Union Berlin: Bleiben Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi?

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Der 1. FC Union Berlin befindet sich in einem wahrhaftigen Höhenflug. Zum zweiten Mal nacheinander spielen die Köpenicker international, diesmal sogar in der Europa League. Kann der Kader gestärkt und der Platz in den Top sieben gefestigt werden?

Keine Frage: Union Berlin ist einer der größten Gewinner der letzten Jahre. Auf den Aufstieg folgte der Klassenerhalt, darauf die Europa Conference League und jetzt, nach einem überragenden fünften Platz, die Europa League. Dabei verbesserte sich der Kader der Köpenicker stetig, auf die Abgänge wurde stets frühzeitig mit klugen Transfers reagiert. Das ist auch in diesem Sommer der Fall.

Für den ablösefrei nach Hoffenheim gewechselten Grischa Prömel wurden Janik Haberer und Paul Seguin ebenfalls ohne Transferausgaben verpflichtet. Auch Innenverteidiger Danilho Doekhi und Flügelspieler Tim Skarke sind ablösefreie Verstärkungen für die Breite. Wenn es keine prominenten Abgänge mehr gibt, ist Union schon jetzt ordentlich für die neue Saison gerüstet.

Einen großen Anteil am Erfolg hat auch Trainer Urs Fischer. Der Kader liegt noch immer auf Platz zwölf der Comunio-Marktwerte – Schnäppchen-Potenzial! – und nach realen Spielermarktwerten von Transfermarkt.de sogar auf Platz 15 der Bundesliga. Klar ist natürlich auch: Wenn Vereine wie Wolfsburg, Gladbach oder Hoffenheim mehr aus ihren Möglichkeiten machen, wird eine weitere Top-Saison für Union Berlin nicht leicht – insbesondere mit der Doppelbelastung.


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In der Dreierkette ist Robin Knoche gesetzt, auch Timo Baumgartl hätte im Falle einer Verlängerung der Leihe sehr gute Karten. Dann kämpfen Jaeckel, Heintz und Doekhi um den dritten Platz. Trimmel und Gießelmann bilden die Außenbahnen, Rani Khedira bekommt im zentralen Mittelfeld einen neuen Partner. Hier sehen wir Neuzugang Janik Haberer mit den besten Chancen.

Bleibt Platz für drei Offensivspieler, von denen zwei weiterhin besonders für Torgefahr sorgen sollen. Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi sind so etwas wie das Tafelsilber des 1. FC Union Berlin. Dass sie bleiben, ist für den Hauptstadt-Klub in diesem Transferfenster am wichtigsten. Der Platz hinter dem Sturmduo könnte an Haraguchi, Schäfer, Michel ofer einen ausstehenden Neuzugang gehen – oder im Falle eines 3-4-3 an Leweling.

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Platz 10: Kerem Demirbay (Bayer 04 Leverkusen) - 130 Punkte in 29 Spielen | Foto: imago images / Sven Simon

Diese Youngster könnten durchstarten

Union Berlin ist nicht gerade eine Youngster-Truppe, sondern setzt vielmehr auf Erfahrung. Eine „Ausnahme“ haben die Verantwortlichen bei ihrem bislang teuersten Sommertransfer gemacht: Jamie Leweling kam für vier Millionen Euro von Greuther Fürth.

Der 21-Jährige hat eine gute Debütsaison in der Bundesliga hinter sich und das Potenzial, im Oberhaus den nächsten Schritt zu gehen. Zwar ist die Konkurrenz für den Angreifer nicht gerade klein, Rotation und Einwechslungen werden ihm aber Einsätze garantieren. Wenn er die Fortschritte macht, die sich Trainer Urs Fischer von ihm erhofft, hat Leweling sogar Stammplatzpotenzial.

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Das passiert noch auf dem Transfermarkt

Becker und Awoniyi halten – das ist für Union Berlin von enormer Bedeutung. Beckers Vertrag läuft im Sommer 2023 aus. Noch ist ein Verbleib offen, laut der B.Z. gibt es Gespräche über eine Vertragsverlängerung. Indes könnte Awoniyi gehen, wenn ein Verein 20 Millionen Euro auf den Tisch legt. In der Premier League gibt es Klubs, die darüber nachdenken könnten.

Auf der Zugangsseite wird noch etwas passieren. Bei Timo Baumgartl sieht es nach einer erneuten Leihe aus, auch Bastian Oczipka könnte noch ein Jahr bei Union dranhängen. Zudem wird Stefan Ortega Moreno, wie auch bei anderen Klubs, als mögliche neue Nummer eins gehandelt. Sollte einer der Star-Stürmer gehen, müsste Geschäftsführer Oliver Ruhnert hier natürlich auch noch tätig werden.

Zugänge: Jamie Leweling (Greuther Fürth, 4 Mio.),  Janik Haberer (SC Freiburg, ablösefrei), Paul Seguin (Greuther Fürth, ablösefrei), Danilho Doekhi (Vitesse Arnheim, ablösefrei), Tim Skarke (Darmstadt 98, ablösefrei), Rick van Drongelen (KV Mechelen, Leihe beendet), Tymoteusz Puchacz (Trabzonspor, Leihe beendet), Pawel Wszolek (Legia Warschau, Leihe beendet), Tim Maciejewski (Austria Klagenfurt, Leihe beendet), Lennart Moser (Austria Klagenfurt, Leihe beendet), Fabio Schneider (Kuopion Palloseura, Leihe beendet)

Abgänge: Grischa Prömel (TSG Hoffenheim, ablösefrei), Timo Baumgartl (Leihe vorerst beendet, wird wohl verlängert), Bastian Oczipka (vereinslos), Anthony Ujah (vereinslos), Jakob Busk (vereinslos), Suleiman Abdullahi (vereinslos)

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