Was für ein Seuchenjahr, was für ein Finale: Alex Meier spielte diese Saison drei Minuten, traf einmal

Foto: © imago /Jan Huebner
Verletzungen, Abwärtsstrudel, Trainerpech: Ein paar Spieler haben ein echtes Seuchenjahr hinter sich – haben aber viel mehr drauf. Und werden das 2018/19 wieder abrufen, wenn man sie lässt. Wir haben Namen für dich!

Jhon Córdoba (1. FC Köln, Sturm, 18 Einsätze, 16 Punkte)

Was für ein Missverständnis: In Köln haben sie vor der Saison offensichtlich geglaubt, dass man mit Jhon Córdoba aus Mainz für viel, viel Geld (offiziell nicht bestätigte 17 Millionen Euro) den Weggang von Antony Modeste kompensieren könnte, der für noch viel, viel mehr Geld nach China gewechselt war. Doch das ganze Projekt war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Modeste hatte in der wundersamen Kölner Vorsaison einfach alles getroffen, aus nichts Tore gemacht. Córdoba dagegen war schon in Mainz alles, nur kein Torjäger. Mit Peter Stögers Hoch-und-weit-und-hinterher-Fußball, den in Mainz auch Martin Schmidt spielen ließ, kann der Kolumbianer seine Stärken in Zweikampf und unnachahmlicher Dynamik einfach nicht auf den Platz bringen. Und dann waren da noch diverse Verletzungen, die den 25-Jährigen noch zusätzlich die Saison verleideten.

Bei den Fans in Köln ist Córdoba unten durch, es ist kaum vorstellbar, dass der Stürmer mit in die zweite Liga geht. Sollte ein halbwegs passendes Angebot kommen, dürfte der Ex-Mainzer weg sein. Noch vor Saisonende wurde er nach Berlin gerüchtet, mal sehen, ob daraus noch ein ernsterer Flirt wird. Verbleibt Córdoba in der Bundesliga und darf in einer Mannschaft spielen, die ihn nicht ununterbrochen in aussichtslose Situationen bringt, wird Córdoba wieder punkten – darauf darf sich jeder Comunio-Manager verlassen!

Alex Meier (Eintracht Frankfurt, Sturm, 1 Einsatz, 11 Punkte)

Was für eine Dramasaison, was für ein märchenhaftes Finale. Der langjährige Kapitän der Eintracht und Bundesligatorschützenkönig verletzte sich im Sommerurlaub schwer am Knöchel, musste operiert werden und verpasste die komplette Vorbereitung, anschließend erkrankte der Stürmer nach einem Zeckenbiss an Borreliose, nur um sich kurz darauf wieder einer OP am Knöchel unterziehen zu müssen. Die Saison war schon früh komplett im Eimer, um dann doch noch märchenhaft zuende zu gehen. Im letzten Heimspiel der Saison kam der „Fußballgott“ gegen den HSV in der 87. Minute zu seinem ersten Saisoneinsatz, um kurz darauf den 3:0-Endstand zu markieren und sich und die Eintracht-Fans in einen rauschhaften Zustand zwischen Nostalgie und Glück zu versetzen.

Denn der weniger märchenhafte Teil der Geschichte ist der: Der Vertrag des inzwischen 35-Jährigen läuft Ende Juni aus und wird wohl – Stand jetzt – nicht verlängert, auch wenn wohl noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist und Meier gerne noch eine Saison dranhängen würde, am liebsten natürlich bei der Eintracht. Bekommt der Ex-Hamburger noch einmal eine Chance im Oberhaus? Ein Torjäger bleibt ein Torjäger bleibt ein Torjäger…

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Abdul Rahman Baba (FC Schalke 04, Abwehr, 1 Einsatz, 0 Punkte)

Das hatten sich alle wohl etwas anders vorgestellt: In der Winterpause verpflichtete der FC Schalke 04 erneut seinen ehemaligen Verteidiger Abdul Rahman Baba vom FC Chelsea (auf Leihbasis bis 2019) aus, natürlich wohlwissend, dass der Ghanaer seit seiner schweren Knieverletzung beim Afrika-Cup im Januar 2017 kein Pflichtspiel mehr gemacht hatte. Dass der 23-Jährige jedoch erst Ende März wieder einigermaßen im Vollbesitz seiner fußballerischen Kräfte sein würde, war dann wohl doch nicht Teil des Plans. Und so kam es, dass Baba nicht wie geplant Druck auf den Dauer-Linksverteidiger Bastian Oczipka ausüben konnte. Lediglich eine gute halbe Stunde konnte der ehemalige Augsburger auf dem Platz stehen.

