetzungen für den vierten Meistertitel in Folge könnten nicht besser sein. „Wenn die Mannschaft hungrig ist, will und Energie hat“, sagt Philipp Lahm, „wird es keinen anderen deutschen Meister geben.“

Und vielleicht herrscht dann ja wieder ein bisschen Ruhe. Laut Duden übrigens der „durch kein (lärmendes) Geräusch und lebhaftes Treiben gestörter Zustand.“

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Player to watch: Thiago Alcantara. Sicher: Hier könnten ziemlich viele Spieler stehen. Die beiden Neuzugänge Costa oder Vidal, auch Mario Götze, der (mal wieder) vor einer richtungsweisenden Saison steht. Doch Thiago ist der X-Faktor im Spiel des FC Bayern. Thiago oder nichts. Guardiolas Lieblings.

Erstmals seit seinem Wechsel an die Isar hat Thiago die komplette Sommer-Vorbereitung abgerissen. Ein nicht zu unterschätzender Umstand: Nach seinen vielen Verletzungen scheint der Spanier voll im Saft.

Findet er seinen Rhythmus, ist er einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Stetige Präsenz, überragende Technik, manchmal eine Prise Anarchie.

„Thiago hat die Qualität ins Eins-gegen-eins zu gehen, im Mittelfeld die Bälle zu halten“, sagte Kapitän Philipp Lahm der „SportBild“. „Er kann die entscheidenden Pässe spielen.“

Sein Preis? Liegt momentan bei knapp unter 10 Millionen Euro. Könnte sich lohnen.

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Youngster to watch: Joshua Kimmich. Mit Talenten und dem FC Bayern ist das immer so eine Sache. Immer sollen und müssen Titel gewonnen werden; der stetige – aber auch selbst gewollte – Druck erschwert oftmals den Aufbau von hoffnungsvollen Nachwuchsspielern zu gestandenen Profis des FC Bayern.

Vor diesem Hintergrund ist Schritt Kimmichs aus der zweiten Liga in Richtung München durchaus selbstbewusst. Wer den 20-Jährigen aber in der Sommerpause beobachtet hat, wird das Gefühl nicht los, beide Seiten hätten die richtige Entscheidung getroffen.

Kimmich bekam regelmäßig viele Minuten und überzeugte, Guardiola schwärmte in auffällig regelmäßigen Abständen. Chancen auf Einsätze? Absolut gegeben.

Denn: Arturo Vidal wird wohl eher auf der Acht als auf der Sechs zum Einsatz kommen, Lahm des Öfteren den Rechtsverteidiger geben. Dass Xabi Alonso bei voller Kapelle jedes Spiel bekommt, ist unwahrscheinlich.

Wie wäre es? Kimmichs Marktwert liegt bei 2,4 Millionen Euro.

Prognose: Das Ziel ist klar. Der FC Bayern München will sich zum vierten Mal in Folge den deutschen Meistertitel sichern – und damit eine neue Bestmarke in die Bundesliga-Historie gravieren.

Die Chancen? Sind herausragend. Der Kader bewegt sich auf europäischem Top-Niveau, zudem steht an der Seitenlinie kein Blinder. Gelingt es dem FC Bayern – wie auch in den letzten drei Spielzeiten – fokussiert zu bleiben, gibt es auf die Strecke von 34 Spieltagen eigentlich keine Mannschaft, die mithalten kann. Eigentlich.

Ein Blick in die Statistik sollte den Verfolgern Mut machen: Hätte die Bundesliga im letzten Jahr nur aus den sechs Top-Teams der Abschluss-Tabelle bestanden, stünde München auf dem letzten Platz.

Transferaktivitäten:

Zugänge: Douglas Costa (Shaktar Donezk), Sven Ulreich (VfB Stuttgart) Joshua Kimmich (VfB Stuttgart), Jan Kirchhoff (FC Schalke 04, Leihe beendet), Julian Green (Hamburger SV, Leihe beendet), Pierre-Emile Höjbjerg (FC Augsburg, Leihe beendet)

Abgänge: Pepe Reina (SSC Neapel), Bastian Schweinsteiger (Manchester United), Mitchell Weiser (Hertha BSC), Lukas Görtler (1. FC Kaiserslautern), Xherdan Shaqiri (Inter Mailand), Claudio Pizarro (Ziel unbekannt)

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Autor: Sebastian Schramm

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