Grätscht ab sofort für Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger

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Die Umstände des Hinteregger-Wechsels waren spannend, bei Jeffrey Bruma eher unspektakulär: Doch beide eint die Lust auf einen Neustart in der Liga. Wir werfen einen Blick auf die Perspektiven der Last-Minute-Transfers.

Martin Hinteregger (Eintracht Frankfurt, Abwehr, 2.810.000, 62 Punkte)
So schnell geht’s: Noch am Wochenende konnte Martin Hinteregger über seinen damaligen Trainer Manuel Baum weder etwas Gutes, noch etwas Schlechtes sagen. Darüber wiederum sah FCA-Manager Stefan Reuter dringenden Redebedarf, bevor der Abwehrspieler mit einer Geldstrafe belegt wurde und den Hinweis bekam, er könne sich einen neuen Verein suchen. Das ließ sich Martin Hinteregger dann natürlich nicht zweimal sagen, machte ruckzuck die Biege und verließ den Abstiegskandidaten innerhalb von Stunden in Richtung Europa League-Platz. Manchmal ist Sprachlosigkeit nicht das Allerschlechteste, um beruflich voranzukommen.

Comunioblog-Prognose: „Martin ist ein robuster und stabiler Spieler, der seine Qualitäten in der Bundesliga sowohl beim FC Augsburg als auch bei Borussia Mönchengladbach unter Beweis gestellt hat“, kündigte Eintrachts Sportvorstand Fredi Bobic den Neuzugang an. „Wir sind der Überzeugung, dass er uns in den sehr anspruchsvollen kommenden Wochen helfen kann.“ Durch die immer wieder aufbrechende Wadenverletzung von Kapitän David Abraham und dem Weggang von Carlos Salcedo, sah man bei den Hessen – auch im Hinblick auf die anstehende Doppelbelastung mit den K.O.-Spielen in der Europa League – offensichtlich Handlungsbedarf. Und das zurecht, gerade wenn man auf die Comunio-Punkte schaut: Mit 62 Zählern sammelte der Neue 14 Punkte mehr als der bisher eifrigste Punktehamster unter den Eintracht-Verteidigern: Makoto Hasebe (48 Punkte). Und es dürften schnell noch weitere dazu kommen, denn der eben noch Sprachlose sollte schnell für die Eintracht auf dem Feld stehen. Stärker als der zuletzt in der Dreierkette verteidigende Simon Falette ist der Österreicher allemal.

Jeffrey Bruma (FC Schalke 04, Abwehr, 800.000, 0 Punkte)
Natürlich ist dieser Transfer angesichts der dünnen Personaldecke in der Schalker Innenverteidigung sinnvoll, denn natürlich ist Jeffrey Bruma ein solider Abwehrspieler, aber begeistern kann man mit dieser Personalie in Gelsenkirchen niemand: Jeffrey Bruma, der ehemalige Hamburger, wechselt von der Wolfsburger Bank (0 Einsätze 2018/19) ins Ruhrgebiet und soll die Lücke schließen, die der Wechsel von Publikumsliebling Naldo zur AS Monaco hinterlassen hat. „Mein Ziel war es, einen Klub mit guter Perspektive zu finden, bei dem ich Spielpraxis bekommen kann. Schalke 04 ist ein solcher Verein“, freute sich der 25-malige Nationalspieler der Niederlande. „Ich möchte nun möglichst schnell Teil des Teams werden und in der Rückrunde helfen, wo ich nur kann.“ Sätze, die in der Schalker Fanseele schmerzen müssen.

Comunioblog-Prognose: Schalke-Coach Domenico Tedesco lies schon bei der Verkündung des Wechsels durchblicken, wo der Transfer des Holländers aufgehängt ist: „Insbesondere nach der Verletzung von Benjamin Stambouli war es für uns wichtig, in der Abwehr eine weitere Option zu haben. Deshalb freuen wir uns, mit Jeffrey Bruma einen erfahrenen Innenverteidiger dazu bekommen zu haben, der auch die Bundesliga bereits gut kennt.“ Bruma, der in dieser Saison für den VfL Wolfsburg exakt nullmal zum Einsatz gekommen war, ist im königsblauen Ensemble ein Lückenbüßer oder soll – um es positiver zu formulieren – den Back-Up geben. Es braucht schon ein bisschen Fantasie, um mehr zu prognostizieren als Kurzeinsätze, zumindest solange die gesetzten Innenverteidiger Nastasic und Sané gesund bleiben.

Wechsel innerhalb der Bundesliga: Die Perspektiven von Rode, Grifo und Esswein
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Auch in dieser Transferperiode gibt es wieder einige Wechsel innerhalb der Bundesliga. Nachdem wir uns bereits den Neu-Hannoveranern Kevin Akpoguma und Nicolai Müller angenommen haben, beleuchten wir nun die Situation von Sebastian Rode, Vincenzo Grifo und Alexander Esswein.

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Reece Oxford (FC Augsburg, Abwehr, 2.000.000, 0 Punkte)
Für diesen Transfer muss man den so arg gebeutelten Augsburgern Respekt zollen: Mit Reece Oxford konnten sie ein großes Talent zumindest bis zum Saisonende von West Ham United loseisen – eine Aufgabe, an der Borussia Mönchengladbach vor Saisonbeginn noch scheiterte. Apropos Gladbach: Dort absolvierte der 20-Jährige erst in der vergangenen Runde seine ersten Bundesligaspiele, weswegen wir Oxford noch in der Rubrik „Wechsel innerhalb der Liga“ führen. Denn die meisten dürften sich ja noch an den Verteidiger erinnern – so, wie FCA-Manager Stefan Reuter, der nach dem Hinteregger-Abschied schnellstens für Ersatz sorgen musste. „Mit Reece Oxford konnten wir einen sehr guten Innenverteidiger für den FCA gewinnen. Er kennt die Bundesliga durch sein Jahr bei Borussia Mönchengladbach und wird sicherlich keine großen Anpassungsschwierigkeiten haben. Daher kann er uns schnell weiterhelfen“, erhofft sich Reuter von seinem Neuzugang.

Comunio-Prognose: Ein (Wieder-)Einstiegsmarktwert von 2.000.000 lässt eigentlich darauf hindeuten, dass es sich bei Reece Oxford um einen gestandenen Bundesligahaudegen handeln könnte, dabei durfte der U20-Nationalspieler Englands erst siebenmal in der Bundesliga ran. Und doch dürfte der Verteidiger – möglicherweise schon am kommenden Wochenende – schnell in der Stammelf des FC Augsburg Fuß fassen. Notgedrungen, denn nach dem wenig rühmlichen Abgang von Martin Hinteregger muss Manuel Baum wohl auch weiterhin auf seinen zweiten Stamm-Innenverteidiger Jeffrey Gouweleeuw verzichten, der nach wie vor an Adduktorenproblemen laboriert. Bleiben neben Oxford nur noch Kevin Danso und Routinier Jan-Ingwer Callsen-Bracker übrig, aus denen Manuel Baum ein schlagkräftiges Bollwerk gegen formstarke Mainzer formieren muss.

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Autor: Till Erdenberger

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