Sehen wir wieder jubelnde Nigeria? Zuletzt gab es Bronze bei Olympia 2016!

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Die Super Eagles haben eine beeindruckende Gruppenphase in der Qualifikation hingelegt. Gelingt das in Russland noch einmal? Oder ist für das Team in einer ausgeglichenen Gruppe früh Schluss?

Qualifikation:

Nigeria hat zumindest zeitlich eine lange Reise in Richtung WM hinter sich, schon im November 2015 stiegen die Super Eagles in der zweiten Runde der afrikanischen WM-Qualifikation ein und erreichten nach zwei zähen Spielen gegen Swasiland (0:0, 2:0) noch unter der Regie von Nationaltrainer Sunday Oliseh die Gruppenphase. Und dort überzeugte Team Nigeria dann auf voller Linie. Die Mannschaft des deutschen Trainers Gernot Rohr, der inzwischen Paul Le Guen abgelöst hatte, setzte sich deutlich gegen Algerien, den deutschen Achtelfinalgegner von 2014, den amtierenden Afrikameister Kamerun und Sambia durch.

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Die Super Eagles haben eine starke Qualifikation gespielt und auch im einen oder anderen Vorbereitungsspiel eine starke Figur abgegeben. Die Mannschaft scheint recht stabil zu sein, allerdings ist in dieser Gruppe mit Argentinien, Island und Kroatien auch ein kompletter Totalausfall drin. Wer möchte, kann für 1.000.000 John Obi Mikel in sein Team holen und darauf vertrauen, dass der Ober-Eagle einige magische Momente kreiert. Möglich ist das allemal.

Player to watch:

Der Star in einem sehr jungen, international noch eher unerfahrenen Team ist das ehemalige Wunderkind John Obi Mikel, der inzwischen seit 2016 in der chinesischen Super League spielt. Der 31-Jährige gewann mit Chelsea die Champions League und die Europa League und spielt seine schon dritte Weltmeisterschaft. Mit dem Nationalteam wurde John Obi Mikel 2013 Afrikameister. Der unumstrittene Anführer der Super Eagles ist im offensiven Mittelfeld gesetzt. Es wird spannend sein zu sehen, was der Routinier auf diesem Niveau noch reißen kann.

Youngster to watch:

Mit Wilfried Ndidi hat Gernot Rohr einen interessanten jungen Mann im Team, der bei Leicester City den gen Chelsea abgewanderten Franzosen N´Golo Kanté im defensiven Mittelfeld so langsam vergessen lässt. Ndidi, der aktuell noch an einer Oberschenkelverletzung laboriert, wechselte Anfang 2017 für mehr als 17 Millionen Euro aus Genk nach Leicester und absolvierte seitdem 50 Spiele in der Premier League.

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Trainer:

Mit Gernot Rohr haben Mikel, Balogun und Co. eine Menge Erfahrung auf der Bank sitzen. Der gebürtige Mannheimer, der später für den FC Bayern, Kickers Offenbach und über 350 mal für Girondins Bordeaux spielte, arbeitet seit 1989 als Trainer, Scout oder als Manager. Zunächst im Jugendbereich in Bordeaux, später in unterschiedlichen Positionen bei Eintracht Frankfurt, verschiedenen Clubs in Frankreich (u.a. als einer der Vorgänger Lucien Favres bei OGC Nizza), Red Bull Salzburg, Young Boys Bern. Seit 2010 ist Rohr Nationaltrainer in Afrika (Gabun, Niger, Burkina Faso), bevor er 2016 die Super Eagles übernahm.

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Erfolge:

In Sachen Weltmeisterschaften sind die Super Eagles inzwischen alte Hasen, bereits zum fünften Mal qualifizierte sich Nigeria für eine WM. Größter Erfolg: Dreimal Achtelfinale! Den Africa-Cup konnte man dagegen schon dreimal gewinnen (1980, 1994 und 2013). Der größte Erfolg war jedoch der Olympiatriumph 1996 (3:2 im Finale gegen Argentinien) der „Goldenen Generation“ mit Oliseh, Amokatchi, Okocha, Kanu oder Ikpeba.

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Kuriositäten:

Während die Bundesliga früher für nigerianische Nationalspieler immer wieder ein beliebter Standort war (wir erinnern uns an Jay-Jay Okocha, Sunday Oliseh, Victor Agali, Obafemi Martins, natürlich Taribo West und andere), steht mit Leon Balogun von Mainz 05 2018 nur ein einziger Spieler aus der Bundesliga im Kader von Gernot Rohr. Und der wechselt auch noch nach der WM zu Brighton & Hove Albion auf die Insel. Ansonsten? Kein Spieler mit Bundesligaerfahrung.

Prognose:

Auch wenn Leon Balogun Nigerias Gruppe D als die schwerste Vorrundengruppe einschätzt, stehen die Chancen der Super Eagles auf ein Weiterkommen nicht schlecht. Nigeria, Kroatien und Island liegen in ihrem Leistungsvermögen nicht weit auseinander, auch Argentinien hat eine holprige Qualifikation hinter sich. In dieser Gruppe wird besonders viel davon abhängen, wer in jedem Spiel seine PS auf die Straße bringen kann. Nicht ausgeschlossen, dass Nigeria auf Platz zwei hinter den leicht favorisierten Argentiniern einläuft. Spätestens im Achtelfinale – das bisher bei Weltmeisterschaften für den Olympiasieger von 1996 das höchste der Gefühle war – wäre dann aber gegen voraussichtlich Frankreich Schluss.

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Autor: Till Erdenberger

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