Mein Freund, der Pfosten: Aubameyang pflegte in der Hinrunde eine innige Beziehung zum Aluminium

Foto: © imago /Sven Simon
Knapp daneben ist auch vorbei? Manchmal sind sogar krachende Volltreffer nicht drin. Wir präsentieren die „erfolgreichsten“ Pechvögel der Saison. Dem Spitzenreiter könnte sogar eine Halbserie für den Alu-Titel reichen.

Ein interessanter Fakt vorab: Robert Lewandowski, mit 117 Torschüssen aktivster Spieler der Liga und mit bislang 29 Treffern auch der erfolgreichste, traf nur zweimal Aluminium. Die „erfolgreichsten“ Aluanvisierer benötigten deutlich weniger Versuche für ihre Bilanz.

Der geteilte zweite Platz mit viermal Aluminium:

Danny Latza (FSV Mainz 05, Mittelfeld, 32 Punkte)

Der Mainzer hat eine nervenaufreibende Saison hinter sich: Erst rund um den 32. Spieltag fing das Abstiegsgespenst an, den Bruchweg langsam hinter sich zu lassen – und da war schon längst klar, dass der ehemalige Schalker und Bochumer diese Runde wohl schnell abhaken wollen wird. Mit 32 Punkten hat Latza seine bislang deutlich schwächste Saison in der Mainzer Mittelfeldzentrale gespielt, was sicher auch ein Faktor dafür war, dass der Mannschaft von Sandro Schwarz über Wochen und Monate Struktur und Durchschlagskraft abging.

Nur in einer Rubrik ist der Sechser in dieser Saison saustark: 40 Torschüsse gab der 28-Jährige ab (Bestwert seines Teams), zweimal landete der Ball im Tor, viermal an Pfosten oder Latte. Wären wenigstens zwei dieser Versuche wirklich im Tor gelandet, hätte manches anders laufen können für den Rechtsfuß und seinen Verein. Aber wie sagte schon der große Fußballphilosoph Lothar Matthäus so richtig: „Wäre, wäre – Fahrradkette!“ So bleibt es wohl bei 32 Punkten und viermal Pfosten oder Latte, denn der Mittelfeldspieler muss wohl wie schon in den letzten beiden Spielen beim Saisonfinale aufgrund muskulärer Probleme zuschauen.

Michael Gregoritsch (FC Augsburg, Sturm, 85 Punkte)

Was für eine rauschhafte Hinrunde: Achtmal traf FCA-Neuzugang Michael Gregoritsch vor der Winterpause, sammelte 80 Punkte in 16 Spielen. In der Rückserie lief es für den Österreicher dann nicht mehr so richtig rund: Neunmal Comunio-Minus in bisher sechzehn Spielen, zu den 80 Punkten aus der Hinrunde kamen bis jetzt nur noch fünf weitere dazu. Immerhin ist Michael Gregoritsch mit 98 Versuchen noch zweitbester Aufs-Tor-Schütze der Liga – und mit viermal Aluminium auch der zweit „erfolgreichste“ Spieler in dieser Kategorie. Vielleicht startet der engagierte Österreicher am Samstag in Freiburg noch einen Angriff auf die Spitze?

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Yevhen Konoplyanka (FC Schalke 04, Sturm, 76 Punkte)

Das ganz große Versprechen hat Schalkes viertteuerster Neuzugang der Vereinsgeschichte (über 12 Millionen) auch in dieser Saison nicht eingelöst, aber die Tendenz geht nach einer durchschnittlichen Hinrunde mit vielen Einsätzen und einer schwächeren Rückserie mit nur sechs Startelfnominierungen endlich in die richtige Richtung. Treffer im Derby gegen den BVB, Treffer und eine überragende Vorstellung eine Woche später in Köln: Der ukrainische Nationalspieler konnte endlich mal zeigen, was er drauf hat. Das führte nach nur 15 Punkten in 17 Spielen (mit zwei Scorerpunkten) 2016/17 zu inzwischen schon 76 Punkten.

Und es hätten noch mehr sein können, denn Konoplyanka, der zuletzt endlich sein Glück gefunden zu haben scheint, hatte andernorts auch noch Pech am Stiefel: 55-mal schickte er den Ball in Richtung gegnerisches Tor, viermal visierte der Stürmer Aluminium an. Am Samstag gegen Eintracht Frankfurt wird Kono nach den starken Vorstellungen zuletzt sicher die Gelegenheit bekommen, seine Aluquote auszubauen – auch wenn das sicher nicht das Ziel sein wird.

Platz eins mit fünfmal Aluminium:

Pierre-Emerick Aubaymeyang (Borussia Dortmund, Sturm, 84 Punkte)

Es ist ja nun nicht so, als hätte Dortmunds Ex-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang in der Hinrunde unterperformt, bevor er sich nach London zu Arsenal geputscht hat. 84 Punkte sind nach einer turbulenten Halbserie aller Ehren wert. Und dennoch dürfte diese Zahl dem einen oder anderen Comunio-Manager, der sich den Gabuner für ein größeres Investment in den Kader geholt hat, die Augen feucht machen: Der Gabuner schoss in der Hinrunde 56 Mal aufs Tor, fünfmal traf Aubameyang neben seinen 13 Toren noch Pfosten oder Latte – Ligahöchstwert. Zentimeter, die über Punkte ja oder nein entschieden haben. 

Mit drei Pfosten- oder Lattentreffern ebenfalls noch in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen: Sébastien Haller und Luka Jovic (beide Eintracht Frankfurt), Corentin Tolisso und Kingsley Coman (beide FC Bayern München), Alfred Finnbogason (FC Augsburg), Pavel Kaderabek und Adam Szalai (beide TSG Hoffenheim), Vincenzo Grifo (Borussia Mönchengladbach), Lucas Alario (Bayer Leverkusen) und Nils Petersen (SC Freiburg).

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Autor: Till Erdenberger

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