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Der FC Schalke 04 ist mit Herbstbeginn vollkommen aus dem Tritt geraten und hat seither mit akuter Formschwäche zu kämpfen. Darunter litt vor allem die Platzierung in der Bundesliga, wohingegen der Status Quo bei Comunio beinahe unverändert scheint. 

Nur einen Sieg errangen die Knappen aus den letzten sieben Bundesligaspielen. Dieser ist datiert am 15. Spieltag, als man Hannover 96 3:1 bezwang. Damit holte der FC Schalke in einer Partie mehr als in den vorangegangenen fünf zusammen. Allerdings scheint der Dreier nur ein Zwischenhoch gewesen zu sein, denn am vergangen Wochenende setzte es gegen den FC Augsburg die nächste Pleite (1:2).

Natürlich hat eine solche Flaute auch Auswirkungen auf die Tabellensituation. Standen die Königsblauen am neunten Spieltag noch auf einem sehr guten dritten Platz hinter Bayern und Dortmund, wurden sie mittlerweile bis auf Rang acht durchgereicht. Nach 16 Spieltagen ein negatives Torverhältnis (22:23) aufzuweisen, dürfte ebenfalls nicht für zufriedene Mienen sorgen.

Kein echter Abwärtstrend auf Comunio

Da die Königsblauen sich in einem absoluten Leistungsloch befinden, liegt die Vermutung nahe, dass sich die Formschwäche der Mannschaft auch auf die Leistung der S04-Spieler auswirkt. Dem ist – überraschenderweise – nicht so.

194 Comunio-Punkte erzielten Gelsenkirchener Akteure in den besagten sieben Spielen. Nimmt man die vorherigen Spieltage zusammen, die sportlich wesentlich besser verliefen, kommt das Team auch 224 Punkte. Macht eine Differenz von 30 Punkten, oder anders gesagt 4,29 Punkte mehr pro Spiel – als Mannschaft. Von einem Punktabsturz bei Comunio kann bei dieser Größenordnung keine Rede sein.

Bricht man die Diskussion jedoch auf die einzelnen Spieler herunter, ergeben sich unterschiedliche Szenarien. So gibt es durchaus Akteure, die in der Formkrise Federn gelassen haben und nicht mehr so zuverlässig und erfolgreich punkten wie zuvor. Auf der anderen Seite gibt es Schalker, die der Krise souverän trotzten – oder sogar davon profitierten.

Altstars mit Problemen

Interessanterweise sind es vor allem die erfahrenen Spieler im Team, die aktuell nachgelassen haben, beispielsweise Abwehrchef Joel Matip. Der Kameruner ist mit 76 Punkten immerhin der beste Comunio-Verteidiger der Liga. Allerdings hatte er schon nach dem neunten Spieltag 60 dieser 76 Zähler beisammen und konnte seither „nur“ noch 16 weitere anhäufen.

Ähnlich ist die Lage bei Ralf Fährmann. Der ist aktuell zwar noch immer zweitbester Keeper der Liga nach Punkten (68) hinter Timo Horn, konnte sich in den letzten Wochen aber ebenfalls kaum noch auszeichnen.

Noch schlimmer ist die Lage bei Roman Neustädter. In der Anfangsphase der Saison war der Ex-Gladbacher noch absoluter Leistungsträger und Stabilisator im Knappen-Mittelfeld. Von diesem Neustädter ist kaum noch etwas übrig, seit dem zehnten Spieltag hat er in vier Einsätzen keinen einzigen Punkt mehr erzielt.

Youngsters unbeeindruckt

Ein gänzlich anderes Bild hinterließen zuletzt die zahlreichen jungen Talente im königsblauen Kader. Sie zeigten, zumindest auf Comunio, auch in den vergangenen Wochen sehr konstante und stabile Leistungen. Allen voran natürlich Shootingstar Leroy Sané. Der frisch gebackene Nationalspieler hat seit dem zehnten Spieltag 25 Punkte eingefahren und damit fast genau so viele wie im vorangegangenen Intervall (27).

Selbiges gilt für Leon Goretzka, der immer mehr in die Rolle des Mittelfeld-Leaders hineinwächst. 16 Punkte seit dem zehnten Spieltag, 18 Punkte zuvor. Und Max Meyer? Der scheint in der Schwächephase sogar ein wenig aufzublühen! So erzielte er alleine zwischen dem 13. und dem 15. Spieltag mehr Punkte (20) als in den ersten acht Saisonspielen zusammen (12).

Nutznießer Choupo-Moting

Der absolute „Gewinner“ der aktuellen Krise ist zweifellos Eric-Maxim Choupo-Moting. Die persönliche Saison des Angreifers verläuft quasi konträr zu der seines Vereins. Am Anfang lief es bescheiden bis durchwachsen, dass er bisweilen sogar auf der Bank Platz nehmen musste. Als eine Kollegen dann nachließen, war er jedoch zur Stelle und ist mittlerweile kaum noch aus dem Team herauszudenken.

In Zahlen ausgedrückt: 27 Punkte in den letzten sechs Einsätzen, 15 in den zehn Spielen zuvor. Somit hat der Deutsch-Kameruner inmitten der Schalker Krise beinah die doppelte Punktausbeute erzielt.

Kein Grund zur Sorge

Gibt es also einen Grund, aktuell die Finger von Schalker Spielern zu lassen? Keineswegs. Manager mit königsblauer Affinität können aufatmen und weiterhin auf ihre Knappen bauen. Denn wie die Analyse gezeigt hat, ist auf Comunio kein Negativtrend erkennbar.

Bei den einzelnen Spielern lassen sich zwar Schwächephasen erkenn, erdrutschartig abgestürzt ist jedoch auch von ihnen keiner, im Gegenteil: Einige Schalker, allen voran Choupo-Moting zeigten sich unbeeindruckt von den schwachen Ergebnissen und sorgten so dafür, dass S04 bei Comunio nicht schlechter dasteht als zuvor.

 

 

 

 

Autor: Philipp Awounou

Leidenschaftlicher Schreiber und Student an der Sporthochschule Köln;)

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