Direkt mittendrin: Werder-Rekordeinkauf Davy Klaassen

/Foto: © imago /Kirchner Media 
Die Zeit der Freundschaftsspiele ist vorbei, inzwischen testen die Bundesligisten auf höherem Niveau. Und das sorgt natürlich für wichtige Erfahrungen. Wir haben einige Erkenntnisse des heutigen Tages.

SC Freiburg – Swansea City 3:0 (1:0)

Aufstellung: Schwolow (46. Flekken) – Stenzel (46. Kübler), Heintz, Gulde (46. Lienhart), Günter (46. Kath) – Höfler (46. Kammerbauer), Gondorf (46. Haberer), Frantz (46. Stanko), Terrazzino (46. Waldschmidt) – Höler (46. Niederlechner), Kleindienst (46. Petersen)

Tore: 1:0 Kleindienst (6.), 2:0 Waldschmidt (73.), 3:0 Petersen (80.)

Comunio-Check: Starkes, souveränes Testspiel des SC Freiburg. Die Breisgauer ließen gegen den Premier League-Absteiger defensiv wenig anbrennen und kamen selbst nicht nur zu drei Stürmertoren durch Kleindienst, Waldschmidt und Petersen, sondern verzeichneten darüber hinaus noch diverse gute Chancen inklusive zweier Pfostentreffer. Einzig in der ersten Hälfte des zweiten Abschnitts kamen die Waliser zu einigen nennenswerten Offensivaktionen, als sich die beinahe komplett durchgetauschte Freiburger Mannschaft noch neu formierte. Mitten in diese Phase fiel dann das 2:0 durch Waldschmidt, später stellte Petersen, der dazu noch die Latte traf und ein Abseitstor erzielte, den Endstand her. Starke Vorstellung der Breisgauer gegen den englischen Zweitligisten, dessen Saison bereits nächstes Wochenende startet.

1.FSV Mainz 05 – 1.FC Köln 3:5 (1:3)

Aufstellung: Huth (74. Zentner) – Brosinski (61. Donati), Bell (61. Bungert), Niakhaté (61. Gürleyen), Bussmann (61. Mwene) – Baku (61. Kunde), Maxim (46. Seydel), De Blasis – Onisiwo (61. Burkardt), Mateta (61. Ujah), Quaison (61. Holtmann)

Tore: 1:1 Brosinski (8.), 2:3 Brosinski (52., FE), 3:3 Burkardt (69.)

Comunio-Check: Das war in schönes Spektakel für die 2500 Zuschauer, zumindest für den Mainzer Trainer Sandro Schwarz jedoch wohl eher nicht. 3:5 unterlag der Bundesligist in einem überaus unterhaltsamen Testspiel dem Absteiger (und Favoriten auf den direkten Wiederaufstieg). Fazit: Es gibt bei den Rheinhessen noch ein bisschen was zu tun. Bei abendlichen Temperaturen von immer noch über 30 Grad gönnten sich die Profis keinen Larifaritest. Kein Wunder, starten die Rheinländer doch schon nächste Woche in ihre Liga und stehen entsprechend schon voll im Saft – und voll im Rennen um die Stammplätze. Entsprechend dürfte die Elf, die Markus Anfang zu Beginn aufs Feld schickte, wohl auch recht nah an der Truppe sein, die die Mission Wiederaufstieg angehen wird.

Ein ähnliches Bild bot sich bei den Rheinhessen, vor allem was die Viererkette betrifft. Dort verteidigte Neuzugang Niakhaté neben Stefan Bell, Bussmann verteidigte links und Kapitän Brosinski rechts. Es wäre keine große Überraschung, wenn Sandro Schwarz sich zum Bundesligastart für exakt diese Formation entscheiden würde. Im Tor durfte Jannik Huth versuchen, Punkte für einen Stammplatz zu sammeln, ebenso wie der später eingewechselte Robin Zentner konnte aber auch der ehemalige U21-Nationalspieler nicht nachhaltig für sich werben – die beiden Torhüter waren bei allen fünf Treffern chancenlos.Alles andere als ein Stammplatz für den jungen Florian Müller zum Saisonstart wäre eine Überraschung.

Apropos „junge Leute“: Mit Gürleyen und Burkardt schickte Sandro Schwarz heute wieder zwei seiner drei „Trainingsgäste“ aus dem eigenen Nachwuchs ins Rennen und Stürmer Burkardt traf prompt zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Gut möglich, dass sich der 18-Jährige bis zum Ende der Vorbereitung näher an den Spieltagskader ranarbeitet, als man das noch vor ein paar Wochen gedacht hätte. Konkurrent Anthony Ujah konnte jedenfalls erneut nicht nachhaltig für sich werben und verpasste mit seiner einzigen nennenswerten Strafraumaktion das 4:3. 

Arminia Bielefeld – SV Werder Bremen 0:1 (0:1)

Aufstellung: Plogmann – Gebre Selassie (61. Beijmo), Moisander (61. Jacobsen), Langkamp (46. Veljkovic), Friedl – Bargfrede (61. Mbom), M. Eggestein (61. Käuper), Kainz (46. Rashica), Klaassen (61. Möhwald), Harnik (61. Sargent) – Kruse (61. J. Eggestein)

Tore: 0:1 Klaassen (39.)

Comunio-Check: Nach dem letzten Test gegen Rot-Weiss Essen war Werder-Trainer Florian Kohfeldt unzufrieden, entsprechend waren die Ansprüche an den Auftritt bei Zweitligist Arminia Bielefeld. Gleichzeitig – das hatte der Coach schon am Nachmittag verkündet – sollte Rekordneuzugang Davy Klaassen gleich sein Werder-Debüt feiern. Hervorragende Voraussetzungen für einen knackigen Test.

Und der Werder-Coach durfte nach 90 Minuten zufrieden sein – auch mit seinem Neuzugang. Ich hab mich sehr für Davy gefreut. Ein sehr guter Einstand von ihm. Aber auch insgesamt bin ich zufrieden. Wir hatten viel Spielkontrolle.“ Grund zur Freude gab es für den Holländer und die Verantwortlichen der Bremer schon nach 39 Minuten. Kruse gab den Ball von der linken Seite flach in den Strafraum, Sturmpartner Harnik ließ elegant durch und der 15 Millionen-Mann vollstreckte locker aus kurzer Distanz. Freilich werden noch schwierigere Aufgaben auf Klaassen zukommen, aber ein Tor macht immer Spaß. Sah der Neue genauso: „Es war meine erste Torchance. Dass ich dann auch noch treffe, fühlt sich sehr gut an. Es war noch nicht alles perfekt, aber ich bin froh, hier zu sein. Nach dem ersten Tor im ersten Spiel ist der Druck jetzt natürlich groß (lacht). Ich freue mich auf die nächsten Spiele.“

Überhaupt deutete der erst am Vormittag offiziell vorgestellte Klaassen im halblinken Mittelfeld an, was ihn zum teuersten Einkauf der langen Werder-Geschichte macht: Mit viel Ballsicherheit, sicherem, präzisem Passspiel und dem passenden Gespür für die Situation hat der 25-Jährige direkt die Rolle übernommen, die man sich an der Weser von ihm verspricht – und in der er Vorgänger Thomas Delaney vergessen machen soll. Erster Eindruck: Könnte gelingen.

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Autor: Till Erdenberger

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