Schwach gestartet: Der VfB Stuttgart muss langsam Punkte sammeln

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Endlich läuft die Rückrunde, die ersten Punkte sind schon eingefahren – oder eben nicht. Ein Blick auf die anstehenden Aufgaben lohnt sich also! Wir sagen, welche Aufgaben jetzt auf Hannover, Stuttgart, Augsburg und Co. warten.

VfB Stuttgart:

Die nächsten Spiele: FC Bayern München (A), SC Freiburg (H), Fortuna Düsseldorf (A), RB Leipzig (H), Werder Bremen (A)

Einschätzung: Eigentlich hat der VfB ein gut machbares Auftaktprogramm, lediglich der FC Bayern und RB Leipzig stellen eine andere Größenordnung dar als die Schwaben. Aber wenn es schon mit „eigentlich“ los geht… Gegen den 1.FSV Mainz präsentierten sich die Schützlinge von Markus Weinzierl zum Rückrundenstart derart chaotisch und harmlos, dass man am kommenden Wochenende gegen die Bayern Schlimmstes erwarten sollte. Und dann? Von 33 möglichen Punkten unter Weinzierl holte man ganze neun – die Aufbruchstimmung ist längst vorbei und auch der Neustart nach der Winterpause ist in den Sand gesetzt. Was Hoffnung macht? Die Neuzugänge Steven Zuber und Alexander Esswein hatten gegen Mainz schon gute Momente, dazu zeigte man gegen die Rheinhessen immerhin Moral. Wenn man das als Hoffnungsschimmer aufrufen muss, sagt das schon viel aus.

Comunio-Hoffnung: Einer von ganz wenigen, die gestern gegen den 1.FSV Mainz 05 zumindest in Ansätzen überzeugen konnte, war der Routinier: Christian Gentner war wenigstens über die volle Distanz nicht nur physisch im Spiel, sondern lieferte auch eine engagierte Leistung ab. Zwei eigene Torschüsse, drei Torschussvorlagen, ein Assist reichten für sechs Comuniopunkte. Auch wenn man ein bisschen Fantasie aufbringen muss, um in dem soliden Christian Gentner einen Hoffnungsträger zu sehen, aber sechs Punkte sind für knapp über 2.000.000 ein charmanter Gegenwert.

SC Freiburg

Die nächsten Spiele: TSG Hoffenheim (H), VfB Stuttgart (A), Vfl Wolfsburg (H), FC Schalke 04 (A), FC Augsburg (A)

Einschätzung: Der SC Freiburg ist ein stabiles Gebilde, mit Rückkehrer Vincenzo Grifo hat man sich in der Winterpause mit Augenmaß aber effektiv verstärkt. Dass man nun in Frankfurt zum Rückrundenstart derart eindeutig untergehen würde, war nicht vorher zu sehen. In den kommenden Spielen warten nun mehrheitlich Gegner, gegen die die Streich-Truppe punkten muss, will man nicht nach dem ersten Rückrundendrittel ernsthaft im Abstiegskampf mitzumischen, aus dem man sich bisher ganz gut raushalten konnte. Das bedeutet natürlich auch: Hier sind Punkte auch für Comunio-Manager drin.

Comunio-Hoffnung: Sechs Tore, zwölf Torvorlagen, 143 Comunio-Punkte: In seiner Abschiedssaison lieferte Vincenzo Grifo in Freiburg Leistungsdaten zum Verlieben ab. Danach machte sich der Deutsch-Italiener auf die Reise, glücklich wurde er jedoch nirgendwo außerhalb des Schwarzwalds: Zunächst gelang der Durchbruch in Gladbach nicht und auch bei der TSG Hoffenheim kam der 25-Jährige in der Hinrunde bestenfalls sporadisch zum Einsatz. Nun ist der Mittelfeldspieler wieder in seiner Wohlfühlzone angekommen – und sollte besser schnell an alte Zeiten anknüpfen. Auch, weil derzeit 4.880.000 für den einstigen Vorlagenkönig fällig werden würden…

