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Mit einer herausragenden Saison hat sich der VfL Bochum nach elf Jahren zurück in die Bundesliga gekämpft. Trainer Thomas Reis führte sein Team mit erfrischendem Fußball zur Zweitliga-Meisterschaft. Jetzt gilt es zu schauen, ob der Spielstil auch in Bundesliga Bestand haben kann. 

In der abgelaufenen Saison dominierte Bochum die Gegner mit einer offensiven Taktik, attackierte früh und schaffte mit Torwart Manuel Riemann als verkappten Libero Überzahl im Aufbau. Dass dies in der Bundesliga so nicht funktionieren wird, weiß auch Coach Reis.

„Wir müssen in vielen Bereichen umdenken. So, wie er seine Rolle interpretiert hat, hatten wir quasi immer Überzahl und ein ganz besonderes Stilmittel, um den Gegner unter Druck zu setzen“, sagte er kürzlich im Interview mit dem Kicker und ergänzte: „Die Bundesliga ist eine Qualitätsliga, da klingelt es häufiger.“

Also muss die Spielweise vor allem gegen die großen Gegner der Zunft angepasst werden. „Wir werden sicher die Spitzenteams wie die Bayern oder den BVB nicht pausenlos früh aufnehmen können oder etwa dominieren. Aber wir werden uns sicher nicht hinten eingraben, damit würde sich unsere Mannschaft auch gar nicht wohlfühlen.“

Das Gerüst für 2021/22

Natürlich bedarf es auch einer Justierung des Personals. Im zentralen Mittelfeld wird es zu Veränderungen kommen. Den Routiniers Robert Tesche und Anthony Losilla, die eine starke Saison gespielt haben, soll etwas mehr Tempo an die Seite gestellt werden. Auch an der Kaderbreite wird gearbeitet.

„Insgesamt müssen wir uns breiter aufstellen. In der Vorsaison hatten wir ganz wenige Ausfälle. Das wird eventuell nicht immer so gut laufen“, erklärte Reis. Mit Torwart Riemann und Tesche wurde bereits verlängert. Allerdings steht Spielmacher Robert Zulj vor dem Abgang.

Den Österreicher zieht es in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort wird er bei al-Ittihad Kalba SC einen wohl äußerst lukrativen Vertrag unterschreiben. Aufgrund einer Austiegsklausel, die im niedrigen sechsstelligen Bereich und damit weit unter Marktwert liegt, kann Zulj aus seinem Vertrag aussteigen.

Für die ohnehin finanziell eingeschränkten Bochumer ist das ein herber Verlust. Auch Thomas Eisfeld wird den Verein wohl verlassen. Daher ist auch klar, warum sich die Verantwortlichen als Vorbild für die neue Saison Arminia Bielefeld herausgepickt haben. Die Ostwestfalen haben mit ähnlich bescheidenen Mitteln den Klassenerhalt eingetütet. Und so gilt es in erster Linie darum, günstige und kreative Lösungen auf dem Transfermarkt zu finden. 


Dieser Youngster könnte durchstarten

Das größte Talent in Reihen der Bochumer ist sicher Armel Bella Kotchap. Der 19 Jahre alte Verteidiger absolvierte in der abgelaufenen Saison 28 Spiele für die Bochumer und dürfte auch in der Bundesliga als feste Größe eingeplant werden. Bei Comunio ist der deutsche U20-Nationalspieler aktuell für 2,52 Millionen zu haben. 

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Das passiert noch auf dem Transfermarkt

Mit Christopher Antwi-Adjei haben die Bochumer bereits einen Offensivspieler mit Bundesliga-Erfahrung ablösefrei aus Paderborn verpflichten können. Der Linksaußen sorgte vor zwei Jahren zeitweise für richtig Furore im Oberhaus.

Dazu kommt mit Patrick Osterhage ein Talent aus der zweiten Mannschaft des BVB, aus der eigenen U19 stößt mit Luis Hartwig ein Eigengewächs in den Kader. Aber natürlich bleibt die größte Baustelle das offensive Mittelfeld, wo die bevorstehenden Abgänge von Zulj und Eisfeld kompensiert werden müssen. Ernstzunehmende Gerüchte gibt es da bislang noch nicht. 

Zugänge: Patrick Osterhage (Borussia Dortmund II), Christopher Antwi-Adjei (SC Paderborn), Luis Hartwig (eigene U19), Moritz Römling (Wuppertaler SV, Rückkehr nach Leihe), Lars Holtkamp (Wuppertaler SV, Rückkehr nach Leihe)

Abgänge: Patrick Drewes (SV Sandhausen)

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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