Kann der Verteidiger endlich mal wieder eine vollständige Vorbereitung durchziehen, ist er endlich mehr als nur eine virtuelle Option für Schalkes Dauerbaustelle in der Viererkette. Ob Baba noch einmal an die 88 Punkte aus seiner letzten vollen Bundesliga-Saison 2014/15 – noch in Diensten des FC Augsburg – anknüpfen kann? Wir werden es 2018/19 erleben.

Mike Frantz (SC Freiburg, Mittelfeld, 15 Einsätze, 2 Punkte)

Von der Stütze zur Krücke: Mike Frantz hat in jeder Hinsicht eine Seuchensaison hinter sich. Nach den ersten elf Spielen standen -6 Punkte in seiner persönlichen Statistik – im Vorjahr waren es zum selben Zeitpunkt noch beachtliche 26 Punkte, die der Defensivspieler sammeln konnte. Und wie es bei einem solch verkorksten Start beinahe folgerichtig erschien, riss Frantz im Spiel gegen den FC Schalke 04 in einem Zweikampf mit Yevhen Konoplyanka das Innenband im Knie.

Die Folge waren 19 Spiele Pause, erst am 31. Spieltag kehrte der 31-Jährige auf den Platz zurück, stand am 32. Spieltag beim überlebenswichtigen 3:2-Sieg gegen den 1.FC Köln wieder in der Startelf und sammelte gleich 6 Punkte. In einer neuformierten Defensive – mutmaßlich ohne Caglar Söyüncü – wird Frantz kommende Saison wieder ein solider Punktesammler sein, der aktuell günstig zu haben ist.

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Tony Jantschke (Borussia Mönchengladbach, Abwehr, 13 Einsätze, 4 Punkte)

Mönchengladbachs Verteidiger Tony Jantschke war mal ein Punktegarant: 2013/14 waren es noch 83 Punkte, in der folgenden Saison sogar 95. Danach ging es bergab, der ehemalige U21-Nationalspieler hat eine längere Verletzungshistorie hinter sich, in der gerade abgelaufenen Saison fehlte vor allem dann, wenn er gebraucht worden wäre und seine Spiele als unumstrittene Stammkraft gemacht hätte. Stattdessen: Ein Drittel aller Pflichtspiele ist nicht das, was sich Jantschke erhofft hatte, der in seinem letzten Saisonspiel am 33. Spieltag immerhin noch einmal mit einer starken Flanke auf Drmic einen Treffer vorbereiten konnte.

In der kommenden Saison wird der Rechtsfuß, der im vergangenen Jahr seinen Vertrag bei den Fohlen bis 2012 verlängert hat, wieder angreifen. „Auch wenn diese Saison nicht ganz das war, was ich mir erhofft habe, fühle ich mich wohl hier, habe mir einen Status erarbeitet und spüre das Vertrauen des Vereins“, verriet Jantschke der Rheinischen Post. Gute Voraussetzungen, ein Seuchenjahr hinter sich zu lassen.

John Anthony Brooks (VfL Wolfsburg, Abwehr, 9 Einsätze, 26 Punkte)

Zuerst setzte eine Oberschenkelverletzung, zugezogen beim Pokalspiel in Norderstedt, den 20-Millionen Neuzugang von Hertha BSC die ersten neun Spieltage außer Gefecht, später brachten Zehen- und Knieprobleme den US-Nationalspieler um beinahe die komplette Rückrunde. Als der 25-Jährige dann am 31. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach endlich wieder ran durfte, war das Comeback nach knapp einer halben Stunde schon wieder vorbei: Trainer Labbadia musste Brooks akut Platzverweis gefährdet wieder runter nehmen.

Weiter entfernt von seinen 68 (2016/17) bzw. sogar 75 (2015/16) Punkten war der Innenverteidiger gefühlt wohl nie, als an jenem Freitagabend im April um kurz vor 21 Uhr. Dass es viel besser geht und eigentlich auch Verlass auf den 1,93 Meter-Mann ist, stellte Brooks dann im ersten Endspiel der „Wölfe“ unter Beweis: Labbadia brachte seinen teuersten Verteidiger wieder von Anfang an und der bedankte sich mit einer tadellosen Leistung (und 4 Comunio-Punkten). Hält der VfL die Klasse, wird Brooks nächste Saison verletzungsfrei und in ruhigerem Fahrwasser wieder ein zuverlässiger Punktelieferant! Wenn…

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Autor: Till Erdenberger

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