Bald geht´s wieder los: Das Nordderby wird heiß

Foto: © imago /Claus Bergmann
Vier Spieltage noch bis zur ersten Länderspielpause der Rückrunde. Wir sagen, welche Aufgaben noch bis dahin auf die sechs heißesten Abstiegskandidaten warten. Wo liegen Punkte – und wo werden die Weichen jetzt auf Abschied gestellt?

VfB Stuttgart (13. Platz, 27 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: Eintracht Frankfurt (H),  1. FC Köln (A), RB Leipzig (H), SC Freiburg (A)

Das macht Hoffnung: Mit 27 Gegentoren stellt der VfB Stuttgart die zweitstärkste Abwehr der Liga, drei 1:0-Siege in der Rückrunde legen beeindruckend Zeugnis davon ab, wie die Schwaben zu ihren Punkten kommen. Beeindruckend ist die Konstanz des Defensivverbundes, der auch ohne den verletzten Holger Badstuber funktioniert: Fünfzehnmal konnte man den Gegner bei höchstens einem Treffer halten. Für einen Aufsteiger, der die Konkurrenz im Unterhaus vor allem durch Offensivpower beeindruckt hatte, gar nicht so schlecht.

Das macht Sorgen: Die Kehrseite der Medaille: Mit 19 eigenen Treffern stellt man gleichzeitig die zweitschwächste Offensive der Liga. Nur viermal gelangen Ginczek, Gomez und Co. zwei oder mehr eigene Tore in einem Spiel – und eines davon ging auch noch verloren.

VfL Wolfsburg (14. Platz, 24 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: 1.FSV Mainz 05 (A), Bayer Leverkusen (H), TSG Hoffenheim (A), FC Schalke 04 (H)

Das macht Hoffnung: Beim unglücklichen 1:2 gegen den FC Bayern hat die Schmidt-Truppe nach dem düsteren 1:3 gegen den SV Werder in der Vorwoche (mit insgesamt nur 17 Punkten) wieder ein Lebenszeichen gesendet, hatte sogar lange die Chance auf einen Punkt oder mehr. Und mit Malli, Didavi und Origi verfügen die Niedersachsen nach wie vor über gewaltiges Offensivpotenzial, das „Nur“ geweckt werden muss. Auch Neuzugang Mehmedi weiß, wo das Tor steht. Gut möglich, dass der Ex-Leverkusener gegen Mainz wieder – für Renato Steffen? – in die Startelf rückt.

Das macht Sorgen: Trainer Martin Schmidt schafft es trotz eigener Schraubervergangenheit einfach nicht, die zweifellos vorhandenen PS des VW-Werksclubs konstant auf die Straße zu bringen. So wechseln sich ganz schwache Auftritte mit zumindest soliden Vorstellungen ab. Das klingt nicht berauschend – und ist es auch nicht. Kein Wunder, dass die aktiven Wölfe-Fans gegen den FC Bayern einen Stimmungsboykott inszenieren wollten. In diesem Kader steckt mehr – und wenn der angezählte Trainer nicht mehr rausholen kann, dann ist das eine gefährliche Situation. Am Freitag müssen nun in Mainz Punkte her, denn die folgenden Aufgaben bis zur Länderspielpause werden knüppelhart.

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SV Werder Bremen (15. Platz, 23 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: Hamburger SV (H), Borussia Mönchengladbach (A), 1.FC Köln (H), FC Augsburg (A)

Das macht Hoffnung: Es ist bemerkenswert: Da musste ein Florian Kohfeldt von der eigenen U-23 hochgezogen werden, um zu besorgen, woran sich vorher prominentere Kollegen wie Thomas Schaaf, Robin Dutt oder Viktor Skripnik die Zähne ausgebissen haben. Nach Jahren allgegenwärtiger Defensivanarchie gelingt es den Norddeutschen inzwischen immer besser, regelrechte Deiche um die eigenen Gefahrengebiete zu ziehen. Nur 28 Gegentore sind ein Pfund, mit -7 hat man das beste Torverhältnis aller Abstiegskandidaten. Und mit Max Kruse hat man einen absoluten Ausnahmekönner in den eigenen Reihen, auch wenn der Stürmer derzeit – auch verletzungsbedingt – noch bei fünf eigenen Toren steht. Und Keeper Jiri Pavlenka ist mit 86 Punkten stärkster Torwart bei Comunio.

Das macht Sorgen: In der Offensive – einstmals das unumstrittene Steckenpferd im Werder-Spektakel-Fußball vergangener Jahre – herrscht nach der schweren Verletzung von Fin Bartels (Saisonaus durch Achillesehnenriss) beständig Personalnot, vor allem in qualitativer Hinsicht. Der algerische Nationalstürmer Ishak Belfodil ist mit -11 Punkten keine große Hilfe für Max Kruse, die sechs übrigen nominellen Stürmer des Kaders haben ohne Kruse und Bartels gemeinsam einen (!) Punkt gesammelt.

