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Der VfB muss bis Jahresende ohne Top-Stürmer Sasa Kalajdzic auskommen. Kann 4,5-Millionen-Einkauf Wahid Faghir den Österreicher mit erst 18 Jahren ersetzen?

Position

Wahid Faghir ist ein Mittelstürmer, der mit 1,85 Metern eine für diese Position perfekte Größe mitbringt und dennoch technisch beschlagen ist.

Bisherige Karriere

Der Sohn afghanischer Eltern ist 2003 im dänischen Velje geboren. Beim ansässigen Vejle Boldklub reifte er zu einem großen Talent, schaffte dort als 16-Jähriger den Aufstieg in die erstklassige Superligaen und etablierte sich 2020/21 als Top-Spieler, der im Sturm gesetzt war. In 27 Erstliga-Partien in Dänemark hat er bei einem abstiegsbedrohten Klub sieben Tore erzielt. Größtenteils als Minderjähriger.

Hierzulande dürfte Faghir höchstens Beobachtern der U21 in diesem Sommer ein Begriff sein. Dort erzielte er für Dänemark im Viertelfinale einen sehr sehenswerten Treffer zum 1:0 und ließ dabei gestandene Bundesliga Spieler wie Amos Pieper oder Nico Schlotterbeck ganz schön alt aussehen, wenngleich sich Deutschland später im Elfmeterschießen noch durchsetzen sollte.

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Einstiegsmarktwert

3 Millionen kostet Faghir zu Beginn. Im Vergleich der Stuttgarter Talente Beyaz, Millot und Ahamada ist er da schon ganz vorne dabei. Im Stuttgarter Stürmerranking sind Al Ghaddioui und der Langzeitverletzte Kalajdzic aber immer noch deutlich teurer. Trotzdem hat der Däne inzwischen die 4-Millionen-Marke durchbrochen und ist schon so viel wert wie sein Mannschaftskamerad Philipp Förster – der immerhin Stammspieler ist. 

Situation

Stuttgart hat den viel umworbenen Faghir nun mit einer Ablöse von 4,5 Millionen Euro zum zweitteuersten Transfer dieses Sommers gemacht (nach Torwart Florian Müller). Das ist schon mal eine Ansage. Dennoch sollte man die Kirche im Dorf lassen.

„Wir haben auch ein paar Vorgriffe auf den kommenden Sommer gemacht“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat. Faghir dürfte ziemlich sicher damit gemeint sein. „Wir sehen bei ihm noch viel Entwicklungspotenzial“ – diese Mislintat-Aussage lässt sich auch so deuten, dass Faghir ein Rohdiamant ist, der erst noch geschliffen werden muss.

Das können die Stuttgarter ohne Zweifel, es wird aber Zeit brauchen. Vor allem im taktischen Bereich hat Faghir Nachholbedarf, die Bundesliga ist deutlich schneller und härter als die dänische Superligaen.


Marktwertentwicklung

Es braucht also Zeit und deshalb ist Faghir relativ sicher kein schneller Ersatz für Kalajdzic. Hamadi Al Ghaddioui macht seine Sache im Stuttgarter Sturm aktuell sehr ordentlich und selbst der von Wolfsburg ausgeliehene Omar Marmoush dürfte in der Rangordnung erst einmal die Nase vorne haben, weil er das Tempo zumindest schon mitgehen kann. Faghir ist ganz klar ein Mann für die Zukunft, den wir sicher bald auch schon als Joker sehen werden. Dennoch raten wir von einem Kauf – selbst auf Marktwertniveau – aktuell ganz klar ab.

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Autor: Karol Herrmann

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