Die 50. Saison der Bundesliga ist zu Ende. Eine Spielzeit der Abschiede, Rekorde und Sensationen. Comunioblog wirft einen nicht ganz ernst gemeinten Blick zurück.  

Bayerns-Übersaison: Im Mai 2012 war Dortmunds Trainer Jürgen Klopp voller Emotionen. Der Meistertitel war gerade eingetütet, die Reporter hielten gierig ihre Diktiergeräte unter seine „Pöhler“-Kappe. „81 Punkte“, sagte Klopp, „ganz ehrlich: Wenn ich mal in zwanzig, dreißig Jahren zurückblicke, dann seh‘ ich immer Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Sepp Maier – die ganzen Kerle auf Platz zwei in der ewigen Tabelle.“ Nicht ganz. Ein Jahr später ist der FC Bayern Deutscher Meister. Eine Aufzählung erübrigt jegliche Kommentare: Meiste Punkte (91), meiste Siege (29), größter Vorsprung (25 Zähler), frühester Meister, längste Siegesserie (14), wenigste Niederlagen (1), wenigste Gegentore (18), beste Tordifferenz (+80). Ich höre lieber auf, oder?

Servus, Jupp!: Quasi wie Jupp Heynckes, jedenfalls in der Bundesliga. Über 1000 Spiele als Aktiver und als Trainer – der 68-Jährige ist ein Kind des deutschen Oberhauses. Eigentlich war er nach dem Rauschmiss bei seinem „Herzensverein“ Borussia Mönchengladbach im Jahr 2007 schon Rentner. Aber nur noch mit seinem Hund „Cando“ rausgehen und rheinischen Sauerbraten essen, war dann doch zu langweilig. Zum Glück hat Jürgen Klinsmann im Frühjahr 2009 beim FC Bayern, nun ja, suboptimal gearbeitet. Heynckes sprang ein, leckte Blut und holt mit den Münchnern womöglich das historische Triple. Sein Abschied am letzten Spieltag in Mönchengladbach war emotional und tränenreich.

Schaaf ist weg: Tränen würden für Thomas Schaaf natürlich nie in Frage kommen. Nicht mal, wenn eine 41-jährige Ehe zu Ende geht. Nüchtern steht er bei seinen letzten Worten im Weserstadion mit dem Mikrofon in der Hand. Er bedankt sich für die „außergewöhnliche“ Zeit – das war es dann auch schon. Was kommt nun? Bremen ohne Schaaf ist schwer vorstellbar. Vielleicht Otto Rehhagel?

Pro(test) Fans: Obwohl, die meisten Anhänger würden protestieren. Vielleicht mit Plakaten und Pfiffen, vielleicht aber auch mit Stille. Im November war es in den Stadien der Bundesliga für 12 Minuten und 12 Sekunden leise. Das Veto vieler Anhänger gegen das Sicherheitspapier der Deutschen Fußball Liga war beeindruckend, weil es anders war, als andere Proteste. Es machte deutlich, was Fußball ohne die Fans ist – nichts.

Deutscher Fußball is back: Nichts. Seit 2001. Kein einziger internationaler Titel. Doch die Zeiten haben sich geändert. Und da die Deutschen ein Volk sind, das lieber alles doppelt und dreifach kontrolliert, schicken wir einfach zwei Mannschaften in das Champions-League-Finale nach London. Dass ein deutscher Vertreter nicht reicht, hat der FC Bayern in den letzten zwei Endspielen ja eindrucksvoll bewiesen.

Stefan, Du bist der Beste!: Eindrucksvoll war auch die Spielzeit des Leverkuseners Stefan Kießling. 25 Treffer, bester Torschütze der Liga, bester deutscher Stürmer sowieso. Für die Nationalmannschaft reicht es aber trotzdem nicht. Wieso auch, Bundestrainer Joachim Löw setzt im Sturm verständlicherweise auf Bankdrücker, Ü-30-Akteure oder Mittelfeldspieler. Stefan, ich habe etwas, das Dich tröstet! Du bist der punktbeste Comunio-Spieler der Saison 2012/13! 229 Zähler! Eh viel geiler, als für sein eigenes Land zu spielen.

Freiburg nach Europa: Noch viel geiler sind allerdings die Freiburger. Einfach mal vor allen selbsterklärten Europapokal-Kandidaten stehen (Grüße an Hamburg, Wolfsburg und natürlich Hoffenheim)! Aber mal ehrlich: Wer mit selbst ausgebildeten und jungen Spielern solche Leistungen auf den (zu kurzen) Platz bringt, gehört in das internationale Geschäft. Überhaupt ist Trainer Christian Streich der coolste Typ unter der Sonne. In einer Zeit, in der weichgespülte und bei Medienseminaren auswendig gelernte Phrasen gedroschen werden, ist er eine Bereicherung für die gesamte Liga.

Danke an Euch: Die beste Bereicherung sind aber immer noch die Comunio-User. Wieder ist eine aufregende Saison beim besten Online-Manager der Welt vorbei. Das ganze Team bedankt sich bei allen Beteiligten. Und selbst wenn Ihr Eure Liga in diesem Jahr nicht gewonnen habt – denkt dran: Neuer Pep, neues Glück!

Autor: Sebastian Schramm

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