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Der Wechsel von Eric Maxim Choupo-Moting zum FC Bayern macht auf den ersten Blick für alle Parteien extrem Sinn. Ob der 31-Jährige aber auch bei Comunio abliefern kann, ist eine andere Frage.

Position

Eric-Maxim Choupo-Moting ist ein vielseitiger Offensivspieler, der im Sturmzentrum, auf den Außenpositionen und als Halbstürmer eingesetzt werden kann. Auf der rechten offensiven Außenbahn kam er jedoch zuletzt vor knapp fünf Jahren im Trikot des FC Schalke 04 zum Einsatz. Bei Bayern dürfte er zuvorderst als Backup für Robert Lewandowski eingeplant sein.

Bisherige Karriere

Hätte vor zweieinhalb Jahren jemand Choupo-Moting erzählt, dass er noch einmal an der Seite von Kylian Mbappe, Neymar und Robert Lewandowski stürmen würde, hätte er vom gebürtigen Hamburger wohl den Vogel gezeigt bekommen. Dass Choupo-Moting zuletzt zwei Jahre lang beim französischen Serienmeister PSG spielen durfte, hat natürlich hauptsächlich mit Thomas Tuchel zu tun, bei dem Choupo-Moting 2011/12 der Durchbruch in der Bundesliga beim 1. FSV Mainz 05 geglückt war. 

Choupo-Moting fungierte in den letzten beiden Jahren jedoch lediglich als Backup der Pariser Weltklasse-Stürmer, kam in 51 Pflichtspielen für PSG auf neun Tore. Zuvor hatte er ein Jahr noch Premier-League-Erfahrung mit Stoke City sammeln können. Obwohl er Stammkraft war (30 Einsätze, fünf Tore), stieg Stoke am Ende ab.

Die Zeiten davor als Bundesliga-Profi sind natürlich hinlänglich bekannt. In drei Jahren für den Hamburger SV, einem Jahr für den 1. FC Nürnberg, drei Jahren für Mainz und weiteren drei weiteren Jahren für Schalke kam Choupo-Moting auf insgesamt 204 Bundesliga-Einsätze, in denen er immerhin 45 Treffer erzielte. 

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Seine besten Jahre hatte er ohne Zweifel bei Mainz und Schalke. Auch bei Comunio lieferte Choupo-Moting immer solide ab, 513 Punkte hat er insgesamt auf seinem Konto, wobei er in den Spielzeiten 2013/14 und 14/15 jeweils dreistellig punkten konnte. 

Seit zehn Jahren ist der einstige deutsche U-Nationalspieler auch für die Nationalelf Kameruns im Einsatz, die er aktuell sogar als Kapitän anführt. Er kommt auf 49 Länderspiele, dabei auch fünf WM-Einsätze und 38 Europapokalspiele. Dass Choupo-Moting schon eine ganze Weile im Geschäft dabei ist, sieht man alleine daran, dass er – die Älteren werden sich erinnern – sogar noch im UI-Cup zum Einsatz kam. 

Einstiegsmarktwert

Mit fünf Millionen gibt es selbst im Bayern-Kader noch fünf Stürmer, die einen höheren Marktwert haben. Choupo-Moting befindet sich damit in etwa auf Augenhöhe mit Leipzigs He-Chan Hwang oder Gladbachs Breel Embolo. 

Situation

Natürlich macht dieser Transfer für alle Beteiligten maximal Sinn. Bayern bekommt einen ablösefreien Stürmer, der auch international sehr erfahren ist, die Bundesliga in- und auswendig kennt und in den letzten Jahren sein Dasein als Backup ohne Murren akzeptiert hat. Choupo-Moting hingegen kann im Herbst seiner Karriere seine Titelsammlung noch einmal vergrößern und beim Champions-League-Sieger anheuern.

Klar ist, dass er wohl für die Sturmspitze eingeplant ist. Mit Leroy Sane, Serge Gnabry, Kinglsey Coman und Rückkehrer Douglas Costa ist Bayern auf den Außenpositionen bereits doppelt besetzt. Choupo-Motings Erfahrung dürfte sich klar gegen den aufstrebenden Joshua Zirkzee durchsetzen, dem man offenbar noch nicht zutraut, Lewandowski im Zweifelsfall zu ersetzen.


Fragt sich nur, wie oft Choupo-Moting auf dem Platz stehen wird. Lewandowski ist immer noch ein Modell-Athlet der locker 50 Pflichtspiele pro Jahr bestreiten kann und nahezu nie verletzt ist. Die Möglichkeit, fünfmal auszuwechseln, dürfte Choupo.Moting hier klar in die Karten spielen. Und gelegentlich braucht auch mal der frisch gebackene Europas Fußballer des Jahres eine Kreativpause. Alles in allem dürfte Choupo-Moting also locker auf seine 20 Pflichtspiel-Einsätze kommen.

Marktwertentwicklung

Ein bekannter Name, von PSG zum FC Bayern – das alles sollte in den kommenden Tagen noch einmal zu einer ordentlichen Marktwertsteigerung führen, die jedoch kaum in den zweistelligen Millionenbereich kommen wird. Zu klar ist, dass Choupo-Moting nur als Backup vorgesehen ist. Und auch bei seinen Jokereinsätzen darf man nicht unbedingt erwarten, dass er die Netze aus den Toren schießt: Lediglich zweimal in seiner immerhin 13-jährigen Profikarriere traf er zweistellig. 

Choupo-Moting wird sich unserer Meinung nach mittelfristig irgendwo zwischen zwei und vier Millionen einpendeln. Für ein kurzes Zeitfenster lässt sich hier bei einem Einkauf auf Marktwertniveau aber noch ein wenig Gewinn machen. 

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Autor: Karol Herrmann

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