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FC Augsburg

Die nächsten Spiele: Borussia Mönchengladbach (A), 1.FSV Mainz 05 (H), SV Werder Bremen (A), FC Bayern München (H), SC Freiburg (A)

Einschätzung: Wer hätte das vor der Saison gedacht: Der FC Augsburg ist 2018/19 ein ernsthafter Abstiegskandidat – und es wird immer schlimmer, denn auch der Rückrundenstart gegen Fortuna Düsseldorf ging auf die doofstmögliche Weise durch ein spätes Gegentor in die Hose. Jetzt ist direkt Crunchtime für die Baum-Truppe, denn mit Mönchengladbach und den Bayern warten in den nächsten Wochen zwei unlösbare Aufgaben und das macht die Partien gegen den 1.FSV Mainz 05 und vor allem in Freiburg zu frühen Endspielen in dieser verkorksten Saison.

Dabei hatte man sich eigentlich deutlich mehr vorgenommen. Wir erinnern uns: Vor der Runde hatte DJ Ötzi angekündigt, im Falle von Platz sechs zur Kabinenparty zu kommen. Das ist ein guter Grund, nur auf Platz sieben einzulaufen – aber sich gleich in den Abstiegskampf zu stürzen?

Comunio-Hoffnung: Es kann nur einen geben: Alfred Finnbogason ist die große Hoffnung des FC Augsburg. In der Rosenau ist man dringend auf die Tore des Isländers angewiesen, um die totale Bruchlandung zu vermeiden. Darauf dürften auch nach wie vor zahlreiche Comunio-Manager setzen. Doch der Torjäger kämpft in dieser Saison durchgängig mit Wehwehchen, die den Angreifer konsequent daran hindern, sein volles Leistungsvermögen komplett auszuschöpfen. Andererseits: Das Toreschießen verlernt man doch nicht.

Hannover 96

Die nächsten Spiele: Borussia Dortmund (A), RB Leipzig (H), 1.FC Nürnberg (A), TSG Hoffenheim (H), Eintracht Frankfurt (A)

Einschätzung: Der Rückrundenstart ging für die stark abstiegsbedrohten Niedersachsen in die Hose: 0:1 gegen Werder Bremen hört sich enger an, als es tatsächlich war. Vor allem offensiv wird die Breitenreiter-Truppe mit dieser Vorstellung nur wenige der kommenden Gegner in Panik versetzt haben. Und ein kurzer Blick auf die anstehenden Aufgaben zeigt: Da warten noch ganz andere Kaliber, als die ebenfalls nicht gerade rauschhaft wirbelnden Bremer gestern.

In Dortmund, zuhause gegen RB Leipzig, gegen die TSG Hoffenheim und in Frankfurt: Da warten einige ganz, ganz dicke Bretter, die es mit stumpfem Werkzeug zu bearbeiten gilt. Das Auswärtsspiel in Nürnberg muss also gewonnen werden, will man sich nicht schon im ersten Drittel der Rückrunde nach unten absetzen.

Comunio-Hoffnung: Gibt es überhaupt noch Hoffnung für Hannover 96? Wenn ja, dann gründet die sich auf Torwart Michael Esser. Der 31-Jährige rettete seiner Truppe schon Punkte – oder sorgte zumindest dafür, dass man einigermaßen das Gesicht wahren konnte (Stichwort: Das Heimspiel gegen die Bayern.) Auch gestern gegen den SV Werder Bremen lieferte der ehemalige Darmstädter wieder eine Galavorstellung ab und hielt die Niedersachsen bis zum Schluss einer einseitigen Partie im Spiel. Und diese starken Leistungen ruft der Schlussmann inzwischen in Serie ab, in den letzten sechs Partien sammelte Esser immer mindestens vier Comuniozähler, in den letzten acht Spielen wanderten insgesamt 42 Punkte auf das Konto des Schlussmanns.

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Autor: Till Erdenberger

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