1. FSV Mainz 05 (16. Platz, 23 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: VfL Wolfsburg (H), Hamburger SV (A), FC Schalke 04 (H), Eintracht Frankfurt (A)

Das macht Hoffnung: Nach vier Pflichtspielniederlagen in Folge und ersten inneren Auflösungserscheinungen zeigten die Mainzer am vergangenen Wochenende eine dringend benötigte Reaktion auf die miesen letzten Wochen: Mit 2:0 schlug man Hertha BSC und feierte den ersten Auswärtssieg nach fast genau einem Jahr. Die Zeit zum Aufatmen ist jetzt allerdings nicht gekommen, es reicht noch nicht mal für ein kurzes Durchschnaufen. Mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg und der Partie beim HSV eine Woche drauf, warten jetzt zwei echte Schlüsselspiele auf die Schwarz-Truppe. Gelingt es der Mannschaft, aus dem Auswärtssieg frische mentale Stärke zu ziehen, hat man zumindest schon einmal auf diesem Terrain einen kleinen Vorsprung gegenüber den Mitstramplern im Abwärtsstrudel. Mut sollte auch machen, dass in der Haupstadt endlich mal wieder eine über 90 Minuten immerhin voll konzentrierte, wenn auch nicht fehlerfreie Leistung. Und mit Robin Quaison hat sich ein weiterer Stürmer frisches Selbstvertrauen erarbeitet, nachdem der Schwede gerade Anfang der Rückrunde mit Pech und Unvermögen zu kämpfen hatte.

Das macht Sorgen: Zu wackelig präsentierte sich das 05-Ensemble über Wochen, teilweise mündeten die Defensivbemühungen in – zumindest für die eigenen Anhänger – schmerzhaften Slapstick-Einlagen. Da ist auch nach einer deutlich verbesserten Vorstellung noch vorsichtige Skepsis angebracht. Spannend wird auch sein zu beobachten, wie man damit umgeht, wenn man wieder mehr Ballbesitz überlassen bekommt. Um eine kompakte Defensive auszuspielen, dafür hat man in Mainz bisher in dieser Saison noch kein tragfähiges Konzept entwickeln können.

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Hamburger SV (17. Platz, 17 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: SV Werder Bremen (A), 1.FSV Mainz 05 (H), FC Bayern München (A), Hertha BSC (H)

Das macht Hoffnung: Nichts. Höchstens: In den kommenden beiden Spielen haben die Hanseaten die Chance, überlebenswichtige Big Points zu sammeln, bevor die Bonusspiele bekommen. Doch wie soll das klappen? Es ist ja auch nicht so, als hätte man noch irgendeine Geheimwaffe im Wartestand oder sehne flehentlich die Rückkehr eines Heilsbringers aus der Krankenabteilung zurück. Und den Torwart hat man auch schon hin und her getauscht. Von Youngster Jann-Fiete Arp spricht auch schon lange niemand mehr als Hoffnungsträger. 

Das macht Sorgen: Alles. Alles deutet darauf hin, dass die Zeit in der Bundesliga für den Dino langsam abläuft. Offensive Harm- und Ideenlosigkeit sind im Paket mit in wechselnder personeller Besetzung konstanten individuellen Böcken eine tödliche Kombination – und der erhoffte Effekt durch den Trainerwechsel zu Vereinsikone Bernd Hollerbach ist inzwischen längst verpufft. Wenn man nach zwei Unentschieden zum Start überhaupt von einem Effekt sprechen möchte. 

1. FC Köln (18 Platz, 14 Punkte)

Die nächsten vier Spiele: RB Leipzig (A), VfB Stuttgart (H), SV Werder Bremen (A), Bayer Leverkusen (H)

Das macht Hoffnung: Seit dem Trainerwechsel zu Stefan Ruthenbeck holten die Geißböcke elf ihrer 14 Punkte, acht davon alleine in der Rückrunde. Müsste man nicht diese schwere Hypothek aus der historisch gruseligen Hinrunde (drei Punkte bis zum 16. Spieltag) mit sich rumschleppen, wäre man am Rhein voll im Plan. So tritt die Mannschaft derzeit auch auf und mit Simon Terodde (fünf Rückrundentreffer) hat man einen echten Torjäger verpflichtet. 

Das macht Sorgen: Die Hypothek scheint einfach zu groß, der Kater nach der Euphorie nach dem vermeintlichen (und zu Recht aberkannten) Siegtor in der Nachspielzeit gegen Hannover 96 könnte noch anhalten. Irgendwann wird der Stein zu schwer werden, den es für die Kölner jeden Spieltag aufs Neue den Berg hochzuschaffen gilt. Durch den Mainzer Auswärtssieg ist der letzte Strohhalm wieder außer Reichweite und durch die besondere Konstellation mit vielen direkten Duellen werden die Konkurrenten in der Nähe des rettenden Ufers in den nächsten Wochen auf alle Fälle punkten.

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Autor: Till Erdenberger

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