Clemens Fritz, Thomas Delaney

Mit Thomas Delaney und Clemens Fritz fallen Werder Bremen in dem richtungsweisenden Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Freitag gleich beide Sechser aus, die gegen den FSV Mainz 05 mit dafür gesorgt haben, dass die Bremer ohne Gegentor blieben. Nun muss Trainer Alexander Nouri umplanen – aber wie?

Ein Bruch des Orbitabogens und des Jochbeins wurde bei Delaney festgestellt. Da spielt die Gehirnerschütterung fast nur eine Nebenrolle. Auch wenn die Brüche nur klein sind und keine Operation notwendig ist, fällt der Däne gegen Wolfsburg aus. Ein Einsatz mit einer Maske ist keine Option. Das ist bitter, hat sich Delaney doch binnen fünf Spielen zum absoluten Chef im Bremer Mittelfeld aufgeschwungen.Seine 24 Comunio-Punkte untermauern dies.

Und auch Fritz bewies, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters eben doch noch auf dem Platz wichtig für die Mannschaft sein kann. Das wurde zuletzt durchaus angezweifelt – auch von Nouri. Nur am ersten Spieltag kassierte der Kapitän Minuspunkte. Danach sammelte er in 15 bewerteten Einsätzen 44 Zähler ein. Hochgerechnet wäre das eine 100-Punkte-Saison. Nun verhindert eine Gelbsperre einen Einsatz.

Fünf Optionen für Nouri

Das bedeutet, dass Nouri sein defensives Mittelfeld neu besetzen muss. Im Kader befinden sich eigentlich genug Optionen – fünf um genau zu sein, aber die Besetzung ist längst nicht so klar. 

Philipp Bargfrede, Florian Grillitsch, Zlatko Junuzovic, Maximilian Eggestein und Milos Veljkovic sind die Kandidaten und normalerweise würde die Wahl des Trainers klar auf Bargfrede und Grillitsch fallen. Das Problem ist allerdings, dass beide erst in der Vorwoche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen sind. 

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Dauerpatient Bargfrede spielte letztmals vor der Winterpause und plagte sich danach mit langwierigen Achillessehnenproblemen herum, Grillitsch, den es nach der Saison ablösefrei nach Hoffenheim zieht, lief letztmals Ende November in der Bundesliga auf. Erst stoppten ihn muskuläre Probleme, dann eine Schulterverletzung. 

Es dürfte klar sein, dass der Trainer nicht das Risiko eingehen und beide Rekonvaleszenten von Beginn an bringen wird. Das untermauerte Nouri dann auch mit seinen Aussagen auf der Pressekonferenz am Mittwoch: „Beide sind auf einem guten Weg. Grundsätzlich gehen ich davon aus, dass Bargi schon in den Kader rücken könnte. In der Startelf sehe ich ihn noch nicht.“ Bei Grillitsch geht es sogar noch darum, ob er überhaupt schon wieder unter den ersten 18 stehen wird. 

Zwei Youngster auf der Doppel-Sechs?

Eine Möglichkeit wäre es daher Junuzovic zurückzuziehen. Der Vizekapitän spielte die Position schon häufiger und eigentlich auch lieber als auf dem linken Flügel, auf dem er zuletzt zum Einsatz kam. Dann könnte Serge Gnabry aus dem Sturmzentrum zurück auf seine Lieblingsposition und in vorderster Front wäre Platz für Claudio Pizarro

Das hört sich auf dem Papier super an, aber die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Pizarro einfach die Fitness fehlt, um Werder aktuell zu helfen. Vielleicht neigt sich da gerade eine große Karriere dem Ende entgegen. Der Peruaner ist auf jeden Fall aktuell kein Kandidat für die Startelf. 

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Daher wird Nouri seine Offensive wohl so belassen, was bedeutet, dass Maximilian Eggestein große Chancen hat, den offensiveren Part im Verbund vor der Abwehr einzunehmen. Der 20-Jährige präsentiert sich in der Rückrunde viel kompakter. Schon gegen Bayern München zeigte er nach der Einwechslung ein ordentliches Spiel (zwei Punkte) und wiederholte diesen Eindruck in Mainz (vier Punkte). 

Bleibt die Frage nach dem Nebenmann. Insofern man sich auf die Trainingseindrücke verlassen will, sieht es so aus, als wenn Veljkovic das Rennen machen wird. Da durften nämlich beide zusammen in der A-Elf ran. Der 21 Jahre alte Serbe, der in Basel geboren wurde, spielte zuletzt häufig in Werders wenig erfolgreichen Dreierkette, kann aber auch als Sechser agieren. Sportchef Frank Baumann stärkte den Youngstern bereits am vergangenen Wochenende den Rücken und attestierte beiden ein „sehr, sehr ordentliches“ Spiel. 

Dass Nouri beide explizit als Alternativen nannte, darf auch als Fingerzeig gesehen werden. Milos kann auf der Sechs spielen und auch Maxi hat in dieser Saison bewiesen, dass er spielen kann“, erklärte der Coach am Mittwoch. 

Eggestein im Vorteil vor Grillitsch?

Wer also noch einen günstigen Platzhalter für den Spieltag sucht, sollte sich mal nach den beiden erkundigen. Veljkovic kostet 290.000 und Eggestein ist für 410.000 zu haben. Gerade beim Letztgenannten sollten durchaus auch Punkte drin sein. 

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Am 23. Spieltag gegen Darmstadt wird dann neben Fritz auch Delaney zurückerwartet. In naher Zukunft wird das Gedränge im defensiven Mittelfeld also noch ein wenig größer. Während Fritz und Bargfrede dann um den Platz neben dem gesetzten Dänen kämpfen werden, müssen sich Grillitsch und Eggestein wohl erst einmal mit der Backup-Rolle zufrieden geben. 

Es dürfte allerdings interessant zu beobachten sein, ob Eggestein schon dann dem wechselnden Grillitsch (480.000) vorgezogen wird. Schließlich macht es für Werder mehr Sinn das eigene Talent zu fördern. Der Österreicher könnte in dieser Saison daher vielleicht keinen großen Comunio-Wert mehr haben, was ihn wiederum sehr interessant für Ligen mit dem Spieler-bis-30-Mio.-behalten-Übergang macht. Man kann nie weit genug voraus planen. 

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Autor: Marc-Oliver Robbers

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