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Die Bayern-Verpflichtung Bouna Sarr dürften lediglich Beobachter der französischen Ligue 1 kennen. Und auch ob der 28-Jährige die Münchner wirklich verstärken kann, muss bezweifelt werden.

Position

Zu Beginn seiner Karriere war Bouna Sarr ein Außenstürmer. Erst 2017 wurde er zum Rechtsverteidiger umgeschult. Exakt für diese Position hat ihn Bayern auch geholt. Entsprechend gilt Sarr als äußerst offensivfreudiger Außenverteidiger. 

Bisherige Karriere

Bei Olympique Lyon ausgebildet, wechselt Sarr noch in de Jugend zum FC Metz, wo er sich von der 3. französischen Liga bis in die Ligue 1 hocharbeiten konnte. 2015 wurde er schließlich für eine Ablösesumme von zwei Millionen Euro zu Olympique Marseille transferiert. Hier kam er in den ersten Jahren selten über die Jokerrolle hinaus. 

Erst die Umschulung zum Rechtsverteidiger ab der Saison 2017/18 unter Trainer Rudi Garcia brachte die Karriere auf eine neues Level. In den letzten drei Jahren war er Stammspieler und zog mit Marseille 2018 in das Finale der Europa League ein. Der 28-Jährige kommt auf insgesamt 168 Erstliga-Spielen in Frankreich, bei denen er sechs Tore und 13 Vorlagen beisteuern konnte. 

Für französische Nationalmannschaften wurde Sarr weder in der Jugend, noch im Seniorenbereich nominiert. 

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Einstiegsmarktwert

Fünf Millionen war der Einstiegsmarktwert des Franzosen. Interessant: Sein Konkurrent Benjamin Pavard kostet derzeit fast exakt genauso viel. Sarr hat vom Marktwertniveau inzwischen auch Größen wie Matthias Ginter oder Niklas Süle hinter sich gelassen.

Situation

Diese Verpflichtung ist überraschend. Nach dem der anvisierte Transfer von Ajax‘ Sergino Dest für die rechte Abwehrseite gescheitert war, kommt Sarr also maximal die Rolle der B-Lösung zu. Der 28-Jährige ist dabei wohl nicht mehr besonders entwicklungsfähig, was auch bedeutet, dass man seine Stärken und Schwächen so mitnehmen muss.

Dabei ist er ein ganz anderer Spielertyp als der gelernte Innenverteidiger Pavard. Sarr ist deutlich kleiner, dafür aber schneller, dynamischer und mit etwas mehr Zug nach vorne. Allerdings werden ihm auch immer wieder eine riskante Spielweise und Schwächen im Defensiv-Verhalten nachgesagt. Auch seine Flanken sollen bisweilen eine ziemliche Streuung aufweisen, was man Pavard mitnichten zuschreiben kann.


Fragt sich also: Kann Sarr für Pavard ein ernsthafter Konkurrent werden? Ganz sicher nicht, die Bayern werden sich aber zumindest erhoffen, dass der Neuzugang weit mehr Einsätze kriegt, als sein Vorgänger Alvaro Odriozola. Die enge Taktung des Spielplans werden letztlich dafür sorgen, dass Sarr auch immer mal wieder in der Startelf stehen wird. Auch, weil Joshua Kimmich nun endgültig ein Mittelfeldspieler ist. 

Marktwertentwicklung

Die Skepsis ist offenbar auch unter Comunio-Managern groß, denn Sarr steigt in den ersten Tagen deutlich weniger als seine Kollegen Marc Roca, Eric Maxim Choupo-Moting oder Wolfsburgs Maximilian Philipp. Bei 7 bis acht Millionen dürfte der erste Höhepunkt erreicht sein, ehe es ganz hart nach unten geht. Als Backup für Pavard muss Sarr schon froh sein, wenn er sich dauerhaft jenseits der Drei-Millionen-Marke halten kann. 

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Autor: Karol Herrmann

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