Nach dem Baba-Verkauf, dem wirtschaftlich lukrativsten Transfer der Vereinsgeschichte, hat der FC Augsburg finanziell Spielraum für Verstärkungen. Doch langsam wird die Zeit knapp. Wo herrscht Bedarf und wer könnte kommen?

“Ich will mich bei allen bedanken und wünsche dem ganzen Verein nur das Beste. Ich hoffe, dass sie wieder eine erfolgreiche Saison spielen werden.“

Mit diesen Worten verabschiedete sich Abdul Rahman Baba in Richtung FC Chelsea – wohlwissend, dass sein Wechsel dem FCA mit einem, für seine Verhältnisse, riesen Batzen Geld versüßt wird.

Auf einen Schlag sind die Schwaben um einen Leistungsträger ärmer, dafür finanziell so schlagkräftig wie nie. Und das könnte sich in der ersten Saison mit Doppelbelastung überhaupt noch als äußerst notwendig erweisen.

Nach Abzügen (Steuern, Beteiligung von Greuther Fürth und Babas Beratern) bleiben Augsburg wohl 14 Millionen Euro sofort und weitere rund fünf Millionen Euro werden im Rahmen von Erfolgsprämien fällig.

„Philosophie weiter verfolgen“

Genug, um den Kader im Hinblick auf die zusätzlichen Spiele in der Europa League noch qualitativ zu stärken, auch wenn Manager Stefan Reuter beim “Sport-Bild-Award“ die Erwartungen bremste: „Wir werden ganz klar unsere Philosophie weiter verfolgen und haben einen guten und stabilen Kern.“

In der Fuggerstadt will man der eigenen Linie treu bleiben und lieber erschwingliche Spieler mit Entwicklungspotenzial verpflichten. Im besten Fall mündet das in einen Mega-Gewinn wie jetzt bei Baba – und der kann nun investiert werden.

„Wir versuchen zum einen in die Qualität des Kaders zu investieren, auf der anderen Seite gibt es in der Infrastruktur viele Dinge, die wir verbessern müssen“, erklärte Reuter weiter.

Gemeint sind der Bau einer neuen Geschäftsstelle sowie neue Plätze und eine Flutlichtanlage für das Nachwuchsleistungszentrum. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass der FCA aufgrund vieler unerfahrener Profis in der zweiten Kader-Reihe nochmal auf dem Transfermarkt aktiv wird.

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Nachrüsten für die Doppelbelastung

“Wir werden viel variieren und viele verschiedene Aufstellungen präsentieren müssen, weil es definitiv so sein wird, dass wir auch verletzte Spieler haben werden“, stellte Trainer Markus Weinzierl beim “BR“ klar.

Für die Baba-Position hat Augsburg dabei bereits nachgerüstet. Neben Neuzugang Philipp Max und Markus Feulner, der beide Defensivseiten besetzen kann, haben die Schwaben fast unbemerkt Daniel Opare vom FC Porto verpflichtet.

Der 24-jährige Ghanaer ist nominell Rechtsverteidiger, wurde bei Besiktas, wohin er die Rückrunde der vergangenen Saison ausgeliehen war, aber vornehmlich links eingesetzt.

Da Feulner so wieder mehr im Mittelfeld eingeplant werden kann und auch Jan Moravek nach seiner Verletzung langsam zurückkommt, reicht Augsburg – abhängig von der Ausfallzeit Piotr Trochowskis – wohl ein neuer Mann im zentralen Mittelfeld.

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Kehrt Leitner zurück?

Hierfür scheint Moritz Leitner der Favorit zu sein. Der 22-Jährige spielt in den Planungen des BVB keine Rolle und trug bereits von Januar bis Juni 2011 im Rahmen einer Leihe das FCA-Trikot. Ein ähnliches Prozedere schließt Leitner selbst aber mittlerweile aus. „Ich möchte mich auf keinen Fall noch einmal ausleihen lassen“, sagte er dem „Kicker“.

Eine feste Verpflichtung des U21-Nationalspielers (Comunio-Marktwert: 880.000 Euro) dürfte für Augsburg aber finanziell kein Problem sein. Wie der lokale Radiosender „RT1“ berichtet, haben die Schwaben auch bereits ihr Interesse hinterlegt.

Des Weiteren stand zuletzt auch ein mögliches Engagement von Marko Marin im Raum. Der 26-jährige Ex-Nationalspieler musste nach einer erfolglosen Leihe nach Anderlecht zum FC Chelsea zurückkehren und hat dort keine Zukunft.

Beim ehemals als Mega-Talent gehandelten Dribbler ist ein ähnlich leistungsbezogenes Vertragsmodel wie bei Trochowski denkbar. Ob der FCA nach dem zunächst einmal misslungenen Experiment aber nochmals ein ähnliches Risiko eingeht ist fraglich.

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Pizarro-Engagement vom Tisch?

Mindestens genauso fraglich war eine mögliche Verpflichtung von Claudio Pizarro (bester Comunio-Knipser aller Zeiten), die mittlerweile offenbar auch vom Tisch ist. In der Offensive hat Weinzierl ohnehin die höchste qualitative Dichte und somit größte Auswahl im Kader.

Ausgeschlossen ist aufgrund der kräfitgen Finanzspritze dennoch nichts und schaden würde eine Ausbreitung des Kaders angesichts der kommenden Doppelbelastung sicher auch nicht.

Schlagkräftig ist Augsburg für die letzten zwei Wochen der Transferperiode auf alle Fälle, auch wenn Reuter so manchen Fan-Traum bereits platzen ließ, indem er sagte: „So ganz große und spektakuläre Dinge werden bei uns nicht passieren.“

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