In rund zwei Wochen startet die Bundesliga in die Rückrunde. Comunioblog wirft einen Blick auf die Teams und schätzt zugleich die Vorrunde ein. Heute: Werder Bremen.

Die Situation: Werder Bremen schlingerte durch die Hinrunde. Nachdem man am Anfang der Saison durchaus erfolgreich auf Mauerfußball setzte, versuchte Trainer Robin Dutt im Laufe der ersten Saisonhälfte seine Mannschaft offensiver aufzustellen. Das ging allerdings ziemlich nach hinten los.

Mit 37 Gegentoren stellen die Bremer wieder einmal eine der Schießbuden der Liga. Nur Hoffenheim und der Hamburger SV kassierten noch ein Tor mehr als die Grün-Weißen. Dabei sollten die Zeiten der Gegentorflut doch der Vergangenheit angehören. Die anhaltenden Defensivprobleme haben Dutt gezeigt, dass sein Team noch längst nicht die Kurve bekommen hat. Vielmehr besteht weiterhin eine Menge Arbeit für das Trainerteam.

Keine klare Handschrift

Zudem vermissen die Bremer Fans eine wirkliche Handschrift beim neuen Coach. Anfang der Saison versuchte man es mit einem 4-3-3 und Aaron Hunt als eine Art falschen Neuner, dann versuchte es Dutt mit einem 4-2-3-1, um im November sogar für drei Partien wieder auf die Schaafsche Raute zu setzen.

In die Rückrunde wird Bremen wohl wieder im 4-2-3-1 starten und der Trainer sagte bereits, dass er in der Vorbereitung nicht groß experimentieren wird. Der erste Test gegen NEC Nijmwegen dürfte schon ein klarer Fingerzeig auf die Startformation zum Rückrundenauftakt gegen Eintracht Braunschweig sein.

 

Das bedeutet, dass Raphael Wolf weiterhin im Tor bleibt. Die Innenverteidigung bilden Sebastian Prödl und Luca Caldirola, links ist Santiago Garcia gesetzt. Im defensiven Mittelfeld haben erst einmal Philipp Bargfrede und Cedric Makiadi die Nase vorn. Sobald Felix Kroos und Zlatko Junuzovic wieder fit sind, dürfte es hier ein offenes Rennen um die zwei Plätze geben. Davor ist Aaron Hunt weiterhin der Dreh- und Angelpunkt im Bremer Spiel, flankiert wird er dabei voraussichtlich von Eljero Elia und Franco Di Santo. Im Sturm bleibt Nils Petersen die erste Wahl.

Probleme hinten rechts

Es bleibt die Problemzone hinten rechts. Nachdem Clemens Fritz mit einer Leistenverletzung erst einmal ausfallen wird, könnte Bremen entgegen aller vorherigen Aussagen doch noch auf dem Transfermarkt zuschlagen. Als möglicher Neuzugang wird immer wieder Marco Motta gehandelt. Der Italiener kommt bei Juventus Turin nicht mehr zum Zug und könnte im Rahmen der Kooperation mit den Piemontern an die Weser wechseln.

Fritz‘ Backup Theo Gebre Selassie offenbart immer wieder defensive Schwächen. Ins Trainingslager durfte daher auch Youngster Luca-Milan Zander mitreisen, aber der 18-Jährige ist nicht einmal in der zweiten Mannschaft gesetzt und profitierte von der Verletzung von U-23-Konkurrent Marnon Busch.

Für Werder wird es in den ersten beiden Spielen gegen Braunschweig und Augsburg darum gehen, gleich ein Polster zu den Abstiegsrängen zu schaffen. Durch den Überraschungserfolg gegen Leverkusen am 17. Spieltag und den 19 Punkten konnte man die Hinrunde einigermaßen retten. Eine ähnliche Ausbeute sollte reichen, um mit dem Abstieg nicht zu tun zu haben. Und mehr wird in Bremen offiziell auch nicht erwartet.

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Das sagten wir zu Saisonbeginn: Die nächste neue ChanceBereits vor der Saison prophezeiten wir Bremen eine schwierige Spielzeit. Vor allem die Abgänge von Kevin de Bruyne und Sokratis konnte nicht adäquat ersetzt werden. Reichlich daneben lagen wir bei der Einschätzung von Mehmet Ekici. Der Türke hat es wieder einmal nicht geschafft, seine passablen Eindrücke aus der Vorbereitung zu konservieren. Der Mittelfeldspieler hat seine neue Chance nicht genutzt und gilt mal wieder als Verkaufskandidat.

Comunio-Player-to-watch: Aaron Hunt. Der Vize-Kapitän ist die Beständigkeit in Person und ist trotz der erneut schwachen Bremer Saison ein Punktegarant. Hunt kam in allen Vorrundenspielen zum Einsatz und holte dabei nur dreimal Minuspunkte. Wenn man beachtet, wie viele Klatschen Werder in der Hinrunde kassierte, ist das durchaus bemerkenswert. 58 Punkte stehen auf seinem Konto. Bei einem Marktwert von gerade einmal 4 Millionen ist Hunt daher eine klare Kaufempfehlung.

Prognose: Werder dürfte auch in der Rückrunde keine Bäume ausreißen. Dafür fehlt der Mannschaft einfach die Qualität. Sicher wird es immer wieder Ausreißer nach oben geben, aber die nach unten werden häufiger sein. Am Ende wird Bremen mit dem Abstieg aber nichts zu tun haben und irgendwo zwischen Platz 10-14 landen. Für die MW-Zocker unter den Comunio-Spielern dürfte vor allem Dutts stetiger Einbau weiterer Nachwuchsspieler interessant sein. Hier lässt sich sicher die eine oder andere Marktwertsteigerung mitnehmen.

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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