Läuft bei ihnen: Wir sagen, welche Mainzer weiter Spaß machen.

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Mit sieben Punkten ist der Beinaheabsteiger stark gestartet, aber jetzt wird es gegen starke Gegner ernst: Mainz oder Maus? Wir verraten, welche Mainzer dir in der Woche der Wahrheit Freude machen könnten.

0:1 gegen Hannover 96, 0:1 gegen den VfB Stuttgart – in der vergangenen Saison haben sie in Mainz den Start ordentlich in den Sand gesetzt und sich so direkt in einen Abwärtsstrudel manövriert. Übersehen wurde damals in der Bewertung häufig, dass die Mannschaft von Sandro Schwarz zweimal das bessere Team war und dazu viel Pech mit entscheidenden Schiedsrichterentscheidungen hatte. Aber das ist der Tabelle egal und ist das Momentum erstmal weg, kostet es viel Kraft, es sich zurück zu erkämpfen.

In dieser Runde sieht das alles ganz anders aus: Der „Karnevalsverein“ sammelte schon am ersten Spieltag durch ein spätes Jokertor nach einem wieder zähen Spiel gegen den VfB Stuttgart den ersten Dreier ein, am vergangenen Wochenende drehte man sogar in der 87. und 93. Minute einen Rückstand gegen den FC Augsburg in einen Sieg. Das Momentum ist zurück in Mainz!

Die Neuzugänge passen

Einen großen Anteil daran haben – und das ist eher untypisch für Mainz – von Anfang an die Neuzugänge. Innenverteidiger Moussa Niakhaté muss sich zwar künftig in den Zweikämpfen noch etwas cleverer anstellen, bringt aber eine gewisse Aggressivität mit, die der 05-Abwehr gut tut. Pierre Kunde ist ebenfalls – wenn auch eher unfreiwillig – schon früh in der Saison ein Faktor. Der Neuzugang von Atlético Madrid rückte nach der Verletzung von Jean-Philippe Gbamin ins Team und machte seine Sache in der Mittelfeldzentrale gut. Das Ergebnis: Schon 12 Comuniopunkte für den Kameruner. Die eigentliche Sensation ist aber Aaron Martin. Der Linksverteidiger kam recht spät in der Vorbereitung, eroberte sich aber auf Anhieb einen Stammplatz – und liefert beständig. 16 Punkte nach drei Spielen sind eine bärenstarke Marke, die sich der Spanier durch feine Technik und hohe Spielintelligenz erarbeitet hat.

Vom Joker zum Starter?

Mit Alexandru Maxim und Anthony Ujah wechselte Sandro Schwarz die beiden Torschützen vom Augsburg-Spiel im Laufe der Partie ein, Ujah traf schon am ersten Spieltag zum Sieg gegen den VfB Stuttgart. Es sind diese Kleinigkeiten, die den Unterschied zwischen einem verpatzten Saisonstart und einem kleinen Lauf ausmachen. Dummerweise sind diese beiden Spieler echte Härtefälle im Mainzer Kader: In der Spitze arbeitet Neuzugang Mateta gut und wahnsinnig intensiv, strahlt dabei Torgefahr aus und traf bereits in dieser Saison. Kaum vorstellbar, dass der Franzose trotz der starken Quote von Ujah – zwei Spiele, zwei Tore – aus der Startelf rutschen wird.

Bessere Karten hat da kurzfristig schon Maxim. Solange Levin Öztunali, Gerrit Holtmann und Neuzugang Issah Abass ausfallen, sind sie in Mainz auf den Flügeln personell wackelig besetzt, gut möglich, dass Angreifer Robin Quaison in den kommenden Spielen eine Position nach hinten rutschen könnte, was in der Offensivzentrale einen Platz für den Rumänen freischaufeln könnte. 

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Anthony Ujah und Alexandru Maxim erzielten Jokertore

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Was also tun?

 „Es ist bemerkenswert, wie wir trotz der vielen Verletzten die Widerstände mit dieser jungen Mannschaft überwinden. Deshalb fühlt es sich sehr gut an, mit den Zuschauern im Rücken so einen Sieg zu feiern. Das ist das Gefühl, das wir brauchen. Solche Ergebnisse schweißen zusammen“, beschrieb der Coach seine Gedanken nach dem 2:1 gegen Augsburg mit Blick auf die jüngste Startelf der Mainzer Bundesligageschichte. 16 Spieler punkteten in dieser Saison schon, das ist ein Spitzenwert. Aufgrund schon jetzt zahlreicher Verletzungen musste Schwarz seine Startformation schon des öfteren umbauen, scheinbar fühlen sich die Spieler im 4-4-2 aber inzwischen wieder so sicher, dass auch die „neuen“ auf Anhieb funktionieren. 

Welche Änderungen stehen also in der anstehenden englischen Woche an? Jean-Philippe Gbamin wird wohl zurück kehren und der Ivorer wird dann auch wieder seinen Platz in der Mainzer Mittelfeldzentrale einnehmen, Kunde wird dafür wohl wieder weichen müssen. Ebenfalls zurück ist Stefan Bell, der wieder den Platz des ohnehin angeschlagenen Niko Bungert in der Innenverteidigung übernehmen wird – und auf dem rechten Flügel plagt sich Karim Onisiwo derzeit mit einer Gehirnerschütterung herum. Sollte der Österreicher ausfallen, könnte eine größere Personalrochade mit Quaison, Maxim und Neuzugang Jean-Paul Boetius angeschoben werden.

So oder so: In Leverkusen, zuhause gegen starke Wolfsburger und dann zum Abschluss auf Schalke – das werden intensive Spiele, in denen Sandro Schwarz die ganze Tiefe seines Kaders braucht. Und wie wir wissen: Auch Joker können bei Comunio in dieser Saison mächtig abräumen, starke 10 Minuten reichen schon.

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Autor: Till Erdenberger

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